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Handball EM 2020: Deutschland trifft auf Spanien

Handball-EM: Die deutschen Gruppengegner im Check

Matthias Kwoll

09.01.2020 | 13:18 Uhr

Kapitän Uwe Gensheimer und Deutschland machen sich berechtigte Hoffnungen auf den Gruppensieg.
Image: Kapitän Uwe Gensheimer und Deutschland machen sich berechtigte Hoffnungen auf den Gruppensieg. © 

Ganz Handball-Deutschland wartet gespannt auf den 9. Januar: Dann startet das DHB-Team gegen die Niederlande in die Europameisterschaft in Österreich, Schweden und Norwegen. Sky hat die drei deutschen Vorrundengegner unter die Lupe genommen.

Neben den niederländischen Nachbarn trifft die DHB-Auswahl in Trondheim noch auf Spanien und Lettland. Was sind die Stärken und Schwächen der Kontrahenten? Auf welche Spieler müssen die Deutschen besonders aufpassen? Sky hat die Gruppengegner gecheckt.

Niederlande (1. Partie: 9.Januar Anwurf: 18:15 Uhr)

Erstmals gelang den Niederlanden die Qualifikation für ein Großturnier. Das liegt vor allem an einer Reihe von Bundesligaspielern. Gleich sieben Profis verdienen ihr Geld im deutschen Oberhaus, vier weitere waren dort früher aktiv. Besonders auf Außen besitzen die Oranjemänner mit Jeffrey Boomhouwer (Bergischer HC) und Bobby Schagen (TBV Lemgo-Lippe) zwei Spieler mit reichlich Qualität.

Die Niederlande setzt auf die Schnelligkeit und Emotionalität von Jeffrey Boomhouwer.
Image: Die Niederlande setzt auf die Schnelligkeit und Emotionalität von Jeffrey Boomhouwer. © 

Die fällt im Rückraum etwas ab. Zwar besitzt das Team von Trainer Erlingur Richardsson mit beispielsweise Dani Baijens (Lemgo-Lippe) und Niels Versteijnen (SG Flensburg-Handewitt/VfL Lübeck-Schwartau) aufstrebende Talente, insgesamt fehlen aber Akteure auf Top-Niveau. Die Qualifikation zur EM war ein riesiger Erfolg, ein Weiterkommen in die Hauptrunde wäre eine absolute Sensation.

Spanien (2. Partie: 11. Januar Anwurf: 18:15 Uhr)

Gegen den amtierenden Europameister kämpft das DHB-Team vermeintlich um den Gruppensieg. Und wie die letzten Jahre sollen es wieder einmal die "alten Männer" richten. Bis auf zwei Ausnahmen treten die Südeuropäer mit dem gleichen Kader an, wie bei der WM 2019. Routiniers wie Raul Entrerrios, Julen Aguinagalde oder Joan Canellas holten zahlreiche Medaillen für die Iberer, waren Leistungsträger beim EM-Sieg 2018. Zudem kommen mit den 27-jährigen Alex Dujshebaev und Ferran Sole zwei Spieler auf Weltklasse-Niveau.

Raul Entrerrios gehört mit 38-Jahren zu den Leitwölften der Spanier.
Image: Raul Entrerrios gehört mit 38-Jahren zu den Leitwölften der Spanier. © 

Aber das Alter ist auch der Knackpunkt: Viele der Leistungsträger sind über ihren Zenit heraus. Zehn der 17 Spieler, die Trainer Jordi Ribera nach Norwegen mitnimmt, sind 30 Jahre oder älter. Entrerrios (38 Jahre) und Aguinagalde (37 Jahre) nähern sich gar der 40er-Grenze. Bei all der Erfahrung fehlt es an der Durchsetzungs- und Durchschlagskraft vergangener Jahre.

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Trotzdem: Spanien gehört immer noch zu den Mitfavoriten auf den EM-Titel. Die deutschen Fans können - wie bei der vergangenen WM - mit einem engen Schlagabtausch rechnen. Damals gewann Deutschland 31:30.

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Lettland (3. Partie: 13. Januar Anwurf: 18:15 Uhr)

Auch die Letten feierten mit der erstmaligen EM-Qualifikation ihren bisher größten Erfolg. Das war vor allem ihrem Topstar Dainis Kristopans vom aktuellen CL-Sieger Vardar Skopje zu verdanken. Der 2,15-Meter-Hüne warf beim entscheidenden 25:24-Sieg gegen Slowenien satte 13 Treffer. Dank seiner Körpergröße und Durchschlagskraft gehört der Rückraumrechte zu den torgefährlichsten Spielern seines Fachs.

2,15-Meter-Mann Dainis Kristopans, hier im Trikot seines Klubs Skopje, ist die gefährlichste Waffe der Letten.
Image: 2,15-Meter-Mann Dainis Kristopans, hier im Trikot seines Klubs Skopje, ist die gefährlichste Waffe der Letten. © 

Das Team um ihn herum fällt dagegen deutlich ab. Viele Profis spielen nur in vergleichsweise schwachen Ligen. Evars Klesniks - der zusammen mit Kristopans die Abwehr organisiert - spielte beispielsweise zwar jahrelang in der Bundesliga, mittlerweile greift er aber nur noch in der 3.Liga zum Ball. Zuvor spielte er sogar ein Jahr in der Oberliga. Dementsprechend gering sind die Chancen der Letten auch auf ein Weiterkommen, trotzdem sollten die Deutschen sich besonders vor Kristopans in Acht nehmen.

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