3.Liga: So spannend wird die Liga der großen Namen
Kaiserslautern und Braunschweig die Favoriten
Von Sky Sport
Die 3. Liga startet
Kaiserslautern, Braunschweig, Karlsruhe - die 3. Liga klingt in dieser Saison eher wie die 2. Bundesliga. Heute Abend fällt der Startschuss. Eintracht Braunschweig trifft um 19 Uhr auf den KSC.
Die elfte Saison seit Einführung der Spielklasse wird wahrscheinlich die attraktivste. Dafür sprechen allein die Namen der teilnehmendem Teams. Neben den drei Staffelfavoriten tummeln sich mit den Aufsteigern TSV 1860 München, FC Energie Cottbus und KFC Uerdingen sowie den etablierten Clubs FC Hansa Rostock, Fortuna Köln, Preußen Münster und SpVgg Unterhaching noch weitere sieben ehemalige Bundesligisten in der dritthöchsten deutschen Spielklasse.
Tatsächlich gab es noch nie so viel Tradition in dieser Liga. Noch vor einem Jahr wegen der Vielzahl der Klubs aus den östlichen Bundesländern als alte DDR-Oberliga abgestempelt, ist sie nach den Abgängen des 1. FC Magdeburg (Aufstieg), des Chemnitzer FC und des letzten Gründungsmitglieds FC Rot-Weiß Erfurt (beide Abstieg) nun wieder eher eine gesamtdeutsche Liga.
In Kaiserslautern gibt es einen kompletten Neuanfang. Nur fünf Spieler aus der vergangenen Spielzeit blieben auf dem Betzenberg. "In der 3. Liga geht es um Kampf und Leidenschaft. Wir müssen das gemeinsam als Truppe annehmen. Dann kann mit dem Potenzial in der Hinterhand hier richtig etwas entstehen" betonte Rückkehrer und Kapitän Florian Dick.
Auch Braunschweig musste einige Abgänge hinnehmen. Wie gut der neue Trainer Henrik Petersen es geschafft hat, 'Alte' und 'Neue' zusammenzuführen, wird gleich das Auftaktmatch gegen Karlsruhe zeigen.
Der KSC geht nahezu mit dem gleichen Team wie in der Vorsaison an den Start. "Diese Mannschaft ist eine Mannschaft, und sie hat Charakter. Wie sie in der Vorbereitung gearbeitet hat, macht mir ein gutes Gefühl für den Saisonstart, sagte KSC-Coach Alois Schwartz.
Markus Weinzierl (43), letzer Verein: Schalke 04: Regensburg und Augsburg waren seine Stationen bevor er im Sommer 2016 bei S04 anheuerte. Nur ein Jahr später war bei den Knappen aber schon wieder Schluss.
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Hannes Wolf (37), VfB Stuttgart: Wolf führte die Schwaben in seiner ersten Profisaison zurück in die Bundesliga. In der abgelaufenen Spielzeit wurde er aber durch Tayfun Korkut abgelöst.
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Bernd Hollerbach (47), Hamburger SV: In sieben Spielen beim HSV gab es nur drei Remis. Nach einer 0:6 Niederlage gegen die Bayern war das Intermezzo beendet. Der HSV stieg ab, Hollerbach wartet noch auf ein neues Jobangebot.
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Markus Gisdol (48), Hamburger SV: Ein weiterer ehemaliger HSV-Trainer. Vor seinem Engagement in Hamburg trainierte Gisdol zweieinhalb Jahre lang die TSG Hoffenheim. Der FC Schalke war seine erste Profistation, dort war er Co-Trainer.
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Andre Schubert (47), Borussia Mönchengladbach: Schubert beerbte Lucien Favre bei den Fohlen und führte diese wieder in die Champions League. Nach 51 Spielen war im Winter 2016 aber Schluss.
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Alexander Nouri (38), Werder Bremen: Als Nachfolger von Viktor Skripnik schaffte es Nouri vom Interims- zum Cheftrainer. Nach dem zehnten Spieltag der abgelaufenen Saison musste er seinen Stuhl aber für seinen bisherigen Co Florian Kohfeldt räumen.
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Felix Magath (64), SD Luneng: Der "Schleifer" war in Deutschland bei zahlreichen Klubs, in verschiedenen Funktionen tätig. Nach dem FC Fulham in England übernahm er 2016 SD Luneng in China, war aber nur knapp 18 Monate im Amt.
