Bundesliga News: Stamm-Keeper und Ersatz-Torhüter im Duell
Vom Ersatz-Keeper zur Nummer eins? Die Torwart-Duelle der Bundesliga
Von Patrick Steinle
Image:Fabian Bredlow überzeugte zuletzt im VfB-Tor.
Aus dem Hintergrund ins Rampenlicht: Das Leben eines Ersatz-Keepers ist nicht einfach. Eigentlich kommt er nie zum Einsatz, wenn aber doch, muss er sofort zur Stelle sein. So manche Nummer zwei könnte auch Stammkraft sein. Sky Sport zeigt die Duelle bei den Bundesligisten.
In seinem ersten Bundesligaspiel für den VfB Stuttgart überzeugte der eigentliche Ersatz-Keeper Fabian Bredlow auf ganzer Linie. Mit acht Paraden hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass der Aufsteiger gegen den FC Augsburg gewinnen konnte.
Im Sommer 2019 kam der gebürtige Berliner vom FC Nürnberg an den Neckar. Im selben Transferfenster lieh der VfB auch Gregor Kobel von der TSG Hoffenheim aus. Im Duell um den Platz zwischen den Pfosten setzte sich Kobel durch. Der Schweizer wurde vor dieser Saison fest verpflichtet und dank überzeugender Leistungen ist er die unangefochtene Nummer eins bei den Schwaben.
Ein Abgang des Stammtorhüters in Richtung Dortmund steht nun aber im Raum. Wie das Spiel gegen Augsburg zeigte, hat Stuttgart im Falle eines Abgangs bereits einen möglichen Nachfolger in den eigenen Reihen. Bredlow hat Bundesliga-Niveau. Für Nürnberg bestritt er in der Saison 2018/19 schon 13 Partien im deutschen Oberhaus.
Die Torhüter-Duelle der Bundesliga-Klubs ZUM DURCHKLICKEN:
Bayern München: Manuel Neuer ist die klare Nummer eins beim Rekordmeister. Alexander Nübel hatte sich mehr Einsätze erhofft.
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RB Leipzig: An Peter Gulacsi führt bei den roten Bullen kein Weg vorbei. Er hat die meisten Partien aller Bundesligisten ohne Gegentor. Weder Philipp Tschauner noch Josep Martinez können ihn verdrängen.
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VfL Wolfsburg: Koen Casteels ist der Stammkeeper bei den Wölfen. Oft führt er die Mannschaft als Kapitän auf das Feld. Einmal musste er wegen Knieproblemen passen, Pavao Pervan vertrat den Belgier.
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Borussia Dortmund: Zu Beginn der Saison stand Roman Bürki (l.) im Kasten des BVB. Doch als seine Formkurve immer weiter nach unten zeigte, übernahm Marwin Hitz die Rolle als Stammtorhüter.
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Eintracht Frankfurt: Bei der Eintracht gab es bislang noch keinen Torwart-Wechsel. Nationalspieler Kevin Trapp hütete in bislang allen Spielen den Kasten der Adlerträger. Der ausgeliehene Schalke-Keeper Markus Schubert kam noch nicht zum Zug.
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Bayer Leverkusen: Meistens ist Lukas Hradecky ein sicherer Rückhalt für die Werkself. Da er fünf Spiele wegen Achillessehnenproblemen aussetzen musste, kamen Lennart Grill und Niklas Lomb zu Einsätzen.
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Borussia Mönchengladbach: Wenn Yann Sommer nicht verletzt oder gesperrt ist, steht er im Gladbacher Kasten. Ansonsten ist auf Pokal-Torhüter Tobias Sippel Verlass.
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Union Berlin: Andreas Luthe stand 29 Mal im Kasten der Berliner. Mit Loris Karius hat das Team von Urs Fischer aber einen namhaften Ersatz. Durchsetzen konnte sich der ehemalige Liverpool-Spieler aber nicht.
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SC Freiburg: Mark Flekken sollte die Nummer eins beim SC werden. Da er sich verletzte, wurde kurzerhand Florian Müller von Mainz 05 ausgeliehen. Dort war er als Ersatz eigeplant, nun kommt er schon auf 31 Bundesliga-Partien in dieser Saison.
