CL-Held, DFB-Star und bald England-Schreck? Kai Havertz steht vor dem Giganten-Duell mit den Three Lions besonders im Blickpunkt und möchte sein außergewöhnliches Jahr mit einer starken EURO krönen. Der Youngster erwartet ein großes Spiel auf Augenhöhe, die englischen Medien sind gewarnt.
Premier-League-Legionär Kai Havertz zeigte sich vor dem EM-Achtelfinale im Londoner Wembley Stadium (Dienstag, ab 18 Uhr im Liveticker auf skysport.de) bestens gelaunt und voller Vorfreude. "Das wird für mich schon ein besonderes Spiel", sagte der Rekordtransfer des FC Chelsea und ergänzte: "Ich spiele mit drei von ihnen in einem Team zusammen, wohne dort und habe auch schon in Wembley auflaufen dürfen. Das wird mich Sicherheit ein sehr großes Spiel."
Havertz trumpft als Falsche Neun auf
Der 22-jährige Offensivstar hat sich im DFB-Team im Angriffstrio auf der "Falschen Neun" festgespielt. Auch gegen England wird er aller Voraussicht nach von Anfang an beginnen. "Ich spüre hier sehr viel Vertrauen. Ich versuche den Trainer mit guten Leistungen zu überzeugen, dass ich auf diesem Niveau spielen will und spielen kann", sagt Havertz.
Nach einer mäßigen Leistung gegen Frankreich folgte die Leistungsexplosion bei der 4:2-Gala gegen Portugal. Havertz erzwang den Ausgleich, traf selbst zum 3:1 und verdiente sich die Sky Note 1. Auch im entscheidenden Gruppenspiel beim 2:2 gegen Ungarn legte er einen wichtigen Treffer nach, traf aus kürzester Distanz zum zwischenzeitlichen Ausgleich.
"Von außen sind das wohl die einfachsten Tore, aber wenn du mal in einer solchen Situation steckst, denkst du dir nur - 'Fuck, ey'", erinnerte er sich zurück und weiter: "Sorry, aber gefühlt kannst du da nur alles falsch machen. Hätte ich ihn nicht gemacht, wäre ich wieder der Depp gewesen." Folglich sei der Youngster umso glücklicher gewesen, als der Ball am Ende die Linie überquert hat.
"England mit den weltbesten Spielern gespickt"
Letztendlich zählt nach drei schweren Spielen, dass Havertz und Co. die Todesgruppe F mit vier Punkten als Gruppenzweiter überstanden haben. Nun gilt es, gegen die Three Lions noch einmal eine Schippe draufzulegen. "Die Engländer sind gespickt mit den wahrscheinlich weltbesten Spielern. Sie haben zwar, wie wir ebenfalls noch Luft nach oben, kassierten aber auch noch kein Gegentor." Die Offensivpower des Starensembles um Topstürmer Harry Kane ist ebenfalls bekannt. "Wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen", warnt der 22-Jährige.
Mit Ben Chilwell, Reece James und Mason Mount tragen drei seiner Chelsea-Teamkollegen das Dress der englischen Nationalmannschaft. Zusammen feierten sie in der abgelaufenen Saison unter Trainer Thomas Tuchel und den DFB-Akteuren Timo Werner und Antonio Rüdiger den Champions-League-Titel. Außerdem kennt Havertz die Top-Stars der Three Lions aus den Duellen in der Premier League.
Insgesamt haben bereits zehn DFB-Kicker Erfahrungen in England gesammelt. Einen großen Vorteil darin sehe der 80-Millionen-Euro-Mann des FC Chelsea allerdings nicht.
Havertz möchte Verantwortung übernehmen
"Wir kennen halt die Liga und die Spielweise, die weicht nicht viel von der Nationalmannschaft ab. Wir können das Niveau und die Härte abschätzen. Das hilft schon ein bisschen", erklärt Havertz. Dennoch seien in der deutschen Mannschaft zahlreiche erfahrene Spieler dabei, die schon gegen die englischen Teams gespielt haben - zum Beispiel in der Champions League.
Vielmehr vertraut der gebürtige Aachener auf die Qualitäten des DFB-Teams. "Wir sind auch eine große Nation mit tollen Spielern. Wir sind heiß und fokussiert und gehen mit viel Selbstbewusstsein in das Spiel rein." Der Youngster erwarte folglich ein Spiel auf Augenhöhe, dem er seinen Stempel aufdrücken möchte.
Sollte es nach 120 Minuten zum Elfmeterschießen kommen, stünde der ehemalige Leverkusen-Profi als Elfmeterschütze bereit: "Auf jeden Fall würde ich einen schießen", sagte der 22-Jährige und zeigte sich selbstbewusst. "Wir gehen aber mit der Einstellung ins Spiel nach 90 Minuten gewinnen zu wollen."
Englands Angst vor dem Elfmeterschießen
Die Engländer wollen einem Elfmeterschießen dagegen unbedingt aus dem Weg gehen. "Sie machen sich selbst stark, haben aber glaube ich ein bisschen Angst", berichtet Sky Reporter Uli Köhler aus London und ergänzt. "Die Diskussionen gehen hier auch schon ums Elfmeterschießen. Davor haben sie die Hosen voll."
England- und Man-City-Star Phil Foden wurde zum Beispiel in einem BBC-Interview gefragt, ob er sich bei der Vorgeschichte einen Elfmeter zutraut. "Er sagte ja. Wenn er denn müsste. Da hat es aber schon in seinen Augen geflackert ", so Köhler.
Die Engländer legen den Finger wieder in die eigene Wunde. Doch nicht nur das Elfmeterschießen wird in London gefürchtet.
Vom CL-Helden zum England-Schreck?
Auch Havertz hat sich mit seinem Siegtreffer im Champions-League-Finale gegen Manchester City den Respekt der englischen Medien erarbeitet, wird auf der Insel schon jetzt als "England-Schreck" betitelt. Einen Namen, den sich der Chelsea-Star erst noch verdienen möchte: "Noch kann man davon nicht sprechen. Aber ich hoffe, dass ich das am Dienstag sein werde."
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