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Die Kolumne von Sky Experte Stefan Kretzschmar

Kretzschmar: Flensburg und Löwen haben Final4 im Tank

Stefan Kretzschmar

19.03.2019 | 10:26 Uhr

Stefan Kretzschmar analysiert in seiner Kolumne die spannendsten Themen aus der Welt des Handballs
Image: Stefan Kretzschmar analysiert in seiner Kolumne die spannendsten Themen aus der Welt des Handballs © Sky

Sky Experte Stefan Kretzschmar beleuchtet in seiner Kolumne jede Woche die wichtigsten Themen aus der Welt des Handballs. Diesmal spricht er über die möglichen Folgen für die Rhein-Neckar Löwen, sollten diese die Champions League verpassen. Zudem nimmt er die CL-Achtelfinalpaarungen unter die Lupe.

In der Bundesliga sowie in der Champions League steht aufgrund der Länderspielpause ein spielfreies Wochenende an - Zeit, um auf die beiden Wettbewerbe zurückzublicken. Besonders die Rhein-Neckar Löwen haben aus Ergebnissicht mit der Niederlage in der Königsklasse gegen Barcelona und dem Remis in Erlangen enttäuschende Tage hinter sich. Gerade letzteres könnte am Ende im Kampf um die nächstjährige Champions-League-Qualifikation schwer wiegen, denn es werden ja nur der Meister und Vizemeister im wichtigsten Wettbewerb spielen.

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DKB Handball-Bundesliga: Die Rhein-Neckar Löwen vergeben einen Punkt an Erlangen (Videolänge: 2:09 Minuten).

Verpassen der Champions League: Nur aus sportlicher Sicht ein Nachteil

Auch wenn die Saison noch lang ist, droht den Löwen als derzeit Dritter in der Bundesliga das Verpassen der CL. Sollte dieser Fall eintreten, muss er aber aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden.

Unter dem ökonomischen Gesichtspunkt muss festgehalten werden, dass die Löwen mit der Champions League noch nie wirklich Gewinn gemacht haben, da der Zuschauerzuspruch für die SAP-Arena in diesem Wettbewerb in den letzten Jahren nicht annähernd mit dem in der Bundesliga vergleichbar war. Ökonomisch könnten die Mannheimer also eine Nicht-Teilnahme verkraften, weil eben im Vergleich zu Kiel in der Königsklasse nie Geld verdient wurde.

Sportlich ist das aber natürlich was anderes! Es geht um Prestige und darum, Spieler nach Mannheim zu locken, die dann natürlich in der Champions League spielen wollen. Für viele große Spieler ist das ein wichtiges Kriterium. Sollte das mal ein Jahr nicht gelingen, ist das noch okay. Aber auf Dauer gesehen, ist eine Teilnahme an diesem Wettbewerb im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Qualität im Kader elementar. Es ist wichtig, dass Spieler die Perspektive CL spielen zu können, aufgezeigt bekommen.

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VELUX EHF Champions League: Die Rhein-Neckar Löwen rutschen durch die Pleite gegen Barcelona auf Platz fünf und treffen im Achtelfinale auf Nantes (Videolänge: 2:04 Minuten).

Nantes leichter Favorit gegen die Löwen

In dieser Saison spielen die Löwen aber bekanntlich ja noch in der Champions League. Seit dem Wochenende ist auch klar, dass es im Achtelfinale gegen den letztjährigen Finalisten Nantes geht. Nantes hat sich zu Beginn der CL-Saison schwer getan und einige Heimniederlagen verkraften müssen, die man so nicht erwartet hat. Aber zuletzt habe ich Nantes auch gegen Flensburg gesehen. Da war schon auffällig, dass sie eine Mannschaft haben, die wahnsinnig gefährlich ist. Sie sind sehr gefestigt und haben mit Kiril Lazarov einen Routinier, der zu den besten Shootern aller Zeiten gehört.

Das ist schon eine sehr abgezockte, gut eingespielte Mannschaft, die auf allen Positionen stark besetzt ist. Aufgrund der aktuellen Verfassung und da die Franzosen das Rückspiel zuhause haben, sehe ich bei Nantes einen leichten Vorteil gegenüber den Löwen. Für mich stehen die Chancen aus Mannheimer Sicht 49 zu 51 Prozent. Die Löwen wollen sich nach zwei Meisterschaften in den letzten drei Jahren nun aber auch auf internationaler Bühne beweisen und das große Ziel Final4 in Köln erreichen. Der Kader gibt das prinzipiell auch her, weshalb die Truppe von Trainer Nicolaj Jacobsen mit viel Selbstvertrauen in das Achtelfinale gehen wird.

Achtung Flensburg! Brest hat hohe Qualität in den Reihen

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VELUX EHF Champions League: Die SG Flensburg-Handewitt rettet einen Punkt und sichert sich Tabellenplatz drei (Videolänge: 01:55 Minuten).

Anders sieht es bei der SG Flensburg-Handewitt aus. Der Meister hat sich als Dritter der Gruppe für das Achtelfinale qualifiziert und ist gegen Brest favorisiert - allerdings nur leicht. Denn auch Brest hat sehr hohe Qualität in den Reihen. Spielerisch ist das ein interessanter Gegner, der sich mittlerweile europäisches Renommee erarbeitet hat. Dort wird mit viel Geld gearbeitet, womit versucht wird, ausländische Stars nach Brest zu locken. Das ist bislang ganz gut gelungen. Sie haben gute russische und serbische Spieler. Doch ähnlich wie bei Nantes gegen die Löwen sehe ich in diesem Duell aufgrund des Heimrechts im Rückspiel Flensburg als Favorit.

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Generell sehe ich nach Jahren der Abstinenz bei unseren beiden deutschen Vertretern gute Chancen auf ein Erreichen des Final4 in Köln - das haben beide Teams im Tank! Ich bin diesbezüglich sehr optimistisch und traue sowohl Flensburg als auch den Löwen eine erfolgreiche Gestaltung der bevorstehenden Aufgaben zu.

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