Julia Taubitz holt Olympia-Gold im Rodeln

Julia Taubitz raste mit einem wilden Jubelschrei in den Zielbereich, Sekunden später flossen Tränen des Glücks:

Julia Taubitz holt Gold im Rodeln.
Image: Julia Taubitz holt Gold im Rodeln.  © Imago

Deutschlands Vorzeigerodlerin hat sich in Cortina d'Ampezzo ihren Kindheitstraum erfüllt und erstmals Olympiagold gewonnen.

Beim Banden-Drama um ihre Teamkollegin Merle Fräbel raste die 29 Jahre alte Weltmeisterin zwei Tage nach dem Coup von Max Langenhan zum zweiten Triumph für die deutschen Schlittensportler - insgesamt ist es bereits das dritte deutsche Gold in Norditalien.

"Ich habe lange nicht mehr so viel geweint, da ist gerade ganz viel abgefallen", sagte Taubitz im ZDF: "Die letzten vier Jahre waren nicht immer leicht, aber es hat sich gelohnt." Denn 2022 in Peking war es noch ganz anders gelaufen für Taubitz, als Favoritin stürzte sie damals und verpasste die Medaillen. Nun entlud sich einiges. Schluchzend sang Taubitz die Nationalhymne und küsste ihre ersehnte Medaille. "Das war mein Kindheitstraum von kleinauf, ich habe schon nicht mehr dran geglaubt", die Tage in Cortina seien nun "der geilste Tanz meines Lebens" gewesen.

Klare Sache im Ziel

Dabei blieb ein vorher erwarteter Tausendstel-Krimi am Dienstag überraschend aus: Fräbel, mit nur 0,061 Sekunden Rückstand auf Taubitz in den Entscheidungstag gegangen, krachte beim Start des dritten Laufes in die Bande und musste ihre Medaillenträume begraben. Ein guter vierter Durchgang genügte nicht mehr, im Zielbereich zuckte sie frustriert mit den Schultern und vergoss ein paar Tränen. Am Ende nur Platz acht.

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Taubitz hingegen feierte, auch angefeuert von mehr als 50 Fans aus der Heimat, den größten Erfolg ihrer Karriere. Mit deutlichem Vorsprung setzte sich die achtmalige Weltmeisterin vom WSC Oberwiesenthal vor der Lettin Elina Bota und der US-Amerikanerin Ashley Farquharson durch und bescherte dem Team Deutschland in Norditalien die dritte Goldmedaille. Vier Jahre nach ihrem Olympiatrauma von Peking ist es für Taubitz das ersehnte Happy End.

2022 war die als Favoritin gestartete Athletin aus dem Erzgebirge im zweiten Lauf gestürzt und in der Folge nur Siebte geworden. "Ich habe lange gebraucht, um diesen Rückschlag zu verarbeiten", sagte Taubitz. Sie tritt nun die Nachfolge von Natalie Geisenberger an, die in Peking mit ihren Goldmedaillen fünf (Einzel) und sechs (Teamstaffel) zur erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin aufgestiegen war.

Historischer Erfolgslauf fortgesetzt

Taubitz, die bereits fünf Gesamtweltcupsiege in ihrer Vita stehen hat, setzte im Eiskanal einen historischen Erfolgslauf fort: Seit 1998 kam die Olympiasiegerin im Einsitzer der Frauen stets aus Deutschland. Schon am vierten Tag der Wettkämpfe in Norditalien erweist sich der Bob- und Schlittenverband BSD einmal mehr als Erfolgsgarant. In Peking hatten die Rodler, Skeletonis und Bob-Piloten 16 der 27 deutschen Medaillen gewonnen. Im Rodeln ging Gold dort in allen vier Wettbewerben an den BSD.

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Taubitz legte den Grundstein für den Erfolg schon am Montag. Während die internationale Konkurrenz reihenweise patzte, setzte sie sich mit Bahnrekord im zweiten Lauf an die Spitze. Nach dem Patzer von Fräbel konnte dann nur noch ein schwerer eigener Fehler den Olympiasieg verhindern, mehr als sieben Zehntelsekunden Vorsprung nahm Taubitz mit in den finalen Lauf - und blieb dort cool. Eine olympische Medaille sei ihr "Traum von klein auf" gewesen, hatte Taubitz vor dem Rennen betont. Anna Berreiter aus Berchtesgaden, Olympiazweite von Peking, verpasste das Podium als Sechste deutlich.

SID

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