Hendrik Pekeler im Interview bei "Auszeit - das Handball Spezial"

Pekeler: "Für mich persönlich ist das Coronavirus gerade Gold wert"

Von Isabel Barquero Pena

Auszeit - Das Handball Spezial - Folge 4

Die Coronakrise als Chance, um länger Handballspielen zu können? Für den frisch gekürten (Abbruch-)Meister Hendrik Pekeler ist das durchaus denkbar. Im Rahmen von "Auszeit - das Handball Spezial" auf Sky verrät der Nationalspieler, wie er die handballfreie Zeit sinnvoll nutzt.

Hendrik Pekeler über...

... über die virtuelle Meisterfeier beim THW Kiel: "Wir haben die Nachricht über WhatsApp von Viktor Szilagyi bekommen, nachdem die HBL ihre Video-Konferenz abgehalten hat. Drei Stunden später haben wir dann mit der ganzen Mannschaften und mit allen Mitarbeitern eine Telefonkonferenz gehabt und haben da dann virtuell auf ein Bierchen angestoßen.

Momentan gibt es wichtigere Themen als eine Meisterfeier nachzuholen, so eine Feier lebt ja immer von dem Momentum, von dem Abschluss einer Bundesliga-Saison. Wenn man das dann zwei bis drei Monate später nachholt, kommt gar nicht so richtig diese Freude und Emotion raus, deswegen kann ich mir aktuell nicht vorstellen, dass die Meisterfeier nachgeholt wird."

Gislason: Auch wenn ich neutral bin, habe ich mich für Kiel gefreut

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"Wechsel zu den Löwen war entscheidend"

... über seine Entwicklung: "Der Wechsel vom TBV Lemgo zu den Rhein-Neckar Löwen war ein Stück weit der entscheidende Wechsel für mich. Bei den Löwen musste man das ganz anders angehen, weil man in diesem Drei-Tages-Rhythmus spielt, das kennt man in den normalen Bundesligavereinen nicht. Man muss wirklich in jedem Spiel an den Leistungslimit gehen, um die Spiele zu gewinnen. Dieser Schritt zu einem Champions-League-Teilnehmer, der war für mich der entscheidende Schritt in meiner Karriere."

... über seinen aktuellen Alltag: "Am Dienstag wurde uns gesagt, dass das unser erster Urlaubstag ist, der 8. Juli wurde als Vorbereitungsbeginn genannt. Wir wissen natürlich noch nicht, ob wir dann im Juli wieder zusammen trainieren können, aber in der Zwischenzeit haben wir unglaublich viel Zeit, unsere Defizite wieder aufzubauen. Wir haben die Möglichkeit mit unserem Fitnesstrainer in Ansprache, Trainingspläne zu erstellen, an den Schwächen zu arbeiten. Ich bin momentan dabei mit den Physiotherapeuten an meinen Achillesehnenproblemen zu arbeiten, weil ich jetzt einfach die Zeit habe, das richtig anzugehen. Und ich hoffe, dass ich dann im Juli beschwerdefrei wieder Handballspielen kann.

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"Vielleicht dadurch zwei Jahre länger spielen"

Es hört sich blöd an, aber für mich persönlich ist dieses Coronavirus gerade Gold wert, weil ich jetzt einfach diese Zeit habe, die Verletzung richtig auszukurieren, die richtige Reha zu machen. Das gleiche gilt für andere Spieler auch. Jetzt ist - wie gesagt - momentan die Zeit, an seinen Schwächen und Verletzungen zu arbeiten. Und vielleicht erhöht das auch die Chance, noch ein oder zwei Jahre länger zu spielen. Patrick Wiencek hat sich zum Beispiel am Knie operiert, wo er ja auch seit November schon Probleme hatte. Das wäre in der laufenden Saison nicht möglich gewesen."

... über seine Zeit mit Alfred Gislason: "Ich kann mich daran erinnern, dass ich in meiner ersten Zeit in Kiel ein Champions-League-Spiel verschlafen habe. Und dann hielt der Bus vor meiner Wohnung und ich hatte ja noch gar nicht meine Tasche gepackt. Und dann bin ich in den Bus rein, das erste, was Alfred zu mir gesagt hat war: Wenn du dafür zahlen müsstest, dann könntest du dein ganzes Jahresgehalt spenden."

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