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Ryder Cup: US-Golfer kämpfen gegen den Auswärtsfluch

Tiger Woods und Co.

29.09.2018 | 14:13 Uhr

Das US-Team startet als Titelverteidiger in das Turnier.
Image: Das US-Team startet als Titelverteidiger in das Turnier.  © Getty

Die USA wollen ihren Auswärtsfluch besiegen und im Ryder Cup (live und exklusiv auf Sky) nach 25 Jahren erstmals in Europa triumphieren.

25 Jahre. 300 Monate. 9131 Tage. Eine Ewigkeit, die an diesem Wochenende ein für alle Mal zu Ende gehen muss. "Wir haben so lange nicht mehr in Europa gewonnen", sagte US-Star Tiger Woods - und schickte die logische Devise für den 42. Ryder Cup gleich hinterher: "Wir wollen das ändern." Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ryder Cup bei Sky: Live im TV und Stream

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Es gibt Golf - und es gibt den Ryder Cup! Vom 25. bis 30. September berichtet Sky wieder live und exklusiv vom spektakulären Duell zwischen Europa und Amerika. 2018 sogar mit Pop-up Channel und Live-Streams.

Letzte Chance auf einen Triumph

Ein Vierteljahrhundert warten die Golfer aus den Staaten mittlerweile nun schon auf diesen erlösenden Triumph auf fremdem Terrain. Die Gier ist in all den Jahren, nach all den schmerzhaften Niederlagen ins Unermessliche gestiegen. Und wenn es in diesen Tagen vor den Toren von Paris nicht klappen wird, dann wahrscheinlich nie.

US-Kapitän Jim Furyk schickt schließlich "das wohl beste Team der Geschichte" in den prestigeträchtigen Kontinentalkampf mit den Europäern. Branchenprimus Dustin Johnson ist dabei, Rekordmann Phil Mickelson, Jungstar Jordan Spieth - und natürlich Ikone Woods, von dem nicht zuletzt aufgrund des jüngsten Erfolgs beim FedEx-Cup in Atlanta einiges erwartet wird.

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Beim Ryder Cup geht das europäische Team als Underdog ins Rennen. Denn die Amerikaner bieten die absolute Creme de la Creme des Sports auf - unter anderem mit dem Weltranglistenersten Dustin Johnson und Tiger Woods.

Woods "echte Waffe"

"Dass Tiger dabei ist, gibt allen einen Boost. Mit dem Status und dieser Anzahl von Siegen kann er in dieser Woche den Unterschied machen", sagte Furyk. Zwar ließ der 80. Turnier-Erfolg des Kaliforniers, mit dem er am Sonntag sein Comeback gekrönt hatte, die Gastgeber kalt. Ein Woods in Bestform ist allerdings ohne Zweifel eine echte Waffe - die der Titelverteidiger auch braucht.

Denn immer wieder waren die US-Boys in den vergangenen Jahren als Favorit über den großen Teich gereist, immer wieder nach drei bitteren Tagen als geprügelte Hunde zurückgeflogen. "Die lange Zeit ohne Sieg in Europa ist natürlich eine Motivation", sagte Patrick Reed, der aber nicht nur deshalb ein emotionales Duell erwartet.

Tiger Woods ist der Superstar des US-Teams.
Image: Tiger Woods ist der Superstar des US-Teams. © Getty

Martialische Worte von Bubba Watson

"Der Ryder Cup ist das Größte. Wir können uns vollkommen vergessen, unsere Leidenschaft für das Land und unsere Teamkameraden zeigen", sagte Reed. Für Bubba Watson ist der Kampf mit dem Rivalen sogar "so wichtig wie der Kriegseinsatz meines Vaters in Vietnam".

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Tatsächlich erinnerte der Gentlemen-Sport bei zwei Auflagen - beide fanden allerdings in den USA statt - an eine feindselige Rivalität. 1991, als das US-Fernsehen das Duell in Kiawah Island zum "Krieg an der Küste" überhöhte und Golfer Corey Pavin mit der vielsagenden Aufschrift "Desert Storm" auf seiner Mütze provozierte. Zu allem Überfluss warfen die Zuschauer schlecht liegende Bälle ihrer Heroen auf die Fairways zurück.

