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Handball-EM: Deutschlands utopische Rechnung für das Halbfinale in Schweden

Wie wahrscheinlich ist Deutschlands Chance auf Stockholm?

Isabel Barquero Pena

21.01.2020 | 12:02 Uhr

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Chancen auf das Halbfinale haben die DHB-Herren nur noch theoretische. Mit der 24:25-Pleite gegen Kroatien sieht es düster für die Handball-EM aus (Videolänge: eine Minute).

Nach der bitteren Niederlage gegen Kroatien ist das Halbfinale in Stockholm für die deutsche Nationalmannschaft fast unerreichbar. Das Team um Kapitän Uwe Gensheimer hat nur noch theoretische Medaillenchancen. Verspielt haben sie es selbst. Die Reise in Schwedens Hauptstadt ist dennoch möglich.

Aus ist der Traum von einer Medaille. Für die deutschen Handballer ist am Samstagabend nach der 24:25-Niederlage gegen Kroatien das Halbfinale in Stockholm in weite Ferne gerückt. Die Chance auf den zweiten Platz in der ersten Hauptrundengruppe ist so unwahrscheinlich wie der Abstieg vom FC Bayern. Vize-Präsident Bob Hanning glaubt nicht an ein Wunder: "So betrunken kann man gar nicht sein."

Auch Sky Handball-Reporter Dennis Baier hat eine klare Ansicht dazu: "Für mich ist es unseriös zu sagen, dass Deutschland noch ins Halbfinale kommen kann. Da muss man schon träumen."

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Utopische Rechnung

Eine - wenn auch sehr theoretische - Möglichkeit besteht dennoch. Genau gerechnet gibt es noch eine minimale Chance für den Einzug in die Runde der vier besten Teams. Voraussetzung hierfür ist, dass Deutschland gegen die nächsten beiden Gegner Österreich (Montag, 20:30 Uhr) und Tschechien (Mittwoch, 20:30 Uhr) gewinnt... und ganz viel Glück.

So kommen wir doch noch zur Finalrunde nach Stockholm:

Ziemlich viel Schützenhilfe für die Mannschaft von Christian Prokop, dafür, dass sie es gegen Kroatien eigentlich selber in der Hand hatte.

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DHB-Trainer Christian Prokop erklärt, wie es nach dem Quasi-EM-Aus für die deutschen Handballer weitergeht. (Video-Länge: 00:23 Minuten)

Platz fünf wäre ein guter Abschluss

Doch die Möglichkeit nach Schweden zu reisen, ist dennoch da. "Stockholm spielt für uns schon noch eine Rolle, es gibt ja noch die Chance, um Platz fünf dort zu spielen", so Prokop. Nach der ersten Enttäuschung sei es von Bedeutung, diese EM zu nutzen. "Wir brauchen das für unsere weiteren Ziele. Wir spielen am Montag gegen einen EM-Gastgeber, für Österreich ist es das Spiel des Jahres. Die werden alles daran setzen, uns zu schlagen. Ich bin gespannt, ob wir uns das gefallen lassen."

Auch für "Handball-Professor" Rolf Brack ist das Erreichen des Halbfinals nicht mehr realistisch und glaubwürdig. "Man hat sich mit dem Halbfinale ein sehr hohes Ziel gesetzt. Man sollte dieses Verfehlen des Ziel aber nicht gleich als Misserfolg verarbeiten. Platz fünf wäre wohl in der Eigenwahrnehmung der Spieler als auch in der Öffentlichkeit okay, dafür muss man aber die beiden kommenden Spiele souverän gestalten. Mit dem Spiel um Platz fünf wäre das Ganze als gelungene EM zu bezeichnen."

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