Zum elften Mal hat Rafael Nadal die French Open gewonnen.Eine unglaubliche Leistung des Spaniers und ein historisches Roland Garros.
Unsere Sky Kommentatoren Stefan Hempel, Marcel Meinert und Paul Häuser ziehen bei unseren drei Protagonisten Rafael Nadal, Dominic Thiem und Sascha Zverev eine kompakte Bilanz zum zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres.
Das Phänomen Nadal
Marcel Meinert: "Rafael Nadal spielt für mich auf Sand nicht in einer eigenen Liga, sondern er betreibt eine eigene Sportart. Er ist der beste aller Zeiten auf diesem Belag. Elf Titel in Paris, das wird in der Geschichte wohl nur noch von ihm selbst zu übertrumpfen sein."
Stefan Hempel: "Rafael Nadal ist einfach unglaublich. Glückwunsch, er ist eigentlich unbesiegbar auf Sand. Der Einzige, der ihn vielleicht knacken könnte ist Dominic Thiem. Aber der braucht dafür seine Bestform, sonst geht da auch nichts."
Paul Häuser: "Wer soll diesen Nadal stoppen? Im Finale bezwingt er seinen größten Herausforderer, den Prince of Clay, Dominic Thiem mit 6:4, 6:3 und 6:2 und lässt sich auch von einem heftigen Krampf am Finger nicht rausbringen. La Undecima wird nicht der letzte Titel von Nadal bei Roland Garros gewesen sein. Nadal kann auf Sand einfach alle Faktoren perfekt für sich nutzen. Ihn im Best-of-Five-Format auf dem Court Philippe Chatrier zu besiegen, das ist für alle anderen Spieler der Mount Everest."
Thiem schafft es in sein erstes Grand-Slam-Finale
Hempel: "Leider konnte Thiem im Finale nicht seine Bestform abrufen. Die Aufschlagquote unter 50 Prozent war entscheidend. Schade, aber das reicht dann einfach nicht gegen Nadal."
Häuser: "Thiem ist für mich aktuell eindeutig der zweitbeste Sandplatzspieler auf der Tour. Aber der Abstand zu Nadal bleibt immens. Diese Lücke zu schließen, das ist die gewaltige Aufgabe, die Thiem vor sich hat. Der 'Dominator' kann so stolz auf seine Leistung sein und ich bin mir sicher: Der French-Open-Titel wird eines Tages kommen. Aber damit es bald klappt, muss Nadal ein gutes Stück abbauen und Thiem nochmal etwas draufpacken."
Meinert: "Der Finaleinzug von Dominic Thiem ist sicherlich auch ein großer Verdienst von günter Bresnik, der ihn auch in dieser Saison nochmal ein Stück stärker gemacht hat. Physisch der beste Dominic Thiem bislang. Er hat bis zum Finale herausragend aufgeschlagen, sich sehr gut bewegt. Aber Nadal betreibt eben eine eigene Sportart. Dennoch wird Dominic Thiem irgendwann auch seinen French-Open-Titel gewinnen."
Zverev bricht den Grand-Slam-Fluch
Häuser: "Sascha Zverev kann Best-of-Five und er kann Grand Slams. Das hat er nun bewiesen. Er ist unglaublich fit und hat phantastische Kämpferqualitäten bei seinen Siegen über Lajovic, Dzumhur und Khachanov gezeigt. Aber drei Fünfsatzmatches waren mindestens eins zu viel. Kommt er mit der nötigen Frische nach Wimbledon, dann ist er dort einer der Topfavoriten für mich."
Hempel: "Zverev hat sich durch unnötige Fünfsatzmatches um seine Möglichkeiten gebracht. Dadurch war dann der Akku leer."
Meinert: "Sascha Zverev hat in seiner Entwicklung einen ganz wichtigen Schritt gemacht. Er hat gezeigt, dass er Fünfsatzmatches gewinnen kann. Jetzt geht es darum, diese Fünfsatzmatches auch zu vermeiden und damit dann auch Energie zu sparen, körperlich und mental. Die mentale Energie wird dann auch für Wimbledon entscheidend werden."