Kommentar zum deutschen WM-Aus gegen Paraguay: Nagelsmann fehlen die Argumente
Raus im Sechzehntelfinale. Gegen Paraguay. Zwar besser als 2018. Und 2022. Aber immer noch meilenweit von der Weltspitze entfernt.
30.06.2026 | 03:18 Uhr
Die Niederlage am Montag im WM-Stadion von Boston hat einen weiteren Tiefpunkt in der deutschen Fußball-Geschichte markiert. Und sollte klare Konsequenzen nach sich ziehen. Was die Zusammenstellung des Kaders angeht. Aber auch auf der Trainerposition. Eine Kommentar von Kerry Hau.
Julian Nagelsmann hat nicht alles falsch gemacht. Aber er hat es auch nicht geschafft, die Entwicklung der Mannschaft nach einer ordentlichen Heim-EM voranzutreiben und ihr einen klaren Plan mit auf den Weg zu geben.
Trotz der Serie von elf Länderspiel-Siegen in Folge bis zum 1:2 gegen Ecuador im dritten WM-Gruppenspiel wirkte das Team nie sattelfest. Spielerisch oft zu ideenlos und bisweilen lethargisch. Und defensiv extrem anfällig. Schon bei der Nations League vor einem Jahr und auch jetzt bei der WM.
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Deutschland lernt nichts dazu
Elfmeterschießen ist eine Lotterie. Und die Entscheidung des Schiedsrichtergespanns, das 2:1 durch Jonathan Tah nicht zu geben, darf ebenfalls diskutiert werden. Aber überhaupt erst gegen einen derart berechenbaren Gegner so in die Bredouille zu kommen, ist das eigentliche Problem.
Die deutsche Mannschaft hat nichts aus dem 1:2 gegen Ecuador gelernt - und sich das Leben von der ersten Minute an selbst schwer gemacht.
DFB-Team viel zu ideenlos
Bezeichnend vor allem die erste Halbzeit. Dem deutschen Spiel fehlte alles: Speed, Ideen, Durchschlagskraft, Chancen. Die Ballzirkulation befand sich auf Freundschaftsspiel-Niveau. So machte das DFB-Team den 37 der Weltrangliste stark.
Auch wenn die Nagelsmann-Elf nach dem 0:1 allmählich aufwachte, ab Hälfte zwei zielstrebiger nach vorne spielte und sich konkrete Abschlusssituationen erarbeitete: Das war von allen zu wenig. Von denen, die begannen; und auch von denen, die reinkamen.
Führungsspieler enttäuschen
Gestandene Spieler wie Kapitän Joshua Kimmich, Antonio Rüdiger, Jonathan Tah, Leroy Sane, Leon Goretzka oder Kai Havertz konnten die Mannschaft in ihrem ersten K.o.-Spiel bei einer WM nicht führen und hinterlassen immer mehr den Eindruck einer gescheiterten Generation. Youngster wie Aleksandar Pavlovic oder Felix Nmecha präsentierten sich einmal mehr zweikampfschwach. Und von "Wusiala" war auch keine Spur mehr.
Das Aus, so bitter es auch zustande kam, ist keine Überraschung. Ein Weiter so darf es daher nicht geben.
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