Rotiert Nagelsmann jetzt Neuer raus?
Acht DFB-Stars warten bei der WM noch auf ihren Einsatz – darunter auch Oliver Baumann. Dass sich der Ersatz-Torhüter tatsächlich Hoffnungen auf einen Startelf-Einsatz machen kann, ist ungewöhnlich.
24.06.2026 | 13:42 Uhr
Zuletzt bekamen Hans-Jörg Butt (2010) und Oliver Kahn (2006) jeweils im Spiel um Platz 3 in ihren letzten Länderspielen ein WM-Spiel geschenkt. Ansonsten spielte die etatmäßige Nummer 1 die Turniere durch.
Vor dem letzten WM-Gruppenspiel gegen Ecuador im Finalstadion in New Jersey stellt sich die Frage, ob Bundestrainer Julian Nagelsmann Stamm-Torwart Manuel Neuer rausrotiert und Baumann sein Belohnungsspiel bekommt.
Nach Informationen von Sky Sport wurde das Thema in den vergangenen Stunden auch in der Kabine diskutiert. Nicht wenige Nationalspieler würden den im Team beliebten Baumann zumindest in diesem Spiel gerne zwischen den Pfosten sehen. Nagelsmann hatte nach dem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste gesagt: "Wir werden diskutieren, mit Rudi (Völler), im Trainerteam und den Spielern, wie weit wir was wechseln gegen Ecuador und die Belastung anpassen, wir müssen auch gucken, ob jemand Wehwehchen hat. Ich halte aber nichts davon, alles komplett zu wechseln."
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Die Baumann-Idee rückte zuletzt auch durch DFB-Legende und TV-Experte Bastian Schweinsteiger in den Fokus. "Grundsätzlich würde ich in der Situation schon ein bisschen mehr rotieren, selbst auf der Torhüterposition", hatte der Weltmeister von 2014 in der ARD gesagt. "Warum nicht Oliver Baumann bringen und Manuel Neuer eine Pause gönnen?"
Das spricht für einen Wechsel im deutschen Tor
Was für einen Einsatz von Baumann spricht: Neuer ist im hohen Fußballer-Alter enorm verletzungsanfällig. Eine Schonung - gerade gegen die physisch starken Ecuadorianer - wäre sinnvoll. Neuer könnte sich ausruhen und Kraft tanken für das Schlüsselspiel am 29. Juni im Sechzehntelfinale in Boston gegen einen noch zu ermittelnden Gruppen-Dritten. Derzeit sind die Chancen hoch, dass es Schottland wird.
Baumann hätte sich sein WM-Debüt gewiss verdient. Im für die DFB-Elf unbedeutenden Spiel gegen Ecuador - die Mannschaft ist bereits sicher als Gruppenerster weiter - könnte der Hoffenheim-Keeper sein verdientes Bonus-Spiel bekommen. Der 36-Jährige musste wenige Tage vor Turnierstart die enttäuschende Degradierung zur Nummer 2 hinnehmen und hatte zuvor in der WM-Quali tadellos gehalten. Es wäre ein Zeichen der Wertschätzung.
Torwart-Tausch könnte leise Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung aufkommen lassen
Was gegen einen Neuer-Wechsel spricht: Der 40 Jahre alte Neuer gibt ungern Spiele ab, was in der Vergangenheit auch Alexander Nübel bei den Bayern schon erfahren musste. Zudem will der Weltmeister von 2014 seine Torwart-Rekord-Serie weiter ausbauen. Ein Einsatz gegen Ecuador wäre sein 22. WM-Einsatz. Im letzten Match hatte er bereits Hugo Lloris überholt. Ein weiterer Punkt: Für Ecuador geht es um alles. Die Südamerikaner brauchen einen Sieg, um als einer der besten Gruppendritten weiterkommen zu können. Ein Torwart-Tausch könnte leise Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung aufkommen lassen.
"Ich glaube nicht, dass Julian (Nagelsmann) viele Experimente machen wird", hatte Nadiem Amiri gesagt. Und Jamie Leweling ergänzte am Dienstag im Uni-Vorlesungsraum der Wake Forest University auf die Frage, ob es wichtiger sei Kräfte zu sparen oder im Rhythmus zu bleiben: "Der Trainer hat einen guten Plan. Und den Plan wird man am Donnerstag sehen, wer spielt. Mehr kann ich nicht sagen."
Am Ende liegt die Entscheidung bei Nagelsmann. Und Neuer ...
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