Heimfans als Nachteil

Das war aber noch nichts im Vergleich zur "Battle of Brookline" 1999, als Europas Kapitän Mark James bespuckt und seine Spieler bepöbelt wurden. Zudem trampelten Fans und Spieler im entscheidenden Spiel am letzten Loch über das Grün und machten es dem Spanier Jose Maria Olazabal dadurch unmöglich, seinen Putt einzulochen.

FedEx-Cup: Woods feiert ersten Turniersieg seit 2013

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Golf-Superstar Tiger Woods hat sich endgültig in der Weltspitze zurückgemeldet.

Furyk ist sich sicher, dass sich solche Szenen von Freitag bis Sonntag nicht wiederholen werden - auch wenn er sein Team aufgrund der exzentrischen Heimfans im Nachteil sieht. "Die tolle Unterstützung des Publikums beflügelt die Europäer", sagte Furyk, der aber noch einen anderen Grund als Hindernis sieht. "Die Europäer waren immer so schlau, Plätze auszuwählen, auf denen die European Tour Turniere austrägt und die wir nicht kennen."

25 Jahre lang ist diese Rechnung aufgegangen, hat diese Strategie Erfolg gehabt. Ob das Ende naht? Die USA sind bereit. (sid)

Sky Experte Carlo Knauss schätzt die Stärken und Schwächen der Teams ein:

