Regelbruch vs. US-Sportkultur: Pro & Contra zur XXL-Halbzeitshow beim WM-Finale

Im Finale der WM 2026 (Sonntag, ab 21:00 Uhr im Liveticker) wird die Halbzeitpause zum ersten Mal in der Geschichte der Weltmeisterschaften auf 30 Minuten verlängert, um eine pompöse und ausgedehnte Show im Superbowl-Stil einbauen zu können.

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RTL-Reporter Tom Veltrup und Sky Sport Reporter Dennis Beyer mit einem Pro und Contra zur Halbzeitshow beim WM-Finale 2026.

Der Fußball-Weltverband FIFA hat damit ein weiteres Mal eine goldene Regel gebrochen, meint Sky Sport Reporter Dennis Bayer. RTL Reporter Tom Veltrup hingegen glaubt an den nächsten Gänsehautmoment. Ein Pro und Contra zur XXL-Halbzeitshow beim WM-Finale.

Contra von Dennis Bayer

Ein Finale der Weltmeisterschaft ist ein außergewöhnliches Ereignis, das auch entsprechend zelebriert werden sollte. Da geht sicher jeder Fußballfan mit. Auch die Anpassung von Regeln und die konstante Modernisierung des Sports ist wichtig, damit der Fußball seinen Stellenwert als Sportart Nummer eins behält.

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Es gibt aber eine goldene Regel: Die Grundstruktur und Integrität des Spiels muss gewahrt bleiben. Bei dieser WM hat die FIFA die Regel gleich mehrfach gebrochen.

Halbzeitpause im Finale auf 30 Minuten verlängert

2026 wird die Halbzeitpause im Finale zum ersten Mal in der Geschichte auf 30 Minuten verlängert, um eine pompöse und ausgedehnte Show im Superbowl-Stil einbauen zu können.

FIFA-Weltmeisterschaft 2030

  • Datum: 8. Juni - 21. Juli 2030
  • Ort: Marokko, Spanien, Portugal & je 1 Spiel in Argentinien, Uruguay und Paraguay
  • Eröffnungsspiel: Estadio Centenario (Montevideo, Uruguay,)
  • Finale: Estadio Santiago Bernabéu (Madrid, Spanien)

Das mag aus Vermarktungssicht sinnvoll sein - im Sinne des Sportes ist es nicht. Spieler werden im wichtigsten Spiel ihres Lebens aus ihrem gewohnten Rhythmus gerissen. Trainer müssen ihre Halbzeitroutinen umstellen. Spielpläne können nicht nur angepasst, sondern in großer Detailtiefe komplett auf den Kopf gestellt werden. All das wird in Kauf genommen, um noch mehr Spektakel und vor allem noch mehr Werbeerlöse zu erzeugen.

Werbewahn auf Kosten des Spiels

Schon davor hat die FIFA ihren Werbewahn auf Kosten des Spiels eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die zusätzlichen - als Hydration Breaks getarnten - Werbeplätze machen aus einem Sport mit zwei Halbzeiten de facto einen mit vier Vierteln. Egal, Hauptsache Geld!

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Längere Halbzeit, Hydration Breaks, absurd hohe Eintrittspreise, eine zurückgenommene Rotsperre, Einreisebeschränkungen für Schiedsrichter und Spieler, etc.: Bei dieser Weltmeisterschaft haben Gianni Infantino und Co. dreist unter Beweis gestellt, wie wenig ihnen der Fußball bedeutet. Für eine Organisation, die sich auf die Fahnen schreibt, der weltweite Dachverband des Fußballs zu sein, ist das ein mehr als unwürdiges Verhalten.

Pro von Tom Veltrup

Die Halbzeitshow gehört in den USA einfach zur Sportkultur

Hätte ich diese Weltmeisterschaft aus Deutschland verfolgt und nicht etwa hier vor Ort aus den USA, dann würde meine Meinung vielleicht auch ein bisschen anders aussehen. Aber so bin ich klar für die Halbzeitshow. Denn vor allem für die Stimmung im Stadion kann das nur von Vorteil sein.

Ich nehme da als Beispiel einfach mal die Trinkpausen dazu, die ja auch berechtigterweise ihre Kritik abbekommen haben. Und auch als es dann soweit war, hallte es in den Stadien hier zuerst meistens Buhrufe.

Gänsehautmoment vorprogrammiert

Aber als die Amerikaner dann in ihrem Stile die Show eingeläutet haben und Lieder wie "Livin' on a Prayer" oder "Hey Baby" durchs Stadion halten, da lagen sich dann alle in den Armen und haben leidenschaftlich mitgesungen. Schon das war ein Gänsehautmoment und das könnte bei einer fulminanten Halbzeitshow natürlich noch um einiges getoppt werden.

Ich verstehe die Contra-Seite - vor allem die verlängerte Pause für die Spieler - und ich bräuchte jetzt auch nicht bei jedem WM-Finale eine Halbzeitshow, das ist auch klar. Aber hier in den USA, wo es einfach zur Sportkultur dazugehört und vor allem die Fans im Stadion, da dürften wohl die wenigsten etwas dagegen haben.

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