Formel 1: Daniel Ricciardo & Pierre Gasly im Fokus - die Zukunft der F1-Piloten

Silly Season nimmt Fahrt auf! Zwei Piloten im Fokus - viele freie Cockpits

Von Udo Hutflötz

Image: Über die Zukunft von einigen Piloten wird zuletzt viel spekuliert.

Wie in jedem Jahr, wenn sich die Formel 1 in Richtung Sommerpause bewegt, nehmen das Fahrerkarussell, die Gerüchte und damit die sogenannte Silly Season Fahrt auf. Zahlreiche Cockpits sind - Stand jetzt - für kommendes Jahr noch unbesetzt. Doch zwei eigentlich gesetzte Fahrer sind in den letzten Tagen und Wochen immer mehr in den Fokus gerückt, was deren Zukunft betrifft.

Konkret geht es dabei zum einen um Pierre Gasly von AlphaTauri. Der Franzose galt lange Zeit als Kandidat für eine Rückkehr zum Mutterteam Red Bull, wo er bereits 2019 für zwölf Rennen hinter dem Steuer saß, danach aber im Tochter-Rennstall Toro Rosso bzw. dem heutigen AlphaTauri-Team geparkt wurde.

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Gasly-Gerüchte um Mercedes und Alpine

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Nach der jüngsten Vertragsverlängerung von Sergio Perez bei Red Bull wird jedoch über seine Zukunft in der Formel 1 spekuliert. Bleibt er bei AlphaTauri oder findet er einen Platz bei einem anderen Team? Spekulationen um ein Interesse von Mercedes und Alpine kursieren bereits durchs Fahrerlager. Doch im Rahmen des GP von Aserbaidschan hat sich nun am Freitag AlphaTauri-Teamchef Franz Tost klar für eine weitere Gasly-Zukunft bei der Scuderia ausgesprochen.

"Er hat einen gültigen Vertrag und ich gehe fix davon aus, dass Pierre nächstes Jahr bei der Scuderia AlphaTauri fahren wird", stellt Tost am Sky Mikrofon klar. Natürlich sei Gasly nach der Vertragsverlängerung von Perez und der damit verpassten Rückkehr zu Red Bull enttäuscht gewesen, erklärt Tost weiter. Doch "es ergeben sich immer wieder Möglichkeiten und die Qualitäten, die Pierre - auch in Monaco wieder - bewiesen hat, lassen mich glauben, dass sich für ihn eine goldene Zukunft in der Formel 1 ergibt."

AlphaTauri-Teamchef glaubt an Gasly-Verbleib & nimmt Team in die Pflicht

Im besten Fall in den kommenden Jahren sogar bei AlphaTauri. "Es liegt jetzt auch an uns. Wenn wir ihn ein richtig gutes Auto zur Verfügung stellen, dass er vorne mitfahren kann, dann hat er gar keinen Grund, irgendwann das Team zu wechseln."

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Die Gerüchte um das Interesse von Alpine, wo - Stand jetzt - nach der laufenden Saison das Cockpit von Fernando Alonso frei wird, und Mercedes, wo der Vertrag von Lewis Hamilton 2023 endet, lassen Tost kalt. Auf die Sky Nachfrage, ob er davon ausgeht, dass Gasly weiter für AlphaTauri fährt, antwortet er kurz und knapp: "Auf alle Fälle in der nahen Zukunft."

