Pierre Wache steht bei Red Bull stark unter Druck
Für Red Bull ist die bisherige Saison ein Desaster. Das Team von Max Verstappen braucht dringend einen Aufschwung. Dafür muss es eine personelle Weiterentwicklung geben, findet Sky Sport Formel 1 Experte Ralf Schuhmacher.
07.04.2026 | 20:14 Uhr
Bei Red Bull brennt auch in der Zwangspause der Formel 1 regelrecht der Baum.
Nach einem sehr schwachen Saisonstart könnte das Team um Superstar Max Verstappen wohl nicht schlechter dastehen: Gelang es dem Niederländer im vergangenen Jahr mit einem schwächelnden Auto noch um die Weltmeisterschaft zu kämpfen, so markiert ein sechster Platz in Australien das bisherige "Highlight" der Saison 2026. Als "unfahrbar" beschrieb Teamkollege Isack Hadjar den RB22 in Suzuka, "sogar gefährlich" sei die Unberechenbarkeit im Rennen.
Druck wächst: Muss nun ein Chef gehen?
Über den gravierenden Problemen schwebt weiterhin auch die Kritik von Verstappen an der Formel 1 selbst: Der vierfache Champion findet keinen Spaß, zeigt sich die meiste Zeit über frustriert und desillusioniert. Seine Konsequenz: Mit einem Abgang aus der Formel 1 drohen - nicht gerade eine Entlastung für das eigene Team. Im Gegenteil.
Dort wird es möglicherweise schon bald die ersten personellen Konsequenzen für die schlechte Performance geben. Technikchef Pierre Wache, der 2025 das große Erbe von Design-Genie Adrian Newey antrat, steht in Milton Keynes mächtig unter Druck. Für Sky Sport Formel 1 Experte Ralf Schumacher eine logische Konsequenz der letzten zwei Jahre: "Aus meiner Sicht sind für ihn die Schuhe zu groß", meinte der 50-Jährige bei Backstage Boxengasse - Der Formel 1 Podcast in Hinblick auf die Newey-Nachfolge.
Während der unter österreichischer Lizenz startende Rennstall ziemlich gut mit der großen Motoren-Revolution klar gekommen ist, liegen die Probleme des Red Bull im Chassis verortet - dem direkten Verantwortungsbereich von Wache, der seit 2013 bei Red Bull ist und seit 2018 als Technischer Direktor direkt hinter Newey stand.
Red Bull braucht personelle Entwicklung
Ein Rauswurf, der Wache laut Quellen wie GPBlog nun bevorstehe, ist für Schumacher jedoch vorerst keine Lösung: "Ich würde jetzt nicht sagen, dass man ihn aus dem Team ganz ersetzen sollte. Ich glaube, man muss gucken, dass man jemanden dazu holt. Gute Leute, entweder erfahrene oder junge Leute."
Den Abgang von Newey habe der Rennstall weiter nicht abfedern können. "Jetzt muss Red Bull eben auch dringend diese Lücke schließen. Weil offensichtlich ist das Auto ja eine Katastrophe. Wie oft haben wir jetzt Max Verstappen neben der Rennstrecke gesehen? Das ist ja vorher nie passiert", bewertet Schumacher.
Beim Tochterteam sieht die Lage hingegen deutlich besser aus, lediglich zwei Punkte Rückstand hat Racing Bulls in der Weltmeisterschaft. Ein Zustand, der für das eigentliche Top-Team Red Bull nicht zumutbar sein kann. "Ich bin der Meinung, da brennt im Hintergrund der Baum", urteilt Schumacher.
Mehr zum Autor Malte Göttlinger
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