Transfer News: Die Bilanz der 100-Millionen-Euro-Deals um Dembele, Coutinho & Co.

Der 100-Millionen-Fluch der Top-Transfers

Von Sky Sport

Image: Joao Felix (r.) und Eden Hazard (l.) konnten ihre hohe Ablöse nicht rechtfertigen.

Weltweit haben zwölf Superstars die Ablöse-Schallmauer von 100 Millionen Euro durchbrochen. Transfers in dreistelliger Millionenhöhe garantieren aber keinen sportlichen Erfolg - im Gegenteil. Sky Sport blickt auf die wenig befriedigende Bilanz der zwölf Top-Transfers.

20 Jahre war Ousmane Dembele alt, als er beim FC Barcelona voller Glanz und Gloria als Nachfolger des zu PSG abgewanderten Neymar vorgestellt wurde. Die Erwartungen des Vereins, der Fans und der Öffentlichkeit an den Youngster waren immens, schließlich zahlten die Katalanen so viel wie noch nie zuvor für einen Spieler: 105 Millionen Euro. Eine gewaltige Summe, die im Laufe der vergangenen Jahre aufgrund vereinbarter Bonuszahlungen mit dem BVB sogar auf 140 Millionen Euro angestiegen ist.

Damit ist Dembele bis dato der drittteuerste Spieler der Welt, doch fußballerisch lieferte er seit seinem Debüt im September 2017 meist nur Durchschnitt - wie so viele Akteure im elitären Klub der 100-Millionen-Euro-Deals.

