Handball News: Kretzschmar für Modifizierung einiger Regeln

Regelauslegung sorgt für Diskussion: Kretzschmar regt Änderungen an

Von Peer Kuni

Sky Handball-Experte Stefan Kretzschmar fordert nach einigen umstrittenen Entscheidungen der Schiedsrichter einige Regelanpassungen (Videolänge: 3:01 Minuten).

Stefan Kretzschmar hält nach einigen strittigen Schiedsrichterentscheidungen eine Modifizierung der Regeln für notwendig.

Der Auslöser dafür war für den Sky Experten ein zurückgepfiffener Anwurf im Spiel des THW Kiel gegen den TBV Lemgo Lippe. "Weil wir es auch bei diesem Anwurf sehen: Es ist ein großes Problem unserer Sportart, die Auslegungsmöglichkeiten für Schiedsrichter, die Auslegungsmöglichkeiten der Regeln. Dass du die Möglichkeit hast, entweder so oder genau andersherum zu entscheiden", machte der 48-Jährige deutlich.

Kiels Kreisläufer Hendrik Pekeler stand beim Versuch der schnellen Mitte offenbar mit einem Fuß bereits in der gegnerischen Hälfte, was die Schiedsrichter zurückpfiffen. Laut der Regel muss der ausführende Spieler mit einem Fuß die Mittellinie berühren, kein Fuß darf dabei in der gegnerischen Hälfte sein. Zudem dürfen die eigenen Mitspieler nicht bereits über die Mittellinie laufen.

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Mittellinie schlecht sichtbar

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Das Problem: Aufgrund der Werbung im Mittelkreis ist die Mittellinie im Zentrum unterbrochen und somit nicht durchgängig. Die Schiedsrichter haben es entsprechend schwer, genau zu beurteilen, wo der Anwerfer steht und ob der Anwurf regelkonform ausgeführt wird. Zudem müssen die Verteidiger einen Abstand von mindestens drei Meter zum Anwerfer einhalten.

"Aber wir haben zwei vergleichbare Situationen - die eine Mannschaft betreffen - innerhalb von einer Woche gesehen. Und zwar bei Balingen. In Flensburg wird die letzte Aktion zurückgepfiffen, regelkonform. Beim Spiel in Minden passiert genau die gleiche Situation bei Minden. Es wird nicht zurückgepfiffen und in der Folge gibt es einen Siebenmeter", machte Kretzschmar das Problem deutlich.

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Während der vermeintliche Siegtreffer der Flensburger in letzter Sekunde aufgrund eines nicht korrekt ausgeführten Anwurfs zurückgepfiffen wurde und Balingen somit einen überraschenden Punkt (23:23) gegen den Meisterschaftsanwärter holte, wurde in Minden gegen die Schwaben ein Siebenmeter aufgrund des nicht eingehaltenen Abstands ausgesprochen. Diesen vergab Minden mit abgelaufener Uhr, die Partie endete ebenfalls remis (26:26).

Kretzschmar fordert Videobeweis

Neben einer Regelanpassung beim Anwurf forderte der ehemalige Weltklasse-Handballer weitere Änderungen: "Wir müssen über Time-out reden, ob da der Buzzer in der Liga eingeführt werden muss. Das halte ich für enorm wichtig. Wir müssen in meinen Augen auch über den Videobeweis reden, dass man die Möglichkeit hat, sich Sachen noch einmal anschauen zu können und Zeitspiel ist ganz wichtig, dass wir da eine klarere Regel finden als jetzt aktuell."

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Insbesondere in einer sehr ausgeglichenen Bundesliga, wo einzelne Pfiffe über den Spielausgang entscheiden, wäre die Formulierung eindeutiger Regeln einfacher für das Verständnis bei Spielern, Verantwortlichen und Zuschauern sowie einfacher für die Entscheidung der Schiedsrichter.

"Und in dieser Liga geht es ja um was: Im Abstiegskampf und im Rennen um die europäischen Plätze. Es ist schon brutal, diese Auslegungsmöglichkeiten", meinte Kretzschmar abschließend.

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