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Torsten Lieberknecht (44), Eintracht Braunschweig: Zehn Jahre stand Lieberknecht für die Löwen an der Seitenlinie. Führte sie von Liga drei in Liga eins und leider auch wieder zurück. Nach dem Abstieg letzte Saison musste er seinen Hut nehmen.
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Jens Keller (47), Union Berlin: Über Stuttgart und Schalke ging es nach Berlin zu Union. Bei den Eisernen war der Stuttgarter recht erfolgreich, wurde aber trotzdem am 4.12.2017 entlassen. Zu diesem Zeitpunkt stand er mit seinem Team auf Platz vier.
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Mike Büskens (50), Rapid Wien: Das Schalker Urgestein war schon bei Fürth, Düsseldorf und Wien der Chef. Zuletzt war er bis April 2016 als Berater bei Schalke 04 tätig.
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Mehmet Scholl (47), Bayern II: Bisher war der ehemalige Freistoßspezialist nur für die Bayern-Jugend und die U23 verantwortlich. Seine Zeit für die "kleinen" Bayern endete 2013 mit seinem Rücktritt.
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Maik Walpurgis (44), FC Ingolstadt: Übernahm die "Schanzer" während der Saison 2016/17 und konnte den Abstieg trotz positiver Entwicklung nicht mehr verhindern. Der Klub ging mit ihm in Liga zwei - dann war aber bereits nach drei Spieltagen Schluss.
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Torsten Frings (41), SV Darmstadt: In der Winterpause 16/17 übernahm Frings die Lillien. Fast genau ein Jahr und 36 Spiele später wurde er entlassen. Davor war er unter Viktor Skripnik Co-Trainer beim SV Werder Bremen.
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Mirko Slomka (50), Karlsruher SC: Schalke, Hannover, HSV und Karlsruhe waren die Stationen Slomkas. Einst trainierte er die Knappen in der CL. 2017 konnte er den Abstieg des KSC in die dritte Liga aber nicht im Ansatz verhindern. Seitdem arbeitslos.
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Stefan Effenberg (49), SC Paderborn: Paderborn war die erste und bisher einzige Trainerstation des "Tigers". Brachte es in 15 Spielen auf einen Punkteschnitt von gerade einmal 0,80.
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Christian Ziege (46), Ratchaburi FC: Nachdem Ziege lange für den DFB im U-Bereich tätig war, übernahm er für 51 Spiele Atletico Baleares in Spanien. Danach wurde es noch exotischer: Für zwei Spiele war er Cheftrainer des Ratchaburi FC in Thailand.
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Oliver Reck (53), Kickers Offenbach: Reck war vor allem in der zweiten Liga aktiv. Duisburg und Düsseldorf waren dort seine Stationen, in der Saison 05/06 saß er interimsweise für ein Spiel als Cheftrainer von Schalke 04 auf der Bank.
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Der spektakulärste Transfercoup gelang dem KFC Uerdingen, der Kevin Großkreutz verpflichtete. Er soll dem Aufsteiger mit seiner Erfahrung die notwendige Sicherheit im Kampf gegen den Abstieg geben. Nach der Saison müssen gleich vier Teams den Gang in die Regionalligen antreten. Nicht unbedingt zu den Kandidaten gehören die Aufsteiger Cottbus und 1860 München, die sich ordentlich verstärkten. Eher könnte es für die Teams wie den FC Carl Zeiss Jena, Sportfreunde Lotte, FSV Zwickau oder SG Sonnenhof Großaspach eng werden.
3. Liga für die Fans
Egal wie es sportlich ausgeht, die Fans dürften die Gewinner der neuen, großen Traditions-Liga sein. Der Zuschauerrekord aus der Saison 2015/2016, als 2 687 035 Besucher gezählt wurden, dürfte wackeln - auch wenn es in dieser Saison auch in der 3. Liga Montagsspiele geben wird. Dafür gibt es für die Vereine mehr Fernsehgeld. Für das Lautern-Spiel gegen 1860 München wurden schon mehr als 34.000 Tickets verkauft. Gerechnet wird auf dem Betzenberg mit bis zu 40.000 Fans.