Meinung zum WM-Aus gegen Norwegen und Neymars letztem Spiel für Brasilien

Der Mythos Selecao hat seine besten Zeiten hinter sich.

Neymar Jr nach dem Achtelfinal-Aus von Brasilien gegen Norwegen.
Image: Neymar nach dem Achtelfinal-Aus von Brasilien gegen Norwegen.  © Imago

Um 18.07 Uhr Ortszeit sackte er in sich zusammen. Schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Und weinte auf dem Rasen von New Jersey bitterlich.

Gerade war das letzte Spiel von Neymar Jr. bei einer Weltmeisterschaft und auch für die brasilianische Nationalmannschaft zu Ende gegangen.

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Bei Neymar brechen alle Dämme! Der brasilianische Superstar verliert das WM-Achtelfinale gegen Norwegen trotz eines späten Elfmetertores noch mit 1:2 und scheitert mit der Selecao an Haalands Wikingern. Nach Spielende weint er bitterlich.

Aus der Traum vom Titel. Wieder einmal. Seit 2002 hat Brasilien kein WM-Finale mehr erreicht. Seit 2014 kein WM-Halbfinale. Der Mythos Selecao hat seine besten Zeiten hinter sich und braucht dringend frischen Wind.

Die Sehnsucht nach dem sechsten Pokal war groß. Weniger groß aber war offensichtlich die Lust, so Fußball zu spielen, wie sie es einst konnten. Dominant. Kreativ. Elegant.

Brasilien Nationalmannschaft

  • WM Teilnahmen: 22 (zuletzt 2022)
  • WM-Rekordtorschütze: Ronaldo (15 Tore)
  • WM-Rekordspieler: Cafu (20 WM-Spiele)
  • FIFA-Weltrangliste: 6. Platz (Stand: 06/2026)
  • Beste WM-Platzierung: Weltmeister (1958, 1962, 1970, 1994, 2002)

Plan geht nicht auf

Vom "Jogo Bonito" vergangener Tage war während des gesamten Turniers wenig zu sehen. Die Brasilianer agierten bemerkenswert passiv, schwerfällig, fast schon ausgelaugt. Ihr Plan, aus einer geordneten Defensive heraus schnell über die flinken Individualisten um Vinicius Jr. und Matheus Cunha umzuschalten, sorgte bereits in der Gruppenphase bei den Fans weder für Begeisterung noch für den Glauben daran, sich in den Kreis der Top-Favoriten zu spielen.

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Was im Sechzehntelfinale gegen Japan um ein Haar schiefging, wurde nun gegen Norwegen bestraft. Auch wenn Pech im Abschluss dabei war: Brasilien fehlt vor allem ein Gestalter, der für Struktur und Spielwitz sorgt. Neymar war dazu offensichtlich nicht mehr gut genug. Während Raphinha, der von seinen fußballerischen Qualitäten her durchaus das Potenzial dazu gehabt hätte, den Großteil des Turniers mit einer Muskelverletzung verpasste. Carlo Ancelotti fand keine Lösungen. Trotzdem darf der erfahrene Italiener (Vertrag bis 2030) nach dem Achtelfinal-Aus weitermachen. Gewiss auch, weil es selbst für einen Rekord-Weltmeister keine Schande ist, gegen diese Norweger rauszufliegen.

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Marquinhos scheitert mit Brasilien überraschend im WM-Achtelfinale an Norwegen. Nach der 1:2-Niederlage analysiert der Kapitän schonungslos die Pleite, entschuldigt sich und kündigt einen Umbruch in der Nationalmannschaft an.

Heißer Geheimfavorit

Die Truppe von Stale Solbakken ist längst kein Underdog mehr, sondern ein heißer Geheimfavorit. Weil sie mehr als nur aus der Urgewalt namens Erling Haaland (schon 7 Turnier-Tore) besteht. Orjan Nyland, der 35 Jahre alte Teufelskerl zwischen den Pfosten, Kämpfer wie BVB-Profi Julian Ryerson, Spielmacher Martin Odegaard oder Zocker wie Antonio Nusa oder Oscar Bobb machen die erstmals in der WM-Geschichte ins Viertelfinale eingezogenen Norweger so stark, facettenreich und schwer berechenbar.

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Das Schöne aus neutraler Sicht ist: Sie wollen nicht den Bus parken. Sie wollen den Ball haben. Sie wollen aktiv nach vorne spielen. Und rudern jetzt zum Viertelfinale nach Miami. Gegner: England. Haaland, Nyland und Co. ist zuzutrauen, den nächsten historischen Coup zu landen!

Mehr zum Autor Kerry Hau

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