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Handball News: THW Kiel ist Deutscher Meister der Saison 2020/21

THW versetzt Kiel in Ekstase! Drama, Schale & Party pur

Carina Schmidt

06.07.2021 | 15:42 Uhr

Das war sie, die Handball-Saison 2020/21 - und sie endet auf die dramatischste Art und Weise. Erst in der letzten Sekunde des 38. Spieltags steht fest, wer Deutscher Meister ist.

Der THW Kiel hat sich am Ende durchgesetzt, so wie es die meisten vorausgesagt hatten. Es wurde so vorausgesagt, weil sie es in der eigenen Hand hatten. Weil sie abgezockt sind. Doch trotz aller Abgezocktheit zeigte der Rekordmeister gegen die Rhein-Neckar Löwen Nerven und kam nicht über ein 25:25 (13:14) hinaus - ein Glück, dass aufgrund des direkten Vergleichs gegen Flensburg ein Unentschieden reichte.

Nervenschlacht bis zur letzten Sekunde

Als der letzte Freiwurf von Andy Schmid am Tor vorbeiging, gab es für die Kieler kein Halten mehr, es war der 22. Meistertitel für den Verein. Parallel in Flensburg, wo alle Spieler gebannt vor dem Fernseher saßen und Sky Go oder die Fans auf ihre Handys schauten, war die Enttäuschung groß.

Doch Flensburg wäre nicht Flensburg, wenn die entsprechende Reaktion nicht gleich folgen würde: Mit Sprechchören und Standing Ovations wurde die kräftezehrende und starke Saison des Vizemeisters gefeiert und der Stolz auf ihre Mannschaft deutlich.

Erleichterung und unbeschwerter Jubel auf Kieler Seite

THW-Trainer Filip Jicha fasste seine Gemütslage bei Sky so zusammen: "In meinen Augen haben wir das verdient. Wir haben über das halbe Jahr die meisten Spiele absolviert. Jetzt haben wir den vierten Stern für das Trikot geholt und die 22. Meisterschaft gewonnen. Das ist bewunderungswert. Ich bin einfach nur so stolz, wie ein Trainer auf eine Mannschaft sein kann." In seinem zweiten Jahr als Coach holt er die zweite Meisterschaft - nach der abgebrochenen Saison 2019/20 auch endlich wieder nach allen absolvierten Spielen.

Über die beendete Saison freut sich auch Patrick Wiencek: "Es ist schon so lange her, dass wir die Meisterschaft richtig feiern konnten. Jetzt durften wir das auf dem Spielfeld machen." Für den deutschen Nationalspieler, der nach seinem Wadenbeinbruch nach wie vor nicht vollständig fit ist, stand außer Frage, sich zu schonen: "Das wollte ich mir nicht nehmen lassen. Wir haben jetzt acht Monate durchgehend gearbeitet und jeder Sportler weiß, wenn es am Ende um die Meisterschaft geht, da will man unbedingt spielen."

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Der THW Kiel landet in der Heimat und Domagoj Duvnjak

Beginn eines Kieler Feier-Marathons

Es sind die kleinen Gesten und die kleinen Momente, die jede Meisterschaft und -feier besonders machen: Kapitän Domagoj Duvnjak holt Nikola Bilyk für das erste Stemmen der Meisterschale nach vorne; der Österreicher hatte sich in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zugezogen und kam in der Saison nicht mehr zum Einsatz.

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Duvnjak war es auch, der bei der Ankunft in Kiel aus dem Dach der Maschine schaut und mit der Schale die Maschine "lenkt". Da aufgrund der bekannten Umstände keine typische Meisterfeier möglich ist, plante der Verein um: Mit der MS Düsternbrook soll die Mannschaft sich auf der Förde noch ihren Fans an der Kiellinie zeigen und zumindest auf diese Weise zusammen feiern.

Fazit des Meisterkampfes: Beide Mannschaften hätten es verdient gehabt

Dass es bis zur letzten Sekunde so eng zuging, spricht für die Liga und spricht auch für die Nordklubs. Flensburg und Kiel haben im Gleichschritt gekämpft und dass es am Ende ein Tor entscheidet, ist für die Flensburger hart und für die Kieler glücklich. Es passt aber zur stärksten Liga der Welt, zur so historischen HBL-Saison 2020/21.

Maik Machulla stellte direkt nach Abpfiff das in seinen Augen Wesentliche in den Vordergrund: "Wir hatten so viele Probleme und uns als Mannschaft gefunden. Der Titel wäre das i-Tüpfelchen gewesen, aber diese Vizemeisterschaft fühlt sich an wie eine Meisterschaft. Wir sind unglaublich als Mannschaft gewachsen. Jeder Einzelne hat alles für diesen Erfolg getan und das rührt mich gerade sehr."

Auch wenn jetzt erstmal der Fokus auf Regeneration liegt (ausgenommen die Nationalspieler), kann man sich schon auf die neue Saison freuen - auch wenn die Spannung schwer zu toppen sein wird, ist die HBL immer für Überraschungen gut.

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