Formel 1 in Kanada: Alle Updates im Überblick – Mercedes und McLaren greifen an, Ferrari setzt auf Feintuning

Vor dem Großen Preis von Kanada spitzt sich das Entwicklungsrennen der Formel 1 zu: Während Teams wie Mercedes und McLaren mit umfangreichen Updates nachlegen, setzen andere auf gezielte Anpassungen oder verzichten komplett.

Lando Norris und McLaren haben ein großes Update-Paket in Kanada mit dabei.
Image: Lando Norris und McLaren haben ein großes Update-Paket in Kanada mit dabei.  © DPA pa

Sky Sport liefert den kompakten Überblick, welche Neuerungen die Teams nach Montreal bringen – und wer sich den entscheidenden Vorteil sichern könnte.

Das Entwicklungsrennen in der Formel 1 nimmt weiter Fahrt auf - und der Kanada Grand Prix wird für viele Teams zum wichtigen Prüfstein. Auf dem anspruchsvollen Circuit Gilles-Villeneuve treffen Highspeed-Passagen auf harte Bremszonen, was vor allem Aerodynamik, Balance und Kühlung in den Fokus rückt. Hier sind die Updates aller Teams im Überblick.

Mercedes: Fokus auf Aero-Effizienz und Kühlung

Mercedes bringt ein umfangreiches Update-Paket nach Montreal. Im Zentrum steht ein überarbeiteter Frontflügel mit abgesenkten Elementen und zusätzlichen Strakes zur Optimierung des Luftstroms Richtung Heck. Auch der Unterboden wurde angepasst, um die Strömung effizienter zu lenken.

MERCEDES 🇩🇪

  • Name: Mercedes-AMG Petronas Formula One Team
  • Gründungsjahr: 2010
  • Unternehmenssitz: Brackley, Großbritannien
  • Vorgänger: Tyrrell, British American Racing, Honda Racing F1, Brawn GP
  • Konstrukteurs-Titel: 8 (2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021)
  • Teamchef: Toto Wolff
  • Fahrer: George Russell (GBR), Kimi Antonelli (ITA)
  • Testfahrer: Frederik Vesti (DEN)

Dazu kommen Anpassungen an der Bremskühlung - eine Reaktion auf die hohen Anforderungen der Strecke. Mehrere Detail-Updates am Fahrzeugboden und Heck sollen zudem für besseren Abtrieb sorgen.

Ferrari: Vertrauen in Miami-Paket

Ferrari verzichtet in Kanada auf neue Teile. Stattdessen liegt der Fokus darauf, das zuletzt in Miami eingeführte Upgrade-Paket besser zu verstehen und optimal zu nutzen. Ein klares Zeichen: Stabilität statt Risiko.

FERRARI 🇮🇹

  • Name: Scuderia Ferrari
  • Gründungsjahr: 1929
  • Unternehmenssitz: Maranello, Italien
  • Vorgänger: -
  • Konstrukteurs-Titel: 16 (1961, 1964, 1975, 1976, 1977, 1979, 1982, 1983, 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2007, 2008)
  • Teamchef: Frederic Vasseur
  • Fahrer: Charles Leclerc (MCO), Lewis Hamilton (GBR)
  • Testfahrer: Antonio Giovinazzi (ITA)

McLaren: Weiterer Schritt nach vorne?

Nach dem starken Update in Miami legt McLaren erneut nach. Ein neuer Frontflügel und eine überarbeitete Motorabdeckung sollen den Luftstrom verbessern.

MCLAREN 🇬🇧

  • Name: McLaren F1 Team
  • Gründungsjahr: 1963
  • Unternehmenssitz: Woking, Großbritannien
  • Vorgänger: -
  • Konstrukteurs-Titel: 10 (1974, 1984, 1985, 1988, 1989, 1990, 1991, 1998, 2024, 2025)
  • Teamchef: Andrea Stella
  • Fahrer: Lando Norris (GBR), Oscar Piastri (AUS)
  • Testfahrer: Patricio O'Ward (MEX), Leonardo Fornaroli (ITA)

Zusätzlich gibt es Anpassungen an der Hinterradaufhängung, am Unterboden sowie ein neues Halo-Winglet zur besseren Luftführung im Cockpitbereich. Auch die Kühlung wurde variabler gestaltet, um auf unterschiedliche Bedingungen reagieren zu können.