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GARETH BALE (2013 für 101 Mio. € zu Real): Die Bilanz ist zwiegespalten. Der Torjäger war bis 2018 ein wichtiger Bestandteil und hatte mit seinen Finaltoren großen Anteil an den vier CL-Siegen (2014, 2016-2018). Fan-Liebling ist er dennoch nicht.
Der passionierte Golfspieler fiel häufig mit Verletzungen aus und zog sich mit zahlreichen Provokationen (Einschlafen auf der Bank) den Unmut zu. War 2020/21 an Tottenham ausgeliehen und wird Real im Sommer nach neun Jahren ablösefrei verlassen.
PAUL POGBA (2016 für 105 Mio. € zu Man United): Als Leader sollte er das Mittelfeld der Red Devils prägen, doch teils langwierige Muskelverletzungen stoppten den Franzosen immer wieder, weshalb er sein Potenzial nie konstant zeigen konnte.
Holte mit United zwar drei Titel, doch der erhoffte Gewinn der Meisterschaft war stets in weiter Ferne. Wird Manchester im Sommer mit hoher Wahrscheinlichkeit ablösefrei verlassen.
EDEN HAZARD (2019 für 115 Mio. € für Real): Der Belgier ist nicht nur der Rekordtransfer der Königlichen, sondern auch das teuerste Missverständnis. Kurios: Er verpasst durch Verletzungen und Krankheiten mehr Spiele (60) ...
... als er im Real-Dress bestreitet (59). Eine mehr als ernüchternde Bilanz, weswegen Hazard trotz eines Vertrags bis 2024 den Verein nach Möglichkeit im Winter, spätestens dann aber im Sommer verlassen soll.
ROMELU LUKAKU (2021 für 115 Mio. € zu Chelsea): Die Rückkehr des Sturmtanks an die Stamford Bridge begann mit einem Tor bei seinem Debüt traumhaft, doch mittlerweile gibt es schon wieder ernste Risse in der Beziehung.
Der Torjäger sorgte in einem Interview mit Kritik an Trainer Thomas Tuchel für Aufsehen und wurde für ein Spiel suspendiert. Ob es eine Zukunft über den Sommer hinaus gibt, ist plötzlich mehr als fraglich.
CRISTIANO RONALDO (2018 für 117 Mio. € zu Juve): Der mehrmalige Weltfußballer macht auch im Dress der Alten Dame zuverlässig seine Tore, in 134 Spielen netzt er 101 Mal ein. Ein großer Makel bleibt allerdings, denn ...
... ausgerechnet in seinem Lieblingswettbewerb, der Champions League, kommt er mit Juve nie über das Viertelfinale hinaus. Insgesamt holt er mit den Turinern fünf Titel (darunter zwei Meisterschaften) und wird ein Mal Torschützenkönig.
JACK GREALISH (2021 für 117,5 Mio. € zu Man City): Auch wenn er nichts hören und sehen will - mit diesen Fakten muss sich Grealish nun auseinandersetzen. Der teuerste Transfer der PL-Historie ist bislang als Underperformer unterwegs.
Der englische Nationalspieler war in 22 Pflichtspielen bislang nur an sechs Toren beteiligt (jeweils drei Treffer und Vorlagen). Doch auch einem 117-Millionen-Euro-Mann sollte man Geduld zugestehen ...
ANTOINE GRIEZMANN (2019 für 120 Mio. € zu Barca): Der Weltmeister von 2018 steht sinnbildlich für die in dieser Zeit konfuse Personalpolitik der Katalanen. Der Franzose passte mit seinem Spielstil gar nicht zu Barca und ...
... wurde auch nie vollständig innerhalb der Mannschaft integriert. Nach zwei eher quälenden Jahren mit 35 Toren in 102 Spielen wurde er im vergangenen Sommer an seinen Ex-Klub Atletico ausgeliehen.
JOAO FELIX (2019 für 127,5 Mio. € zu Atletico): Ein Supertalent im Sink- statt im Höhenflug: Der inzwischen 22-jährige Angreifer wurde bereits mit CR7 verglichen, doch die Bürde der immensen Ablöse ist ihm anzumerken.
Zudem hat er Probleme, den gewohnt kampfbetonten und zumeist defensivorientierten Spielstil von Trainer Diego Simeone zu adaptieren. Zuletzt meistens nur noch als Joker gefragt. In 95 Spielen erzielte er insgesamt 22 Tore.
PHILIPPE COUTINHO (2018 für 135 Mio. € zu Barca): Der ''kleine Magier'' sollte Zauber versprühen, doch im Barca-Dress entpuppte er sich als Mogelpackung. Gebremst durch häufige Verletzungen fand er nie seinen Rhythmus und Selbstvertrauen.
Auch die Ausleihe zum FC Bayern 2020/21 und der Gewinn des Triples schafften keine Abhilfe. Nach 106 Spielen (25 Tore und 14 Vorlagen) wurde der Brasilianer im Winter samt Kaufoption nun an Aston Villa verliehen. Es droht ein weiteres Minusgeschäft.
OUSMANE DEMBELE (2017 für 140 Mio. € zu Barca): Der Klub hatte große Pläne mit dem Ex-BVB-Star, der den abgewanderte Neymar ersetzen und zum Weltstar aufsteigen sollte. Dieses Unterfangen ist krachend gescheitert. Neben etlichen Verletzungen ...
... fällt Dembele mit Eskapaden und Disziplinlosigkeiten auf, der 24-Jährige schöpft sein Potenzial nicht ansatzweise aus. Nach viereinhalb enttäuschenden Jahren ist seine Zeit bei den Katalanen beendet. Noch im Winter soll er den Verein verlassen.
KYLIAN MBAPPE (2018 für 145 Mio. € zu PSG): Die Pariser haben den pfeilschnellen Angreifer zum Aushängeschild des Vereins und Weltstar aufgebaut. Seine Bilanz mit 227 Torbeteiligungen (151 Tore, 76 Vorlagen) in 198 Pflichtspielen ist sagenhaft.
Der Weltmeister von 2018 ist allerdings nicht immer einfach zu händeln und konnte PSG auch noch nicht zum lang ersehnten Triumph in der Champions League führen. Im Sommer wird er wahrscheinlich den Verein verlassen und ablösefrei zu Real wechseln.
NEYMAR (2017 für 222 Mio. € PSG): Der extrovertierte Brasilianer wollte mit seinem Rekordwechsel aus dem Schatten von Messi treten, Weltfußballer werden und mit PSG den Henkelpott holen. Das ist ihm ...
... trotz einer ordentlichen Ausbeute mit 90 Toren und 55 Vorlagen in 190 Pflichtspielen nicht gelungen. Dafür war er auch zu häufig verletzt. Insgesamt verpasste er wegen Blessuren bereits 102 Partien in seiner Zeit bei den Franzosen.

Seit Gareth Bale 2013 als erster Spieler der Welt die Schallmauer von 100 Millionen Euro durchbrach, folgten anschließend noch elf weitere Akteure, für die ein dreistelliger Millionen-Betrag gezahlt wurde. Für die meisten Stars waren die Transfers im Nachhinein jedoch mehr Fluch als Segen.

Grealish und die Last des Preisschildes

"Ein Preisschild von 100 Millionen Pfund bedeutet, dass die Leute fragen, ob man das Geld wert ist, wenn man eine Durststrecke durchmacht - wo sind seine Tore, wo seine Vorlagen?", offenbarte zuletzt auch Jack Grealish in einem Sky Interview.

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Citys Rekordmann hat seit seiner Ankunft mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen und reiht sich damit nahtlos in die Serie seiner namhaften Vorgänger ein.

*Quelle der Ablösesummen: transfermarkt.de

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