Im exklusiven Sky Sport Interview spricht der Leihspieler vom FC Arsenal auch über seine Anfänge im Fußball, sein Idol Cristiano Ronaldo sowie seine Zeit in London und beim FC Porto.
Sky Sport: Herr Vieira, erinnern Sie sich noch an den Moment, in dem Sie sich in den Ball verliebt haben?
Fabio Vieira: "Ja, absolut. Meine Eltern erzählen mir immer, dass sie mir schon mit etwa eineinhalb Jahren einen Ball gekauft haben. Von diesem Moment an war ich glücklich, sobald ich einen Ball bei mir hatte. Ich habe ständig mit ihm gespielt, mit meinen Eltern, zu Hause - ich habe immer nach dem Ball gesucht. So hat meine Liebe zum Fußball begonnen."
Sky Sport: Waren Sie von Anfang an Linksfuß?
Vieira: "Ja, von Beginn an."
Sky Sport: Gab es frühe Erfolgserlebnisse, an die Sie sich besonders erinnern?
Vieira: "Als Kind habe ich in Porto viele kleine Turniere gespielt. Mit sieben oder acht Jahren, fünf gegen fünf auf kleinen Plätzen - wir haben dort tolle Tore geschossen. Das sind Erinnerungen, die ich nie vergesse."
Sky Sport: Hatten Sie als Straßenfußballer ein Vorbild?
Vieira: "Ja, eigentlich zwei: Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Zwei komplett unterschiedliche Spielertypen, aber beide absolute Legenden. Cristiano kommt aus Portugal, deshalb habe ich ihn natürlich besonders verfolgt. Ich bin mit seinen Spielen in der Nationalmannschaft aufgewachsen."
Sky Sport: Sie haben Cristiano Ronaldo persönlich kennengelernt. Hat sich Ihr Bild von ihm verändert?
Vieira: "Nein, ganz im Gegenteil. Er ist ein sehr freundlicher Mensch, immer hilfsbereit gegenüber jungen Spielern. Er gibt Tipps, wie man professionell arbeitet und das Maximum aus sich herausholt. Er ist immer noch ein Idol für mich."
Sky Sport: Haben Sie noch Kontakt zu Freunden aus Ihrer Kindheit?
Vieira: "Ja, ich halte engen Kontakt zu meinen Freunden aus meiner Heimatstadt in Portugal. Sie führen ein normales Leben, manche spielen noch Fußball, aber nicht auf höchstem Niveau. Sie sind stolz auf meinen Weg - und ich bin stolz auf sie."
Sky Sport: Spüren Sie heute noch die Magie aus der Zeit des Straßenfußballs?
Vieira: "Fußball hat sich verändert, früher gab es vielleicht mehr Leichtigkeit. Aber wer lange Fußball spielt, muss ihn lieben. Ich liebe, was ich tue. Es ist mein Beruf, aber vor allem meine Leidenschaft."
Sky Sport: Sie kommen aus Mannschaften mit viel Ballbesitz wie Porto oder Arsenal. Jetzt spielen Sie im Abstiegskampf. War das eine große Umstellung?
Vieira: "Bei Porto oder Arsenal spielst du oft um Titel, hast viel Ballbesitz. Hier ist es etwas anders. Aber ich fühle mich sehr wohl, mag die Mannschaft und den Klub. Wir kämpfen gemeinsam für unsere Ziele."
Sky Sport: Der nächste Gegner ist der FC Bayern München. Wie geht man mental in so ein Spiel?
Vieira: "Das ist eine der besten Mannschaften der Welt, aber jedes Spiel muss erstmal gespielt werden. Man darf nie auf den Platz gehen, um nicht zu verlieren. Besonders zu Hause wissen wir, dass zusammen mit unseren Fans immer alles möglich sein kann. Es sind elf gegen elf - und wir werden um die Punkte kämpfen."
Sky Sport: Ist der Kader stark genug für den Klassenerhalt?
Vieira: "Ja, davon bin ich überzeugt. Wir haben Qualität und müssen von Spiel zu Spiel denken. Bayern ist die nächste Aufgabe, danach geht es weiter."
Sky Sport: Was hat Sie in Deutschland am meisten überrascht?
Vieira (lacht): "Die Kälte. Das habe ich so noch nie erlebt. Schnee, Minusgrade - das ist schon extrem. Aber man muss sich anpassen, das gehört zum Fußball und zum Leben dazu."
Sky Sport: Und sportlich - was zeichnet die Bundesliga aus?
Vieira: "Sie ist extrem wettbewerbsfähig. Viele Teams kämpfen um Europa oder gegen den Abstieg. Es gibt viele Tore, viele intensive Spiele. Das kommt meinem Spiel entgegen, weil es Räume gibt für Assists und Tore."
Sky Sport: Sie wurden zweimal vom Platz gestellt. Wie gehen Sie damit um?
Vieira: "Das gehört zum Fußball. Es war nicht meine Absicht. Wichtig ist, ruhig zu bleiben, weiterzuarbeiten und bereit zu sein, wenn man wieder spielen darf."
Sky Sport: Ihre Leihe endet im Sommer - wie sieht Ihre Zukunft aus?
Vieira: "Ich habe noch einen Vertrag bei Arsenal, aber aktuell bin ich voll auf den HSV fokussiert. Ich will hier mein Bestes geben - alles andere wird die Zukunft zeigen."
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