Endspurt auf dem Transfermarkt. Am Montag endet das Winter-Transferfenster. Wo haben die Top-Teams und die Krisenklubs der Bundesliga noch Handlungsbedarf? Wo könnten noch Spieler den Verein verlassen? Sky blickt auf die Top vier der Tabelle und auf die Krisenklubs der Liga.
Seit dem 1. Januar dürfen die Klubs auf dem Transfermarkt aktiv werden. Die nächsten drei Tage sind die letzte Chance, um Ausschau nach Verstärkungen zu halten. Am Montag um 18 Uhr fällt der Hammer - dann heißt es "rien ne va plus" - nichts gilt mehr - für alle Bundesliga-Manager.
FC Bayern (1. Platz)
Beim Branchenprimus waren sich die sportlich Verantwortlichen um Sportvorstand Hasan Salihamidzic früh einig, dass auf der Zugangsseite in diesem Winter keine neuen Gesichter an der Säbener Straße zu erwarten sind. "Wir sind sehr, sehr gut besetzt. Wir haben eine gute Truppe, die steht. Da wird nichts passieren", betonte Salihamidzic gegenüber DAZN vor einer Woche.
Auch auf der Linksverteidigerposition wird bei den Roten nichts mehr passieren. Dort fehlt Stammkraft Alphonso Davies aufgrund einer Herzmuskelentzündung noch einige Wochen, allerdings sieht Salihamidzic deshalb keinen Grund, auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Man sei "gut besetzt. Wir haben Lucas Hernandez, wir haben Omar Richards". Aufgrund der guten Alternativen bekomme Davies deshalb "so viel Zeit, wie es geht."
Einzig Michaël Cuisance hat der FC Bayern abgegeben. Der FC Venedig erhofft sich eine Verstärkung für das Mittelfeld im Kampf um den Klassenerhalt in der Serie A.
Borussia Dortmund (2. Platz)
Ähnlich zurückhaltend wie die Münchner agierte Borussia Dortmund bis dato. "Der Winter ist nicht unser Transferfenster", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Lizenzspielerchef Sebastian Kehl stellte bereits Anfang des Jahres klar: "Wir werden nicht mit aller Macht versuchen noch Transfers umzusetzen. Ich glaube fest daran, dass wir noch nicht die Möglichkeit hatten, mit voller Besetzung zu zeigen, was dieser Kader noch in sich trägt."
Auf der Abgangsseite wird ein großer Name gehandelt: Roman Bürki. Der einstige Stammtorhüter darf den Verein verlassen. Der Wechsel zu Galatasaray kommt wohl jedoch nicht zustande. Ob es kurz vor Schließung des Transferfensters nochmal eine Wendung gibt?
Bayer Leverkusen (3. Platz)
"Wenn kein Spieler im Winter weg will, weil er zu wenig Einsatzzeit hat, werden wir nicht aktiv", sagte Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes. Nach Panagiotis Retsos (zu Hellas Verona) hat sich jedoch kurz vor Transferschluss ein weiterer Spieler für eine neue sportliche Herausforderung entschieden: Nadiem Amiri. Den Nationalspieler zieht es zum CFC Genua. Der italienische Erstligist verpflichtete den 25-jährigen Mittelfeldspieler auf Leihbasis bis zum Ende der laufenden Saison.
Als Ersatz hatte sich die Werks-Elf einen Hochkaräter vorgestellt: Tanguy Ndombele. Nach Sky Infos hatte sich Leverkusen nach dem 25-Jährigen von Tottenham Hotspur erkundigt. Doch der Franzose steht in Verhandlungen mit Paris St. Germain. Der Spieler selbst konnte sich einen Wechsel an den Rhein zudem nicht wirklich vorstellen.
Wahrscheinlicher ist ein Wechsel von Junior Dina Ebimbe. Der 21-Jährige steht bei PSG noch bis 2023 unter Vertrag. "Die Spur ist extrem heiß", sagt Sky Transfer-Experte Marc Behrenbeck.
Union Berlin (4. Platz)
Eine äußerst erfolgreiche Saison spielt Union Berlin. Die Eisernen grüßen von einem Champions-League-Platz! Es gibt daher kaum Gründe nachzubessern. Für das offensive Mittelfeld haben die Berliner dennoch eine Verstärkung an die Spree locken können. Andras Schäfer kommt vom slowakischen Erstligisten DAC Dunajska Streda an die Alte Försterei. Der 22-Jährige war 2021 Ungarns Spieler des Jahres.
Für mehr Stabilität in der Defensive soll Dominique Heintz sorgen. Der 28-Jährige kommt vom SC Freiburg und versucht in Berlin einen Neustart. Mit der Verpflichtung reagiert Union auf den Abgang von Marvin Friedrich zu Mönchengladbach. Die Transferaktivitäten scheinen damit abgeschlossen zu sein.