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VfB Stuttgart: Gregor Kobel ist klar die Nummer eins bei den Schwaben. Doch als der Schweizer gegen Augsburg nicht spielen konnte, war Fabian Bredlow zur Stelle und machte seine Sache gut. Ansonsten kommt er nur im DFB-Pokal zum Einsatz.
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TSG Hoffenheim: Oliver Baumann ist eine Instanz in Hoffenheim. Nur einmal musste er passen. Philipp Pentke ist die klare Nummer zwei.
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Mainz 05: Robin Zentner setzte sich während der Saison-Vorbereitung gegen Florian Müller durch. U21-Nationalkeeper Finn Dahmen kam ein Mal zum Einsatz. Mit seinem Potenzial macht er Druck auf Zentner.
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FC Augsburg: Niemand anderes als Rafal Gikiewicz stand für den FCA in dieser Saison zwischen den Pfosten. Es ist seine erste Saison bei Augsburg. Tomas Koubek kam 2019 als Nummer eins: Nach schwachen Leistungen bleibt ihm nur die Ersatz-Rolle.
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Hertha BSC: Vor dieser Spielzeit wechselte Alexander Schwolow in die Hauptstadt. Nicht immer ist er unangefochten. Routinier Rune Jarstein ersetze den Ex-Freiburger bereits acht Mal in der Bundesliga.
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Werder Bremen: Alle Hoffnungen liegen auf Jiri Pavlenka. Er ist der einzige Keeper im Kader der Bremer mit Bundesliga-Erfahrung.
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Arminia Bielefeld: Auf Stefan Ortega ist Verlass, er ist einer der besten Torhüter in dieser Spielzeit. Einen gleichwertigen Ersatz haben die Arminen nicht.
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FC Köln: Timo Horn (r.) spielt seit seiner Jugend beim Effzeh. Nicht einmal Weltmeister Ron-Robert Zieler kann ihn aus dem Kölner Tor verdrängen.
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Schalke 04: Ralf Fährmann (l.) hat bei Königsblau die meisten Spiele vorzuweisen (19), Frederik Rönnow (11 Einsätze) diente nur stellenweise als gleichwertiger Ersatz. Auch Michael Langer (r.) kam drei Mal zum Zug.
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Mainz stellt gleich zwei Stamm-Keeper in der Bundesliga
Doch nicht nur der VfB Stuttgart hat mehr als nur einen Torhüter mit Bundesliga-Format. Beim FSV Mainz 05 gab es vor der Saison einen Zweikampf um die Position im Tor. Robin Zentner setzte sich gegen Florian Müller durch. Der wechselte daraufhin per Leihe zum SC Freiburg, nachdem sich deren Stammkraft Mark Flekken verletzte.
Somit kommen beide Mainzer Keeper auf ihre Einsätze in der Bundesliga. Anders als Alexander Nübel, der beim FC Bayern noch ohne Liga-Einsatz bleibt. In der Vorsaison war er die Nummer eins beim FC Schalke 04. Dennoch entschied er sich frühzeitig für den Wechsel zum Rekordmeister. Er hatte sich mehr Einsatzzeiten erhofft.
Dortmund profitiert vom Torwart-Wechsel
Man sieht aber, dass mittlerweile viele Vereine mit zwei guten Torhütern ausgestattet sind. Bei Borussia Dortmund trägt der Wechsel des Personals Früchte. Roman Bürki ging als Nummer eins in die Saison, konnte aber nicht überzeugen. In 17 Spielen blieb er nur vier Mal ohne Gegentor. Marwin Hitz übernahm mitten in der Saison und hat mittlerweile sieben Zu-Null-Partien bei 16 Einsätzen vorzuweisen. Insgesamt musste Bürki fast doppelt so oft wie Hitz hinter sich greifen.
Ein zweiter Torhüter ist also längst nicht mehr nur Statist im Training. Wenn es darauf ankommt, muss er da sein. So kommt es auch, dass in dieser Spielzeit schon zwölf von 18 Teams mehr als einen Torwart eingesetzt haben. Ein Torwart-Wechsel ist nicht mehr ungewöhnlich. Zudem geben viele Vereine ihren Ersatz-Keepern Einsatzzeiten bei Pokalspielen. Auch das zeigt, dass sie auf ihr Personal vertrauen.