"Ganz wichtiger Tag": DFB-Frauen besuchen Gedenkstätte Yad Vashem

"Ganz wichtiger Tag": DFB-Frauen besuchen Gedenkstätte Yad Vashem

Image: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (l.) und die deutschen Fußball-Nationalspielerinnen besuchen die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

In Yad Vashem und Jerusalem gewinnen die DFB-Frauen nach ihrem mageren 1:0-Sieg in Israel wertvolle Erfahrungen weit weg vom Fußball.

Der Fußball rückte für die Frauen-Nationalmannschaft einige Stunden völlig in den Hintergrund. Der aufwühlende Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hinterließ tiefen Eindruck bei einer corona-bedingt kleinen Delegation, die anschließend noch mit dem gesamten Team Jerusalem erkundete.

"Es ist ein eindrücklicher, ganz wichtiger Tag", sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nach der zweistündigen Führung durch Yad Vashem am Freitag. Im Anschluss legte sie mit Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter Nationalmannschaften, einen Kranz am Gedenkstein von Janusz Korczak nieder, einem 1942 im Vernichtungslager Treblinka ermordeten Kinderarzt und Leiter eines Waisenhauses.

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Lattwein: "Man nimmt mit, wie grausam unsere Geschichte ist"

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Lena Lattwein, eine von fünf teilnehmenden Spielerinnen, versuchte, die eindringliche Auseinandersetzung mit der Ermordung von sechs Millionen Juden durch das NS-Regime in Worte zu fassen. "Man nimmt mit, wie grausam unsere Geschichte ist", sagte die Wolfsburgerin: "Das hat Gedanken ausgelöst, die man erst einmal verarbeiten muss. Ich bin sehr froh, hier gewesen zu sein."

Und nach diesen tief bewegenden Momenten erschien die anstehende Aufarbeitung des 1:0 (1:0) gegen Israel am Vorabend beinahe unbedeutend und dennoch unumgänglich für den sportlichen Auftrag. "Wir haben ein bisschen was anzuschauen für Dienstag", stellte Voss-Tecklenburg mit Blick auf das Rückspiel in Essen (16:05 Uhr/ARD) fest.

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Denn nach dem Siegtreffer durch Svenja Huth (18.) offenbarte der Rekordeuropameister, der bei der EM in England (6. bis 31. Juli 2022) wieder ein ernsthafter Titelanwärter sein möchte, einige Defizite gegen leidenschaftlich verteidigende Gastgeberinnen. Zu behäbig, konfus und harmlos war das deutsche Spiel.

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Gwinn feiert Comeback nach 13 Monaten

Voss-Tecklenburg führte die Trägheit auch auf mangelnde Frische der Leistungsträgerinnen zurück, die durch den neuen Champions-League-Modus mehr Spiele und Reisen in den Knochen haben. "Mich ärgert aber trotzdem, dass wir die Spielidee nicht ganz so umgesetzt haben", sagte die 53-Jährige.

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Das Comeback von Giulia Gwinn 13 Monate nach einem Kreuzbandriss war somit noch einer der wenigen Lichtblicke in Petach Tikwa. "Von der Leistung müssen wir eine Schippe drauflegen, da nehmen wir uns auf jeden Fall mehr vor", sagte der WM-Shootingstar von Bayern München.

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Voss-Tecklenburgs Appell: "Wir brauchen Zivilcourage"

Nach der Heimreise am Samstag gilt es, die Tabellenführung auf dem Weg zur WM 2023 in Australien und Neuseeland mit dem vierten Sieg im vierten Spiel auszubauen. Denn der schwierigste Gegner in Gruppe H kommt erst noch, wenn es vier Tage nach dem Heimspiel gegen die Türkei am 30. November in Faro gegen den Tabellenzweiten Portugal geht.

Im Hier und Jetzt aber kreisten die Gedanken um den gesellschaftlichen Auftrag, den die DFB-Auswahl in Israel wahrnehmen und mitnehmen wollte. "Wir dürfen Antisemitismus, Ausgrenzung, menschliches Fehlverhalten einfach nicht tolerieren", lautete Voss-Tecklenburgs Appell, "wir brauchen Zivilcourage."

SID

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