George Russell vergleicht Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli mit der Mona Lisa
Die beiden Silberpfeil-Piloten kämpfen 2026 um den WM-Titel.
17.07.2026 | 23:00 Uhr
Der junge Antonelli hat im Duell aktuell die Nase vorne. Dabei war Russell als WM-Favorit in die Saison gestartet.
Antonelli hat bislang fünf der ersten neun Rennen gewonnen und seine WM-Ambitionen auch im 2. Freien Training in Spa-Francorchamps untermauert. Dort raste er souverän zur Bestzeit, während Russell nicht über P8 hinauskam und damit sogar hinter Alpine-Pilot Franco Colapinto landete.
ZUM DURCHKLICKEN: Das FP2-Ergebnis in Belgien
Zwischen den Rennwochenenden schuftet Russell immer wieder eifrig am Simulator, um die Grundlagen seines Handwerks neu zu erlernen. Das neue Reglement für 2026 - mit kleineren, agileren Autos und extremem Fokus auf das Energiemanagement - hat das Kräfteverhältnis bei den Silberpfeilen komplett beben lassen.
Russell muss Fahrstil umstellen
Die Telemetriedaten zeigen Russell haarklein, wo er die entscheidenden Zehntel verliert. Doch die Umsetzung auf der Strecke blockiert sein über zwei Jahrzehnte antrainiertes Muskelgedächtnis. Russell beschreibt sein Dilemma gegenüber Sky Sport UK mit einem interessanten Vergleich.
"Es ist, als ob dich jemand bittet, die Mona Lisa zu malen, und du hast das Original direkt neben dir liegen. Glaubst du, dass dir das sofort gelingt? Mit etwas Übung vielleicht schon", meinte der 28-jährige Brite, der bislang auf zwei Saisonsiege kommt und in der Fahrer-WM 25 Zähler hinter Spitzenreiter Antonelli liegt.
JETZT ABSTIMMEN!
Russell weiter: "Ich muss auf eine Art und Weise fahren, wie ich es in meiner gesamten Karriere noch nie getan habe. Und daran muss ich mich anpassen. Ich weiß genau, was ich tun muss. Aber es dann auf der Strecke auch umzusetzen - wenn man 20 Jahre lang auf eine bestimmte Weise gefahren ist, die noch dazu 20 Jahre lang funktioniert hat, und es jetzt plötzlich nur noch in der Hälfte der Fälle klappt -, das ist extrem schwer."
Antonelli aktuell schneller unterwegs
Noch in der Saison 2025 hatte Russell seinen damaligen Rookie-Teamkollegen klar im Griff. Jetzt hat er den "Sweet Spot" des Autos verloren. Erschwerend kommt eine Pechsträhne hinzu: In Montreal schied Russell in Führung liegend mit einem elektrischen Defekt aus, in Monaco patzte er mit einem Tempoverstoß in der Boxengasse und kassierte eine Strafe.
Zudem sind die neuen Boliden extrem unberechenbar. Im Austausch mit Ferrari-Pilot Charles Leclerc bestätigte sich, dass die 2026er-Autos von einem Tag auf den anderen massiv an Performance verlieren oder gewinnen können. Für Russell gibt es laut eigener Aussage dennoch nur eine simple Lösung: "Einfach schneller fahren, um ehrlich zu sein. So einfach ist das."
Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.