Kommentar: Füchse verkaufen die Meisterschaft
Verkauf des erfolgreichsten Schützen
11.12.2017 | 12:56 Uhr
Petar Nenadic wechselt nun also zum 1. Januar nach Veszprem, für kolportierte 500.000€. Für mich verkaufen die Füchse damit die Meisterschaft, sie gefährden den größten Titel im Vereinswettbewerb.
Der Serbe ist der erfolgreichste Torschütze der Berliner. Das gesamte Spielsystem ist auf den 31-Jährigen ausgelegt. Den Handball der Berliner wird das schwächen!
Die Füchse spielen ihre erfolgreichste Saison in der Bundesliga. 2007 aufgestiegen, schreibt dieser Klub seitdem eine ständige Erfolgsgeschichte: Klassenerhalt, Etablierung in der Bundesliga, Champions-League-Teilnahme, EHF-Cup-Sieger, Pokalsieger, Weltcupsieger. Die Meisterschaft wäre die Krönung dieser Entwicklung. Dies zu schaffen in einer Stadt, die mit Fußball, Volleyball, Eishockey, Basketball und Handball in allen großen Sportarten Spitzensport bietet, wäre eine Sensation.
500.000€ für einen Spieler zu bekommen, der sowieso in einem halben Jahr geht, ist im Handball spektakulär. Auf einen geschätzten Jahresetat von sieben Millionen Euro sind das aber nur gute sieben Prozent. Ja, die Füchse konnten somit Mandalinic vorfinanzieren und auch den Transfer von Marsenic finalisieren. Aber was ist eine Meisterschaft wert?Weniger als 500.000€?
Würden die Füchse mit der Meisterschaft nicht mehr Fokus und Begehrlichkeiten von Sponsoren auf sich richten, die sich mit mehr als einer halben Millionen Euro kapitalisieren lassen? Natürlich kann ein wechselwilliger Spieler auch plötzlich die Lust verlieren. Eine Verletzung kann in jeder Partie passieren. Und dann würden die Füchse sagen: „Hätten wir mal…".
Der Verkauf von Nenadic war kein Alleingang von Bob Hanning. Vorstand und Mannschaft wurden zum Zeitpunkt der Abgabe befragt. Vielleicht ist der Verkauf zum neuen Jahr auch richtig, wenn das Team trotzdem die Meisterschaft holt. Geschieht das, müssten wir den Superlativ steigern. Ich mach' mir einmal Gedanken.