Borussia Mönchengladbach (12. Platz)
Bei der Fohlen-Elf bestimmten vor allem die emotionalen Abschiedsworte von Sportdirektor Max Eberl die Schlagzeilen. Aber auch auf dem grünen Rasen kann es noch zu Veränderungen kommen. Matthias Ginter und Denis Zakaria werden Gladbach im Sommer definitiv verlassen. Nach Informationen von Sky mischt auch der FC Bayern im Poker um beide Spieler voll mit. Aber der FCB hat sie eher für den Sommer vorgesehen.
Juventus Turin will Zakaria angeblich noch vor Transfer-Schluss in die Serie A locken und soll bereit sein, eine Ablösesumme zu zahlen - doch Mönchengladbach soll das erste Angebot abgelehnt haben. Aber ob Zakaria noch kurzfristig geht oder nicht, die Borussen brauchen einen Abräumer auf der Sechs. Hier könnte sich noch etwas tun...
Hertha BSC (13. Platz)
Unions Lokalrivale hat deutlich mehr "Baustellen" im Kader. Hertha-Manager Fredi Bobic hat daher den südkoreanischen Nationalspieler Dongjun Lee von Ulsan Hyundai aus der K League 1 in die Bundesliga gelockt. Der 24-Jährige kann auf beiden Außenbahnen eingesetzt werden. Bobic sucht nach dem Abgang von Krzysztof Piatek (AC Florenz, Leihe) zudem händeringend nach weiteren Offensiv-Optionen. Der heiß gehandelte Freiburger Ermedin Demirovic wird es aber nach Sky Informationen nicht sein.
Dennoch bräuchte die Hertha einen Flügelspieler, der dribbelstark und abschlussstark ist sowie für mehr Variabilität sorgt. Auch auf der Spielmacherposition hakt es in Berlin. Matheus Cunha (Atletico Madrid) konnte die Alte Dame seit seinem Weggang im Sommer 2021 nicht adäquat ersetzen.
In der Defensive ruhen die neuen Hoffnungen bei Trainer Tayfun Korkut auf Fredrik Andre Björkan (FK Bodö/Glimt) und Marc Oliver Kempf (VfB Stuttgart). Der Norweger soll die linke Seite der Berliner schneller und wuchtiger machen. Mit Frankfurts Danny da Costa haben die Berliner angeblich einen weiteren Abwehrspieler im Visier.
Jordan Torunarigha hingegen verlässt Hertha BSC bis zum Sommer. Der 24 Jahre alte Verteidiger wechselt mit sofortiger Wirkung auf Leihbasis zum belgischen Erstligisten KAA Gent.
VfL Wolfsburg (15. Platz)
Auch im Norden ist Feuer unter dem Dach. Arthur Cabral (23) scheint Hoch im Kurs zu stehen. Der wuchtige Angreifer des FC Basel könnte die Offensive verstärken.
Wirbel gibt es seit Wochen um Stürmerstar Wout Weghorst. Der Niederländer kolportierte mit einem Abschied. Die Personalie könnte auch in der Zukunft für Unruhe innerhalb der Mannschaft sorgen.
In der Innenverteidigung sucht der VfL wohl noch einen zentralen Spieler um John Anthony Brooks und Maxence Lacroix herum. Im System von Trainer Florian Kohfeldt fehlt ein Abwehrspieler mit Stärken im Spielaufbau.
VfB Stuttgart (17. Platz)
Die Schwaben haben deutliche Mängel im Spielaufbau und im kreieren von Torchancen. Der VfB benötigt einen Spielmacher auf der Halbposition, der hinter Sasa Kalajdzic agiert. Sportdirektor Sven Mislintat sagte am Sky Mikro zu möglichen Transferaktivitäten: "Es geht darum überhaupt etwas zu finden, in einem limitierten Budget."
Schwung auf der Abgangsseite könnte nochmal bei der Personalie Borna Sosa kommen. Nach Sky Informationen steht der 24-Jährige weiter auf den Wunschzetteln zahlreicher Top-Klubs wie Inter Mailand und dem FC Chelsea. Der VfB fordert allerdings eine horrende Ablösesumme. Nach Sky Infos fordert der VfB deshalb derzeit rund 30 Millionen Euro Ablöse für den bis Sommer 2025 gebundenen Sosa. Zuletzt zeigte vor allem Aston Villa großes Interesse am kroatischen Nationalspieler.
Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de
Alles zur Bundesliga auf skysport.de:
Alle News & Infos zur Bundesliga
Spielplan zur Bundesliga
Ergebnisse zur Bundesliga
Tabelle zur Bundesliga
Videos zur Bundesliga
Liveticker zur Bundesliga
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.