Für Sadio Mane war es sicherlich der denkwürdigste Wutanfall seiner Karriere.
Der Superstar des Senegal faltete seine Mitspieler in der Kabine gehörig zusammen, schickte sie zurück in die feindliche Final-Atmosphäre des Afrika Cups und wurde zum Helden einer einmaligen Nacht. "Ich habe getan, was ich tun musste", sagte der frühere Bayern-Star - als wäre es das Normalste der Welt.
Doch in diesem Finale von Rabat, das der Senegal 1:0 nach Verlängerung gegen Marokko gewann, war letztlich wenig normal. Es stand kurz vor dem Abbruch. Nachdem der Schiedsrichter in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit erst ein wenig zweifelhaftes Tor für den Senegal nicht gegeben hatte, wenig später aber einen durchaus zu hinterfragenden Elfmeter für die Gastgeber pfiff, reichte es Pape Thiaw. Senegals Trainer zitierte seine Mannschaft aus Protest in die Kabine.
"Wenn Sadio redet, hört jeder zu"
Nur wenige Spieler um Sadio Mane blieben auf dem Platz. Der Kapitän holte sich den Rat von Trainer-Legende Claude Le Roy, lief dann in die Kabine. "Er kam rein und schrie. Schrie uns an, auf den Platz zu gehen und das Spiel zu beenden", berichtete Mittelfeldspieler Lamine Camara. "Wenn Sadio redet, hört jeder zu. Wir haben auf ihn gehört und es lief gut für uns."
Nach dem Finale stand Mané erneut im Mittelpunkt. Der 33-Jährige kündigte an, seine Länderspielkarriere nach der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko zu beenden. "Wenn man Sadio Mane heißt, gehört diese Entscheidung nicht mehr nur ihm. Da steht ein Volk hinter ihm, das ihn gerne weitermachen sehen würde. Ich denke, diese Entscheidung hat er im Affekt getroffen. Das Land ist nicht einverstanden", sagte Nationaltrainer Pape Thiaw.
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