Was für ein Märchen! Jamal Musiala nutzt seinen ersten Startelf-Einsatz nach der langen Verletzungspause wie ein Drehbuch und schreibt mit seinem Treffer eine unglaubliche Comeback-Geschichte.
206 Tage nach seinem letzten Startelf-Einsatz feierte Musiala mit dem Bayern-Sieg über PSV Eindhoven im letzten Champions-League-Spiel der Ligaphase eine Rückkehr nach Maß. Der 22-Jährige traf in der 58. Minute nach einer wunderbaren Vorlage von Lennart Karl zur Führung und ließ seinen Emotionen mit einem ausgiebigen Jubel freien Lauf. Wenige Minuten später war Schluss für Musiala, der seinen Platz auf dem Spielfeld Serge Gnabry überließ.
Der Torschütze bleibt demütig
Nach dem Spiel zeigte sich der Rückkehrer fast schon zurückhaltend: "Es war eigentlich echt gut. Außer am Anfang der zweiten Halbzeit, da habe ich kurz vergessen, Fußball zu spielen (lacht). Sonst war es eigentlich ganz gut", lautete Musialas Fazit. Einige Ballverluste waren der Ursprung seiner humoristischen Selbstkritik: "Ich darf da den Ball nicht verlieren. Ich muss cleaner mit dem Ball sein. Aber das kommt noch."
"Ich hatte Aktionen und komme jetzt so langsam rein. Wenn ich auf dem Platz bin, will ich viel Energie und Fokus haben, damit ich liefere. Heute war es ein guter Tag", strahlte er am Mikrofon von DAZN weiter.
Hamann pocht auf Vorsicht
Für Sky Sport Experte Didi Hamann ein wichtiges Ausrufezeichen des FCB-Stars: "Da kriegst du wieder Vertrauen in den Fuß. Das hat er wunderbar gemacht", erklärte er bei Sky Sport Austria.
Dabei sollten die Verantwortlichen aber auch Vorsicht walten lassen: "Es gehen die englischen Wochen weiter. Du musst schauen, dass er seine Zeit bekommt, dass er konstant und stabil wird und keine Zwicker hat. Es kann natürlich sein, dass man mal eine Muskelverletzung bekommt, nach so einer langen Pause".
"Aber für das Selbstwertgefühl, für das Selbstvertrauen nach einer so langen Pause in so einem Spiel auch so ein schönes Tor zu machen, das wir ihn natürlich unglaublich beflügeln", resümierte der ehemalige Bayern-Profi.
Eberl hebt Kompany hervor
Auch Bayern-Sportchef Max Eberl freute sich über die märchenhafte Musiala-Show. "Ich fand es sehr, sehr gut. Das haben wir aber schon die letzten Tage gemerkt, dass er einfach Freude hat, er ist extrem demütig und dankbar, dass er wieder auf dem Platz stehen kann", sagte der 52-Jährige nach dem Spiel in der Mixed Zone.
"Ich glaube, er kann momentan auch ohne Druck spielen, weil Vinnie (Kompany, Anm. d. Red.) ihm einfach die Möglichkeit von Spielzeit gibt. Keiner erwartet von ihm Wunderdinge und ich finde trotzdem, heute hat er ein sehr gutes Spiel gemacht nach so einer langen Zeit. Und dass er sich mit dem Tor belohnt ist eine sehr, sehr schöne Geschichte."
Diese Meinung werden die Fans des Rekordmeisters sicher teilen. Für den FC Bayern München geht es am kommenden Samstag nach Hamburg. Wer der nächste Gegner in der Königsklasse wird, erfährt der FC Bayern erst am 27. Februar. Doch eines ist bereits klar: Es wird ein Team aus dem Quartett BVB, Leverkusen, Bergamo und Piräus sein.
Musiala hatte sich im Viertelfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain im vergangenen Jahr einen Wadenbeinbruch zugezogen. Er war mit dem damaligen PSG-Torhüter Gianluigi Donnarumma kollidiert. Nach einer Operation und Reha war er im Dezember wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.
Sein Comeback auf dem Platz feierte er am 17. Januar beim 5:1-Sieg gegen RB Leipzig, als er bei seinem Drei-Minuten-Einsatz bereits einen Assist geben konnte. Nun klappte es auch mit dem ersten Tor seit seiner Rückkehr.
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