  1. TEAM EUROPA: Paul Casey ist mit seiner Erfahrung und seiner Zuverlässigkeit eine große Stütze für das Team Europa. In den letzten zwei Jahren konnte er eine steigende Form aufweisen.
    Image: TEAM EUROPA: Paul Casey ist mit seiner Erfahrung und seiner Zuverlässigkeit eine große Stütze für das Team Europa. In den letzten zwei Jahren konnte er eine steigende Form aufweisen. © Getty
  2. Er ist einer der Newcomer: Tommy Fleetwood. Vor allem in den letzten beiden Jahren hat er auf einem extrem hohen Niveau gespielt. Der junge Mann, der richtig gut spielen kann, ist neu im europäischen Team.
    Image: Er ist einer der Newcomer: Tommy Fleetwood. Vor allem in den letzten beiden Jahren hat er auf einem extrem hohen Niveau gespielt. Der junge Mann, der richtig gut spielen kann, ist neu im europäischen Team. © Getty
  3. Auch Sergio Garcia kann mit viel Erfahrung glänzen und ist beim Ryder Cup immer mit vielen Emotionen dabei. Da er in diesem Jahr noch nicht so gut gespielt hat, steht aktuell ein Fragezeichen hinter seiner Form.
    Image: Auch Sergio Garcia kann mit viel Erfahrung glänzen und ist beim Ryder Cup immer mit vielen Emotionen dabei. Da er in diesem Jahr noch nicht so gut gespielt hat, steht aktuell ein Fragezeichen hinter seiner Form. © Getty
  4. Tyrrell Hatton ist ein weiterer Newcomer. Wenn er in Form ist beziehungsweise seine Hochform zeigt, kann er unglaublich viele Birdies machen und damit zu einer Stütze des Teams werden.
    Image: Tyrrell Hatton ist ein weiterer Newcomer. Wenn er in Form ist beziehungsweise seine Hochform zeigt, kann er unglaublich viele Birdies machen und damit zu einer Stütze des Teams werden. © Getty
  5. Zu Rory Mcillroy muss man nichts erklären. Er ist einer der weltbesten Spieler, gehört ohne Zweifel ins Team und wird dort ebenfalls eine große Stütze sein.
    Image: Zu Rory McIlroy muss man nichts erklären. Er ist einer der weltbesten Spieler, gehört ohne Zweifel ins Team und wird dort ebenfalls eine große Stütze sein. © Getty
  6. Francesco Molinari erlebt im Moment die Zeit seines Lebens, wobei man nicht vergessen darf, dass er im Juni noch die Nummer 123 in den USA war. Er hat ein paar erfolgreiche Wochen gespielt - bleibt zu hoffen, dass er die gute Form mitnimmt.
    Image: Francesco Molinari erlebt im Moment die Zeit seines Lebens, wobei man nicht vergessen darf, dass er im Juni noch die Nummer 123 in den USA war. Er hat ein paar erfolgreiche Wochen gespielt - bleibt zu hoffen, dass er die gute Form mitnimmt. © Getty
  7. Alex Noren ist absolut zuverlässig und besitzt viel Erfahrung in Mannschaftswettbewerben, da Schweden generell schon als Jugendliche in solchen Wettbewerben spielen.
    Image: Alex Noren ist absolut zuverlässig und besitzt viel Erfahrung in Mannschaftswettbewerben, da Schweden generell schon als Jugendliche in solchen Wettbewerben spielen. © Getty
  8. Auch Thorbjörn Olesen  hat sich mit seiner Zuverlässigkeit einen Platz im Team verdient.
    Image: Auch Thorbjörn Olesen hat sich mit seiner Zuverlässigkeit einen Platz im Team verdient.
  9. Er gilt als der europäische Mister Ryder Cup: Ian Poulter ist im Team eine Art Motivations- und Emotionsmonster.
    Image: Er gilt als der europäische Mister Ryder Cup: Ian Poulter ist im Team eine Art Motivations- und Emotionsmonster. © Getty
  10. John Rahm hat von den Newcomern im europäischen Team vielleicht das größte Potenzial. Er hat sich innerhalb kürzester Zeit in die Top Ten der Welt gespielt. Wenn er heiß läuft, ist er fast nicht zu schlagen.
    Image: John Rahm hat von den Newcomern im europäischen Team vielleicht das größte Potenzial. Er hat sich innerhalb kürzester Zeit in die Top Ten der Welt gespielt. Wenn er heiß läuft, ist er fast nicht zu schlagen. © Getty
  11. Justin Rose erlebt zur Zeit einen absoluten Höhenflug. Vor kurzem war er sogar zwischenzeitlich die Nummer eins der Welt und hat sich seinen Platz im Team damit mehr als verdient.
    Image: Justin Rose erlebt zur Zeit einen absoluten Höhenflug. Vor kurzem war er sogar zwischenzeitlich die Nummer eins der Welt und hat sich seinen Platz im Team damit mehr als verdient. © Getty
  12. Henrik Stenson hat eine Wildcard bekommen, seine Form ist jedoch ähnlich wie bei Garcia nicht so gut. Sein Pluspunkt ist aber die Erfahrung.
    Image: Henrik Stenson hat eine Wildcard bekommen, seine Form ist jedoch ähnlich wie bei Garcia nicht so gut. Sein Pluspunkt ist aber die Erfahrung. © Getty