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Red Bull: Balance und Zuverlässigkeit im Fokus

Red Bull arbeitet gezielt daran, das Gesamtpaket stabiler zu machen. Anpassungen am Frontflügel sollen mehr Spielraum bei der Balance schaffen.

RED BULL 🇦🇹

  • Name: Oracle Red Bull Racing
  • Gründungsjahr: 2004
  • Unternehmenssitz: Milton Keynes, Großbritannien
  • Vorgänger: Stewart Grand Prix, Jaguar Racing
  • Konstrukteurs-Titel: 6 (2010, 2011, 2012, 2013, 2022, 2023)
  • Teamchef: Laurent Mekies
  • Fahrer: Max Verstappen (NED), Isack Hadjar (FRA)
  • Testfahrer: Yuki Tsunoda (JPN)

Zudem wurde die Bremskühlung für Kanada und kommende Rennen optimiert. Änderungen an Motorabdeckung und Unterboden sollen die Performance unter wechselnden Bedingungen verbessern.

Alpine: Größere Aero-Offensive

Alpine bringt ein deutlich überarbeitetes Unterboden-Design mit, das die aerodynamische Effizienz steigern soll.
Auch der Heckflügel wurde angepasst, um mehr Abtrieb zu generieren - ein klares Signal im Kampf um das Mittelfeld.

ALPINE 🇫🇷

  • Name: BWT Alpine F1 Team
  • Gründungsjahr: 2016
  • Unternehmenssitz: Enstone, Großbritannien
  • Vorgänger: Toleman, Benetton Formula 1, Renault, Lotus
  • Konstrukteurs-Titel: 2 (2005, 2006)
  • Teamchef: Flavio Briatore
  • Fahrer: Pierre Gasly (FRA), Franco Colapinto (ARG)
  • Testfahrer: Paul Aron (EST), Kush Maini (IND)

Haas: Aufwendiges Update für den Kampf im Mittelfeld

Haas gehört zu den Teams mit den größten Änderungen. Neue Seitenkästen und eine angepasste Motorabdeckung verbessern die Luftführung nach hinten.

HAAS 🇺🇸

  • Name: MoneyGram Haas F1 Team
  • Gründungsjahr: 2014
  • Unternehmenssitz: Kannapolis, USA
  • Vorgänger: -
  • Konstrukteurs-Titel: -
  • Teamchef: Ayao Komatsu
  • Fahrer: Esteban Ocon (FRA), Oliver Bearman (GBR)
  • Testfahrer: Jack Doohan (AUS), Ryo Hirakawa (JPN)

Ein komplett neuer Unterboden inklusive Diffusor soll für mehr Stabilität sorgen. Auch an der Hinterradaufhängung wurde gearbeitet, um die Performance konstanter zu machen.

Racing Bulls: Mehr Abtrieb durch neuen Unterboden

Die Racing Bulls setzen auf einen neuen Unterboden, der unter verschiedenen Bedingungen mehr Abtrieb liefern soll. Ergänzt wird das durch Änderungen am Heckbereich und am Beam Wing, um zusätzliche Last zu generieren und den Luftstrom besser zu kontrollieren.

RACING BULLS 🇮🇹

  • Name: Visa Cash App RB Formula One Team
  • Gründungsjahr: 2020
  • Unternehmenssitz: Faenza, Italien
  • Vorgänger: Minardi F1 Team, Scuderia Toro Rosso
  • Konstrukteurs-Titel: -
  • Teamchef: Alan Permane
  • Fahrer: Liam Lawson (NZL), Arvid Lindblad (GRB)
  • Testfahrer: Yuki Tsunoda (JPN), Ayumu Iwasa (JPN)

Williams: Streckenspezifische Anpassungen

Williams bringt vor allem Upgrades für die Bremskühlung. Neue Komponenten sollen der hohen Belastung in Montreal standhalten.

