Wie steht es um Werder? Sky Sport gibt einen Überblick zur Finanzlage in Bremen.
Insolvenzrisiko
Aktuell besteht ein erhöhtes Insolvenzrisiko für Werder Bremen. Durch die Pandemie haben die Hanseaten 35 bis 40 Millionen Euro verloren. Die fehlenden Einnahmen bei einem ausverkauften Heimspiel sind allein auf eins bis 1,3 Millionen Euro zu beziffern. Ein Kredit und die Fan-Anleihe sollen sicherstellen, dass Werder in der nächsten Saison genügend Liquidität haben wird, um Rechnungen, Gehälter etc. zahlen zu können. Das gilt sowohl für die Bundesliga als auch für die 2. Bundesliga.
Tendenz: Der SVW wird die Insolvenz umgehen, dabei aber (sportlich) noch schwächer aufgestellt sein.
Lizenz
Bremen hat die Lizenz ist bisher nur unter Auflagen erhalten. Bis zum 15. September muss das negative Eigenkapital auf eine bestimmte Summe gedrückt sein, ansonsten drohen sechs Punkte Abzug oder gar der Lizenzentzug. Die Liquidität werde laut der Bremer-Verantwortlichen im September vorhanden sein - dafür sollen ein Bank-Kredit über 20 Millionen Euro und die Fan-Anleihe sorgen. Besteht diese Liquidität im September, droht auch kein Punktabzug
Tendenz: Werder wird die Auflagen erfüllen und für beide Ligen die Lizenz erhalten.
Anleihe
Die Bremer haben bereits einen Corona-Kredit beantragt und zugesagt bekommen. Nun soll eine Mittelstands- und Fananleihe das wirtschaftliche Überleben sichern. Bei den institutionellen Investoren haben die Hanseaten bereits einen zweistelligen Millionenbetrag eingenommen. Insgesamt beträgt das Emissionsvolumen bis zu 30 Millionen Euro.
Tendenz: Werder wird durch die Anleihe (ihrer Fans) über 20 Millionen Euro einnehmen und damit das fortlaufende Geschäft sichern.
Transfers
Bleibt der deutsche Meister von 2004 in der Bundesliga, greift die Kaufpflicht für Davie Selke. 12,5 Millionen Euro gehen dann nach Berlin zu Hertha BSC. Damit bliebe Werder kein Spielraum mehr, um weitere Spieler zu verpflichten. Zudem droht Bremen der Ausverkauf: Spieler wie Milot Rashica, Ludwig Augustinsson oder Maximilian Eggestein müssen verkauft werden - im Zweifel auch unter dem Marktwert. Werder wird seine Gehälter auf Zweitliga-Niveau runterschrauben müssen. Geschäftsführer Sport Frank Baumann meinte dazu passenderweise zur aktuellen Spielzeit auf einer Presserunde: "Wir müssen die Saison eher ein sportliches Risiko eingehen und können definitiv nicht mehr wirtschaftliches Risiko eingehen."
Tendenz: Werder wird ohne Ausnahme jeden Spieler verkaufen müssen, der ein Angebot vorliegen hat.
Kernfragen
- Was passiert, wenn die Liquidität nicht sichergestellt werden kann?
- Wie hart können die Konsequenzen sein (Zwangsabstieg - in welche Liga)?
- Was passiert mit der Fan-Anleihe, wenn diese nicht zurückbezahlt werden kann?
- Wie stark wird der Sparkurs auf die Gehälter Einfluss nehmen?
- Welchen Unterschied würde ein Abstieg auf die im September geforderte Liquidität haben?
- Welche Kosten kommen bei einem Kredit dieser Art auf den Verein zu?