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Die Kolumne von Sky Experte Stefan Kretzschmar

Kretzschmar: Flensburg ist noch nicht Meister!

Stefan Kretzschmar

24.02.2019 | 17:09 Uhr

Stefan Kretzschmar analysiert in seiner Kolumne die spannendsten Themen aus der Welt des Handballs
Image: Stefan Kretzschmar analysiert in seiner Kolumne die spannendsten Themen aus der Welt des Handballs © Sky

Sky Experte Stefan Kretzschmar beleuchtet in seiner Kolumne jede Woche die wichtigsten Themen aus der Welt des Handballs. Dieses Mal ordnet der ehemalige Nationalspieler den Sechs-Punkte-Vorsprung von Tabellenführer Flensburg und den Wechsel von Mimi Kraus von Stuttgart nach Bietigheim ein.

Die Niederlage von Kiel gegen den SC Magdeburg war ein ordentliches Ausrufezeichen und stellt für den THW einen harten Rückschlag dar. Es sind noch 13 Spieltage zu gehen und der Vorsprung von Flensburg auf Kiel beträgt nun sechs Punkte. Da müsste also schon noch recht viel passieren, dass die SGF das noch verspielt.

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Allerdings haben wir in der Bundesliga in dieser Hinsicht schon viel gesehen. Zur Erinnerung: die Rhein-Neckar Löwen haben im letzten Jahr zum Ende hin in Erlangen unentschieden gespielt und zuhause gegen Melsungen verloren, sodass Flensburg dann überraschend noch Meister geworden ist.

Flensburg ist keine Übermannschaft

Das Ganze kann ich mir in diesem Jahr auch bei Flensburg vorstellen, obwohl die Norddeutschen bislang eine lupenreine Bundesliga-Saison spielen. Für mich macht die SGF aber nicht den Eindruck einer Übermannschaft. Das hat sich bei den beiden Champions-League-Spielen in Zaporozhye als das Team von Coach Maik Machulla verloren hat und zuhause gegen Celje als Flensburg ein Last-Second-Sieg gelungen ist, gezeigt.

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SG Flensburg-Handewitt hat sich ins Achtelfinale der Champions League gezittert.

Flensburg ist auch in der Bundesliga nicht unschlagbar. Auf die SGF kommen noch schwere Aufgaben zu - und das nicht nur auswärts bei den Topteams. Momentan haben sie diesen Nimbus der Unbesiegbarkeit und das Selbstvertrauen. Allerdings wird es spannend zu beobachten sein, wie sie reagieren, wenn sie ein Spiel verlieren sollten. Möglicherweise entstehen dann erste Zweifel, weshalb den Flensburgern zum jetzigen Zeitpunkt der Titel noch nicht zugeschrieben werde sollte.

Magdeburg wird nächste Saison um die Champions-League-Plätze mitmischen

Nicht um den Titel spielt der SC Magdeburg mit. Doch der SCM nimmt in dieser Saison eine gute Rolle ein. Derzeit hat man vier Punkte Rückstand auf Kiel und damit auf Rang zwei, der für die Teilnahme an der nächstjährigen Champions League berechtigen würde. Den direkten Konkurrenten konnte Magdeburg in dieser Saison zweimal schlagen. Sie haben in Kiel unter Druck sehr diszipliniert gespielt und weniger Fehler als der THW in eigener Halle gemacht. Damit ist ihnen ein taktisch sehr disziplinierter und nervenstarker Sieg gelungen. Absolutes Kompliment an die Truppe von Trainer Bennet Wiegert.

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DKB Handball-Bundesliga: THW Kiel patzt erneut gegen Magdeburg.

Da steckt ganz viel Potential drin und auf die Bundesliga wird in den kommenden Jahren diesbezüglich einiges zukommen. In dieser Saison kommt die Champions League für Magdeburg allerdings noch zu früh. In der nächsten Spielzeit können sich die Teams, die bislang ein Abonnement für die Champions League hatten, aber warm anziehen. Da wird Magdeburg hundertprozentig kräftig mitmischen.

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Doch nicht nur im oberen Tabellenviertel ist es spannend. Auch im Tabellenkeller könnte durch den sofortigen Wechsel von Mimi Kraus von Stuttgart nach Bietigheim noch einmal Bewegung reinkommen.

Kraus-Verpflichtung: Hoffnung und Gefahr zugleich

Für die SG BBM ist die Verpflichtung von Mimi ein Volltreffer. Dadurch erhält Bietigheim nochmal einen Hoffnungsschimmer und vielleicht einen entscheidenden Impuls im Abstiegskampf, denn dass Mimi Spiele alleine entscheiden kann, hat er vor seiner Operation gezeigt.

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DKB Handball-Bundesliga: Bietigheim unterliegt Melsungen 31:24.

Allerdings ist das gleichzeitig auch eine Gefahr für Bietigheim, weil die anderen Spieler denken: „Gib Mimi den Ball, der macht das schon." So werden sie keinen Erfolg haben. Es müssen alle an einem Strang ziehen und mitkämpfen.

In puncto Optimismus und Glauben an den Klassenerhalt ist die Verpflichtung eines Spielers, der mit seiner individuellen Klasse Spiele entscheiden kann, aber ein tolles Zeichen.

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