WILLIAMS 🇬🇧

  • Name: Williams Racing
  • Gründungsjahr: 1977
  • Unternehmenssitz: Grove, Großbritannien
  • Vorgänger: -
  • Konstrukteurs-Titel: 9 (1980, 1981, 1986, 1987, 1992, 1993, 1994, 1996, 1997)
  • Teamchef: James Vowles
  • Fahrer: Alexander Albon (THA), Carlos Sainz (ESP)
  • Testfahrer: Luke Browning (GBR), Victor Martins (FRA)

Zudem wurde die Frontaufhängung aerodynamisch optimiert und das Auspuff-Layout angepasst, um besser mit der Aero-Struktur zu harmonieren.

Audi: Kühlung und Effizienz im Fokus

Audi reagiert ebenfalls auf die harten Bremszonen mit neuen Bremskanälen vorne und hinten. Zusätzlich wurden Diffusor und Seitenkästen überarbeitet, um die Aerodynamik effizienter zu gestalten und flexiblere Kühlmöglichkeiten zu schaffen.

AUDI 🇩🇪

  • Name: Audi Revolut F1 Team
  • Gründungsjahr: 1993
  • Unternehmenssitz: Neuburg an der Donau, Deutschland / Hinwil, Schweiz / Bicester, Großbritannien
  • Vorgänger: Stake F1 Team, Sauber F1 Team, BMW Sauber, Teams Sauber F1
  • Konstrukteurs-Titel: -
  • Teamchef: Mattia Binotto
  • Fahrer: Nico Hülkenberg (GER), Gabriel Bortoleto (BRA)
  • Testfahrer: Neel Jani (CH)

Cadillac: Detailarbeit am Gesamtpaket

Cadillac setzt auf kleinere, gezielte Updates. Anpassungen an der Front verbessern die aerodynamische Balance, während Änderungen an Bremskühlung und Diffusor mehr Abtrieb bringen sollen.

CADILLAC 🇺🇸

  • Name: Cadillac Formula 1 Team
  • Gründungsjahr: 2023
  • Unternehmenssitz: Indiana, Michigan & North Carolina (USA)
  • Vorgänger: -
  • Konstrukteurs-Titel: -
  • Teamchef: Graeme Lowdon
  • Fahrer: Valtteri Bottas (FIN), Sergio Perez (MEX)
  • Testfahrer: Guanyu Zhou (CHN), Colton Herta (USA), Pietro Fittipaldi (BRA)

Aston Martin: Keine neuen Teile

Nach Verbesserungen in Miami verzichtet Aston Martin auf Upgrades in Kanada. Der Fokus liegt darauf, das bestehende Paket optimal auszunutzen - insbesondere nach gelösten Vibrationsproblemen.

ASTON MARTIN 🇬🇧

  • Name: Aston Martin Aramco Cognizant F1 Team
  • Gründungsjahr: 2018
  • Unternehmenssitz: Silverstone, Großbritannien
  • Vorgänger: Jordan, Midland F1 Racing, Spyker, Force India, Racing Point
  • Konstrukteurs-Titel: -
  • Teamchef: Adrian Newey
  • Fahrer: Fernando Alonso (ESP), Lance Stroll (CAN)
  • Testfahrer: Jak Crawford (USA), Stoffel Vandoorne (BEL)

Fazit: Wer macht den größten Schritt?

Während Teams wie Mercedes, McLaren und Haas mit umfangreichen Update-Paketen angreifen, setzen Ferrari und Aston Martin auf Kontinuität. Besonders spannend: Wie gut die neuen Teile auf einer Strecke funktionieren, die kaum Testzeit verzeiht.

JETZT ABSTIMMEN!

Der Kanada-GP könnte damit zum ersten echten Gradmesser im aktuellen Entwicklungsrennen werden - mit möglichen Verschiebungen in der Hackordnung.

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