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Kretzschmar: Rhein-Neckar Löwen müssen Saison mit Anstand beenden

Die Kolumne von Sky Experte Stefan Kretzschmar

Stefan Kretzschmar

08.04.2019 | 09:43 Uhr

Stefan Kretzschmar analysiert in seiner Kolumne die spannendsten Themen aus der Welt des Handballs
Image: Stefan Kretzschmar analysiert in seiner Kolumne die spannendsten Themen aus der Welt des Handballs © Sky

Sky Experte Stefan Kretzschmar beleuchtet in seiner Kolumne jede Woche die wichtigsten Themen aus der Welt des Handballs. Diesmal spricht er über die enttäuschende Saison der Löwen und blickt auf das REWE Final Four im DHB-Pokal in Hamburg voraus.

Die Rhein-Neckar Löwen sind in der Champions League an Nantes gescheitert. Damit war bereits zum fünften Mal in Folge im Achtelfinale Schluss. Allerdings muss man keinen großen Skandal daraus machen. Meiner Meinung nach haben für die Mannheimer nur Kleinigkeiten gefehlt. Die Truppe von Trainer Nicolaj Jacobsen hat in der entscheidenden Phase zwei Chancen liegen gelassen und so verpasst, das Spiel erfolgreich zu gestalten.

Hinzu kam noch, dass die Löwen keine Torhüterleistung hatten. Es war leider auch zum ungünstigsten Zeitpunkt, dass sich das vermeintlich beste Torhüter-Gespann der Liga eine Auszeit nimmt. Wirklich tragisch für die Löwen, gerade weil sie eine beherzte Leistung mit einem motivierten und guten Auftreten in Nantes gezeigt haben.

2:25
Die Rhein-Neckar Löwen sind denkbar knapp aus der VELUX EHF Champions League ausgeschieden. Nach dem 34:32-Sieg im Hinspiel verlor die Truppe von Trainer Nicolaj Jacobsen in Nantes mit 27:30 (Videolänge: 2:25).

Durch das Ausscheiden in der Champions League - was quasi der letzte Strohhalm für die Löwen war - fällt die Saison der Mannheimer somit unter die Kategorie: enttäuschend! Sie haben sich nach zwei Meisterschaften und dem Pokalsieg vorgenommen, dass Champions-League-Final-Four in Köln zu erreichen. Das haben sie nicht geschafft.

Löwen sollen Jacobsen zufriedenstellenden Abschied bereiten

Für die Löwen gilt es jetzt, sich mit Anstand aus der Saison zu verabschieden. Ich glaube nicht, dass sich noch den Champions-League-Platz zwei erreichen, aber es sind noch acht Spieltage und sie treffen dabei auf Teams, die um die Meisterschaft und gegen den Abstieg spielen. Da dürfen sie sich keine weiteren Enttäuschungen wie zuletzt in Gummersbach leisten. Sie werden noch einige Spiele haben, bei denen die Halle ausverkauft ist und die Fans noch einiges von ihnen erwarten werden. Diesen Ansprüchen sollten sie gerecht werden. Das Ziel muss es sein, sich für den internationalen Wettbewerb - also zumindest für den EHF-Cup - zu qualifizieren.

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Außerdem hoffe ich, dass sie ihrem Coach Nicolaj Jacobsen einen zufriedenstellend Abschied bereiten werden. Der Mann hat mit den zurückliegenden Erfolgen wirklich einiges für die Löwen geleistet!

Flensburg beeindruckt mich

Besser lief es in der Königsklasse für die SG Flensburg-Handewitt, die ins Viertelfinale eingezogen ist. Doch auch beim Auftritt in der Bundesliga in Magdeburg war ich vom Auftreten der Flensburger wahnsinnig positiv überrascht - trotz der ersten Bundesliga-Niederlage seit über einem Jahr.

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VELUX EHF Champions League : Die SG Flensburg-Handewitt gewinnt im Rückspiel deutlich mit 30:20 gegen Meshkov Brest (Videolänge: 2:19 Minuten).

Ich dachte vor dem Spiel, dass die SG in Magdeburg deutlich die Grenzen aufgezeigt bekommt. Doch Flensburg hat sehr überzeugend dagegengehalten, ein tolles Spiel abgeliefert und sogar die Chance gehabt, die Partie zu gewinnen. Mich beeindruckt die Art und Weise, wie weit Flensburg schon ist - trotz der neuen Spieler, die sie vor der Saison integrieren mussten. Maik Machulla hat seine Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison nochmal weiterentwickelt.

Diese Niederlage in Magdeburg so abzuhaken und Brest in der Champions League so überzeugend und dominant rauszuwerfen, macht mir echt Hoffnung auf das Viertelfinale gegen Veszprem.

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DKB Handball-Bundesliga: Der SC Magdeburg bringt der SG Flensburg-Handewitt nach 371 Tagen die erste Bundesliga-Niederlage bei. (Videolänge: 2:25 Minuten).

Im REWE Final Four des DHB-Pokal kann alles passieren

Doch jetzt machen die Champions League und auch die Bundesliga erstmal Pause. Am Wochenende steht das Final Four im DHB-Pokal in Hamburg an - mit den Halbfinalpartien Hannover gegen Magdeburg und Kiel gegen Berlin.

Nominell sind im Halbfinale Magdeburg und Kiel die Favoriten. Berlin befindet sich derzeit in der Krise und es ist auch fraglich, wie Hannover auf die jüngste Niederlage gegen Wetzlar reagiert - auch in diesem Fall gibt es zwei Gesichter. Wenn Hannover aber das zweite Gesicht zeigt, mit dem sie sich im Jahr 2019 stabilisiert haben, haben sie auf jeden Fall eine Chance. Und die Berliner sind eine Pokalmannschaft. Das haben die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt, als die Füchse den Europapokal und DHB-Pokal gewonnen haben. Das ist eine Mannschaft, die in einem Spiel, jedem Gegner gefährlich werden kann.

Hand aufs Harz - der Handball-Podcast

Hand aufs Harz - der Handball-Podcast

In der vierten Folge von "Hand aufs Harz - Der Handball-Podcast" gibt es ziemlich viel zu lachen. Zu Gast: Andy Schmid von den Rhein-Neckar Löwen.

Es ist nicht vorhersehbar, wer dieses Final Four gewinnen wird. Das Finalturnier ist ein ganz eigenes Phänomen. Nominell würde ich Kiel sagen. Dahinter sehe ich Magdeburg. Aber auch Hannover und Berlin haben sich ihre Eintrittskarte für dieses Turnier verdient. Ich freue mich einfach wahnsinnig auf dieses Final Four. Es kann alles passieren.

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