Zwei Tore in der Bundesliga gegen Leverkusen, zwei Treffer im DFB-Pokal in Stuttgart: Anthony Modeste ist für den 1. FC Köln Gold wert - auch wenn Steffen Baumgart den Matchwinner nach dem 2:0 "nicht herausheben" wollte. Der Lauf des Stürmers hängt auch mit dem Trainer zusammen.
Es war nicht der "Ballon d'Or" in seiner Hand, wie Anthony Modeste im Überschwang der Gefühle scherzte. Doch auch die Trophäe für den "Man of the Match" bewies: Der französische Stürmer ist für den 1. FC Köln Gold wert - wie Weltfußballer Robert Lewandowski für den FC Bayern.
"Es ist schön, wenn du so viel Selbstvertrauen hast", sagte der 33-Jährige grinsend, "ich genieße es".
Witzige Geste nach dem Führungstor
Und wie! Mit seinem ersten Ballkontakt nur 38 Sekunden nach seiner Einwechslung hatte Modeste den FC im Pokalspiel beim VfB Stuttgart mit einem anspruchsvollen Abstauber auf Achtelfinal-Kurs gebracht (72.). Danach deutete er lachend in Richtung Trainerbank an, dass er sofort wieder ausgewechselt werden könne - Job erledigt.
Mitnichten! Nur fünf Minuten später (77.) war sein nächster Doppelpack perfekt und Modeste mit seinem achten Saisontor zum 2:0 (0:0)-Endstand der Held des Abends.
Modeste und Baumgart - das passt
Wobei: "Wir müssen ihn nicht herausheben", meinte Steffen Baumgart, der Torjäger habe lediglich die starke Teamleistung "über die Ziellinie gebracht".
Der FC-Trainer weiß ganz genau, wie er den in der Vergangenheit mitunter divenhaften Angreifer zu nehmen hat. "Spaß habe ich auf jeden Fall", sagte Modeste, "wenn du so einen Trainer hast noch mehr". So konnte der Fanliebling sogar verschmerzen, dass er nur Joker war: "Das muss man akzeptieren, die anderen Jungs haben es auch gut gemacht."
Und so rang sich schließlich auch Baumgart zu einem Lob durch. Zwar profitiere Modeste davon, "dass wir weit vorne attackieren". Aber er arbeite auch viel, sei "körperlich wieder besser, seine Schnelligkeit kommt wieder, die Sicherheit". Oder, wie Mark Uth es umschrieb: "Tony macht momentan Tony-Sachen."
Träumen vom Pokal - Dortmund vor der Brust
Und so dürfen sie weiter träumen in Köln. Sogar vom ersten Pokalsieg seit 1983? "Ich möchte nach Berlin", betonte Baumgart: "Nicht, weil ich da wohne", sondern, um den Pott zu holen.
Am Sonntag (im Liveticker) erfahren die Kölner, mit wem sie es im Achtelfinale zu tun bekommen, vorher steht am Samstag das schwierige Bundesligaspiel in Dortmund (ab 15.30 Uhr live auf Sky) auf dem Programm. Vielleicht mit dem nächsten Doppelpack für Modeste?