Ist Südafrika bald wieder ein Formel-1-Standort? Delegierte der FIA sollen am heutigen Dienstag, den 18. Juli 2022 vor Ort sein, um die Strecke in Kyalami zu begutachten. Neben den dortigen Bedingungen und der Zeit gibt es aber noch ein weiteres Problem. Wer bezahlt das Ganze?
Die FIA-Verantwortlichen Steve Nielsen, Craig Wilson und Richard Springett sollen aktuell laut RacingNews365.com vor Ort in Kyalami sein, um die Strecke zu begutachten. Diese entspricht aktuell lediglich Klasse-2-Standards. Notwendig für eine Klasse-1-Lizenz wäre eine erhebliche Verbesserung der Strecke.
Auslaufzonen, Hubschrauberlandeplatz und Platzmangel
Insgesamt 50.000 Quadratmeter müssten asphaltiert werden, um die höheren Standards zu erfüllen. Gemeint sind hierbei vor allem Auslaufzonen an den Kurven, die aktuell nur aus Kies bestehen.
Das ist aber noch nicht alles. Zusätzlich dazu müsste der Hubschrauberlandeplatz aus dem Fahrerlager nach außen verlegt werden. Eine Vorgabe der FIA, die in diesem Fall pikante Aufnahmen vermeiden möchte. Außerdem soll der Bereich hinter den Garagen nicht genug Platz für die Team-Hospitality bieten. Alle Probleme sind wohl behebbar, aber kostspielig.
Preis angeblich zwischen vier und sechs Mio. €
Laut Insiderquellen soll sich der Preis dafür zwischen vier und sechs Millionen Euro befinden, je nachdem wie viel letztendlich geändert werden muss. Der Preis sei laut der Quelle jedoch nicht das einzige Problem, denn die Zeit rennt davon. Eine Fertigstellung sei demnach für April angedacht.
Unklar ist außerdem, wer die Kosten für die Modernisierungsarbeiten tragen soll. Die südafrikanische Regierung will dafür nicht aufkommen und lehnt eine Beteiligung daran ab. Deswegen möchte Strecken-Eigentümer Toby Venter die Strecke dafür an einen Veranstalter vermieten.
Alles zur Formel 1 auf skysport.de:
- Alle News & Infos zur Formel 1
- Rennkalender & Ergebnisse zur Formel 1
- Fahrer & Teams der Formel 1
- WM-Stand in der Formel 1
- Videos zur Formel 1
- Liveticker zur Formel 1
Ex-Weltmeister mit vorläufiger Einigung über Ausrichtung
Als ein solcher ist die SA Grand Prix (Pty) Ltd im Gespräch. Diese ist unter der Leitung des Südafrikaners Warren Scheckter, dem Neffen von Jody Scheckter. Letzterer wurde mit Ferrari 1979 Weltmeister und besitzt als Vorsitzender eine vorläufige Einigung über eine GP-Ausrichtung mit der Formel 1. Jedoch besteht noch kein Vertrag mit Kyalami, wie Anton Roux, Vorsitzender der Motosport SA gegenüber südafrikanischen Medien bekanntgab:
"Alle Parteien sind sich zwar mündlich einig und bemühen sich um eine verbindliche Einigung, aber es wurden noch keine rechtsverbindlichen Verträge unterzeichnet. Wir hoffen, dass wir die Angelegenheit innerhalb der nächsten Wochen abschließen und anschließend eine Ankündigung machen können", erklärt Roux.
DHL als Veranstalter? Gefälschte Tickets bereits im Umlauf
"Leider gibt es eine Menge Fake News über die Veranstaltung", führt er fort. Laut diesen wurde schon ein fünfjähriger Vertrag mit F1-Logistikpartner DHL als Veranstalter abgeschlossen. Sogar gefälschte Tickets werden deshalb bereits in Südafrika verkauft. DHL-Sprecherin Megan Collinicos dementierte das bereits öffentlich und sprach lediglich von einem falschen Gerücht.
Zuletzt war Kyalami 1993 Schauplatz eines Formel-1-Grand-Prix, nachdem es bereits von 1967 bis 1993 Austragungsort war. Aktuell wird kein F1-Rennen auf dem afrikanischen Kontinent ausgerichtet. Die FIA-Rallye-WM und die Formel-E tragen jedoch bereits Rennen in Afrika aus.
Damit der F1-Kalender für 2023 während der Sommerpause fertiggestellt werden kann, müssen alle Vereinbarungen - einschließlich finanzieller Garantien - bis Ende Juli vorliegen. Die Verantwortlichen, die sich für eine Austragung in Kyalami starkmachen, haben also mächtig Zeitdruck.
Südafrika ist aber nicht der einzige Standort, der sich weiterhin Hoffnungen auf die Austragung eines F1-Rennens im Jahr 2023 macht. Belgien setzt alles daran, auch im kommenden Jahr ein Formel-1-Standort zu bleiben. Denn der Vertrag von Spa-Francorchamps, dem Großen Preis von Belgien, läuft nach dieser Saison aus und wurde bislang noch nicht verlängert.
Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.