Die Vertragslaufzeiten der F1-Stars

Weltmeister Lando Norris fährt noch bis mindestens 2026 für McLaren.
Der Vertrag von Oscar Piastri beim Papaya-Team ist bis 2028 datiert.
Der Vertrag von George Russell bei Mercedes läuft Ende 2026 aus.
Auch Andrea Kimi Antonelli ist bei Mercedes bis 2026 Stammpilot.
Der vierfache Weltmeister Max Verstappen bleibt noch bis 2028 bei Red Bull.
Isack Hadjar ersetzt nach einem starken Rookie-Jahr bei den Racing Bulls Yuki Tsunoda und fährt 2026 im zweiten Red Bull.
Charles Leclerc hat bei Ferrari einen Kontrakt bis 2026.
Auch F1-Rekordweltmeister Lewis Hamilton bleibt der Scuderia 2026 erhalten.
Alexander Albon hatte im Mai 2024 einen neuen mehrjährigen Vertrag bis mindestens 2026 bei Williams unterschrieben.
Teamkollege Carlos Sainz geht 2026 in seine zweite Saison beim Traditionsrennstell.
Routinier Fernando Alonso könnte bei Aston Martin seine letzte F1-Saison fahren.
Auch Lance Stroll wird mindestens noch 2026 für Aston Martin an den Start gehen.
Liam Lawson fährt nach seiner Ausbootung bei Red Bull auch 2026 für die Racings Bulls.
Arvid Lindblad ist 2026 der einzige Rookie im Feld. Der Brite mit indisch-schwedischen Wurzeln fährt für die Racing Bulls.
Youngster Oliver Bearman geht bei Haas in sein zweites F1-Jahr.
Esteban Ocon hatte Alpine 2024 verlassen. Bei seinem neuen Arbeitgeber Haas hatte er einen Vertrag über mehrere Jahre unterzeichnet.
Nico Hülkenberg ist aktuell der einzige deutsche Pilot in der Formel 1. Zur Saison 2025 wechselte er von Haas zu Sauber und fährt dort beim neuen Audi-Werksteam auch 2026 mit Option auf 2027.
Bei Audi heißt sein Teamkollege auch weiterhin Gabriel Bortoleto.
Pierre Gasly hatte im Sommer 2025 seinen Vertrag bei Alpine verlängert und fährt nun bis mindestens 2028 für den französischen Rennstall.
Franco Colapinto hatte Jack Doohan nach nur sechs Rennen 2025 bei Alpine ersetzt. Alpine verlängerte seinen Vertrag für die Saison 2026.
Valtteri Bottas fährt ab 2026 für das Cadillac Formula 1 Team.
Sergio Perez fährt ab 2026 für das Cadillac Formula 1 Team.

Ricciardo kann eigene und McLarens Ansprüche nicht erfüllen

Eine weitere Personalie, die derzeit heißer diskutiert wird, ist Daniel Ricciardo. Der Australier in Diensten von McLaren fährt bislang eine durchwachsene Saison. Lediglich elf Punkte stehen für den 32-Jährigen nach sieben Rennen bislang zu Buche. Teamkollege Lando Norris bringt es hingegen bereits auf 48 Zähler und vergrößert die Lücke zwischen den beiden Piloten immer weiter.

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Die Enttäuschung beim Australier und beim Team ist dementsprechend groß. Dennoch ließ Teamchef Andreas Seidl am Sky Mikrofon kein kritisches Wort über die Zusammenarbeit fallen: "Die Formel 1 ist ein Teamsport und für mich spielt das keine Rolle, ob es Mechaniker*innen, Ingenieur*innen oder auch der Fahrer ist. Wichtig ist, dass wir eine Kultur im Team haben, wo wir intern Dinge ganz klar ansprechen, die wir verbessern müssen."

Seidl schützt Ricciardo und stellt klar: "Haben Vertrag für nächstes Jahr"

Und weiter: "Gleichzeitig ist auch ganz klar, dass es meine Aufgabe als Teamchef ist, das Team nach außen hin zu schützen. Ich habe in den letzten 20 Jahren nicht miterlebt, dass ein Fahrer schneller geworden ist, weil man ihn öffentlich kritisiert hat. So sehe ich das und so handhaben wir das auch bei uns."

Was eine Zukunft von Ricciardo über die Saison hinaus bei McLaren angeht, findet Seidl ebenfalls klare Worte: "Wir haben mit Daniel einen Vertrag für das nächste Jahr und deswegen bleiben wir alle ruhig, arbeiten hart weiter und versuchen diese Prozente jetzt zu finden, die ihm im Moment fehlen. Und dann freuen wir uns wieder auf bessere Ergebnisse mit ihm."

Sieben unbesetzte Cockpits für kommende Saison

Auch wenn die jeweiligen Teamchefs bei den Personalien Gasly und Ricciardo nun (erstmal) Klartext gesprochen haben, bliebt die Silly Season in den kommenden Wochen weiterhin auf Tour, denn nicht weniger als sieben Cockpits sind für die nächste Saison noch unbesetzt.

Image: Eine Übersicht über die Cockpit-Situation für die Saison 2023 - Stand: Juni 2022.

Lediglich bei den vier Spitzenteams Red Bull, Ferrari, Mercedes und McLaren sind beide Plätze fix. Bei allen anderen Teams ist mindestens ein Cockpit vakant.

Die Gerüchteküche wird in naher Zukunft also weiterhin zahlreiche Zutaten geliefert bekommen und so fleißig weiter köcheln ...

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