  13. TEAM USA: Bryson DeChambeau ist richtig gut unterwegs und hat in diesem Jahr schon mehrere Turniere gewonnen. Weil er die ersten zwei Playoff-Wochen gewonnen hat, könnte er ein wenig müde sein - das wäre dann eine Chance für die Europäer.
    Image: TEAM USA: Bryson DeChambeau ist richtig gut unterwegs und hat in diesem Jahr schon mehrere Turniere gewonnen. Weil er die ersten zwei Playoff-Wochen gewonnen hat, könnte er ein wenig müde sein - das wäre dann eine Chance für die Europäer. © Getty
  14. Tony Finau bekam die letzte Wildcard und wurde erst eine Woche nach allen anderen nominiert. Aufgrund seiner gleichmäßigen und zuverlässigen Leistungen hat er sich das aber verdient.
    Image: Tony Finau bekam die letzte Wildcard und wurde erst eine Woche nach allen anderen nominiert. Aufgrund seiner gleichmäßigen und zuverlässigen Leistungen hat er sich das aber verdient. © Getty
  15. Auch Rickie Fowler, ein Superstar in Amerika, gehört zweifelsfrei ins Team. Man könnte ihm nur vorwerfen, dass er nicht genug Turniere gewonnen hat - das kann aber ja noch kommen.
    Image: Auch Rickie Fowler, ein Superstar in Amerika, gehört zweifelsfrei ins Team. Man könnte ihm nur vorwerfen, dass er nicht genug Turniere gewonnen hat - das kann aber ja noch kommen. © Getty
  16. Dustin Johnson ist die Nummer eins der Weltrangliste. Wenn er heiß läuft, dann ist er das Gegenstück zu John Rahm.
    Image: Dustin Johnson ist die Nummer eins der Weltrangliste. Wenn er heiß läuft, dann ist er das Gegenstück zu John Rahm. © Getty
  17. Da er in diesem Jahr bereits zwei Majors gewonnen auch, ist auch klar, warum Brooks Koepka im Team USA gesetzt ist. Er ist im positiven Sinne ein rücksichtsloser Spieler, der alles abräumt, was möglich ist.
    Image: Da er in diesem Jahr bereits zwei Majors gewonnen auch, ist auch klar, warum Brooks Koepka im Team USA gesetzt ist. Er ist im positiven Sinne ein rücksichtsloser Spieler, der alles abräumt, was möglich ist.  © Getty
  18. Phil Mickelson bekam ebenfalls eine Wildcard. Aufgrund seiner Erfahrung und seiner soliden Spielstärke ist auch er gesetzt.
    Image: Phil Mickelson bekam ebenfalls eine Wildcard. Aufgrund seiner Erfahrung und seiner soliden Spielstärke ist auch er gesetzt. © Getty
  19. Einer, der im Ryder Cup richtig aufblüht, ist Patrick Reed. In solchen Extremsituationen mag er es, die Zuschauer zu motivieren.
    Image: Einer, der im Ryder Cup richtig aufblüht, ist Patrick Reed. In solchen Extremsituationen mag er es, die Zuschauer zu motivieren. © Getty
  20. Webb Simpson, einer der eher ruhigeren Art, hat in diesem Jahr extrem gut gespielt und das Players gewonnen.
    Image: Webb Simpson, einer der eher ruhigeren Art, hat in diesem Jahr extrem gut gespielt und das Players gewonnen. © Getty
  21. Jordan Spieth hat bis jetzt für seine Verhältnisse ein durchschnittliches Jahr hinter sich. Über die Rangliste hat er sich den Platz trotzdem verdient. Im Ryder Cup könnte er plötzlich eine richtig gute Leistung abliefern.
    Image: Jordan Spieth hat bis jetzt für seine Verhältnisse ein durchschnittliches Jahr hinter sich. Über die Rangliste hat er sich den Platz trotzdem verdient. Im Ryder Cup könnte er plötzlich eine richtig gute Leistung abliefern.  © Getty
  22. Obwohl Justin Thomas zu der Youngstergruppe gehört, ist er ein absoluter Topmann - spätestens seit er im vergangenen Jahr den FedEx Cup gewonnen hat.
    Image: Obwohl Justin Thomas zu der Youngstergruppe gehört, ist er ein absoluter Topmann - spätestens seit er im vergangenen Jahr den FedEx Cup gewonnen hat. © Getty
  23. Bubba Watson hat großes Potenzial und man es ebenfalls, wenn es richtig zur Sache geht und die Zuschauer laut werden. Vom Potenzial her kann er ähnlich wie Dustin Johnson oder John Rahm spielen.
    Image: Bubba Watson hat großes Potenzial und mag es ebenfalls, wenn es richtig zur Sache geht und die Zuschauer laut werden. Vom Potenzial her kann er ähnlich wie Dustin Johnson oder John Rahm spielen. © Getty
  24. Die Wildcard von Tiger Woods war eine Sensation. Er hat das Comeback des Jahres geschafft und es mit dem Sieg beim Tour Championship sogar noch gekrönt. Dem Ryder Cup könnte er in diesem Jahr als Persönlichkeit gut tun.
    Image: Die Wildcard von Tiger Woods war eine Sensation. Er hat das Comeback des Jahres geschafft und es mit dem Sieg beim Tour Championship sogar noch gekrönt. Dem Ryder Cup könnte er in diesem Jahr als Persönlichkeit gut tun. © Getty

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