Tennis in Madrid: Check-up mit Stefan Hempel, Marcel Meinert und Paul Häuser

Check-Up vor Madrid: Fast alles spricht für Alcaraz

Von Stefan Hempel, Marcel Meinert und Paul Häuser

Nach einer Woche mit den Turnieren aus Barcelona & München in der Sky Tennis Konferenz geht es weiter mit dem Masters in Madrid. In der Caja Magica steigt vierte 1000er Turnier der Saison und fast alles spricht im Vorfeld für Titelverteidiger und Überflieger Carlos Alcaraz.

Für Sascha Zverev geht es nach einem enttäuschenden frühen Aus in München darum, bei seinem Lieblingsturnier wieder an alte Glanzzeiten anzuknüpfen. Zverev hat in Madrid zweimal gewonnen und stand letztes Jahr gegen Alcaraz im Finale. Unsere Kommentatoren Paul Häuser, Marcel Meinert und Stefan Hempel melden sich zum Turnierstart wie gewohnt mit ihrem Check-up.

Favoritencheck:

Paul Häuser: "Es kann nur einen großen Favoriten in Madrid geben: Carlos Alcaraz. Die Art und Weise, wie der Spanier in Barcelona dominiert hat und ohne Satzverlust zum Titel gecruist ist, war wieder einmal eine Demonstration seiner Klasse. Alcaraz hat sich erneut prächtig von einer Verletzungspause erholt und wurde dann im Laufe des Turniers immer stärker. Im Endspiel gegen Tsitsipas lief der 19-Jährige dann so richtig heiß und ließ dem Griechen keine Chance.

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Der Spielwitz, die Power in seinen Schlägen, die explosive Beinarbeit und dazu auch noch die Freude am Spiel sorgen für ein fantastisches Gesamtpaket. Alcaraz hat vor den heimischen Fans brilliert und die Stimmung komplett aufgesaugt, von zu viel Druck keine Spur bei ihm. So spricht diesmal in Madrid alles für eine Titelverteidigung, besonders ohne die Teilnahme von Novak Djokovic und Rafael Nadal.

Im letzten Jahr besiegte Alcaraz Nadal, Djokovic und Zverev hintereinander auf dem Weg zum Titel. Dieses Mal sehe ich seinen Finalgegner in Barcelona, Stefanos Tsitsipas, sowie Holger Rune und vielleicht sogar Lorenzo Musetti als seine größten Konkurrenten. Aber so wie Alcaraz schon wieder in Barcelona performt hat, bewegt sich der Spanier womöglich erneut in ganz eigenen Sphären."

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Alexander Zverev - Status quo:

Marcel Meinert: "Die deutsche Nummer eins ist weiterhin auf der Suche nach konstanten Leistung. In Madrid kommt er nun zu einem seiner Lieblingsturniere zurück. Die Bedingungen dort liegen ihm - und zum Glück ist es in der spanischen Hauptstadt auch deutlich wärmer als zuletzt in München. Am Wochenende soll sogar die 30-Grad-Marke geknackt werden.

Körperlich dürfte der Hamburger gut in Schuss sein, jetzt gilt es auch mental in eine noch stabilere Verfassung zu kommen, um die Auftaktniederlage von München tatsächlich als Ausrutscher verbuchen zu können. Im Achtelfinale könnte eine Neuauflage des Vorjahres-Endspiels gegen Alcaraz ins Haus stehen. Doch Zverev sollte keine Zeit damit verbringen, sich mit möglichen Szenarien zu beschäftigen. Dafür fehlt in seinem Spiel weiterhin die Sicherheit."

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Dominic Thiem - Status quo:

Stefan Hempel: "Dominic Thiem kommt langsam wieder auf Touren. Von den letzten acht Matches gewann der Österreicher fünf.Unter anderem zuletzt in München gegen einen formstarken Marc-Andrea Huesler aus der Schweiz. Die ehemalige Nummer drei der Welt hat nach dem Trainerwechsel, von Nicolas Massu zu Benjamin Ebrahimzadeh, neue Energie entwickelt, spielt freier und vor allem wieder konstanter.

Jetzt fehlt dem US Open-Champion von 2020 ein Sieg gegen einen Topspieler, sollte Thiem in Madrid seine erste Runde gegen den Briten Kyle Edmund gewinnen, dann wartet mit Stefanos Tsitsipas ein Top 5 Spieler. Ein weiterer guter Test, um zu spüren, was alles wieder möglich ist."

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Die anderen Deutschen:

Marcel Meinert: "Neben Alexander Zverev, sind mit Yannick Hanfmann, Jan-Lennard Struff und Oscar Otte noch drei weitere DTB-Spieler in der Caja Magica vertreten. Otte bekommt es mit dem Qualifikanten Pavel Kotov zu tun - klingt nach einer guten Gelegenheit, um mal wieder auf einer großen Bühne erfolgreich zu sein. In München hat er zuletzt leichtfertig sein zweites Viertelfinale in diesem Jahr verspielt. Jetzt hofft Otte, der im Sommer Vater wird, auf eine positive Reaktion.

Hanfmann hat sich mit der gelungenen Qualifikation für eine starke Sandplatzsaison belohnt. Schon beim Heimspiel in München zeigte er mit dem Achtelfinal-Einzug eine ansprechende Leistung auf seinem Lieblingsbelag. In Madrid steht er erst zum zweiten Mal im Hauptfeld eines Mastersturniers. Alles, was jetzt kommt ist für 'Hanfi' ein Bonus - er kann nur gewinnen!

Struff hatte nach seiner Niederlage im Qualifikations-Finale gegen Aslan Karatsev das Glück als „Lucky Loser" ins Hauptfeld einzuziehen. Mit seinem schnellen Spiel und einer guten Quote beim Aufschlag hat er gegen Lorenzo Sonego durchaus Chancen an seine guten Leistungen vom Masters in Monte Carlo, als er aus der Quali bis ins Viertelfinale kam, anzuknüpfen."

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Dark Horses - Players to watch:

Paul Häuser: "Nun ist es passiert. Lorenzo Musetti hat in Monte Carlo abgeliefert und Novak Djokovic besiegt. Somit ist der Italiener nun kein Dark Horse mehr. Ich setze nun also auf ein neues Pferd und gehe auf den spektakulären Spanier Alejandro Davidovich Fokina. Bei ihm gibt es immer vollen Einsatz und jede Menge Stopps."

Stefan Hempel: "Ich gehe mal auf Nicolas Jarry. Der Chilene hat eine gute Auslosung erwischt und wird immer besser."

Marcel Meinert: "Benoit Paire ist wieder da! Der französische Virtuose scheint seine Sinnkrise überwunden zu haben. Im März gewann er in Mexiko ein Challenger, jetzt steht er nach einer starken Qualifikation wieder im Hauptfeld eines 1000er-Turniers. Wenn er das Duell der Qualifikanten gegen Matteo Arnaldi gewinnt, kann er Casper Ruud in dessen erster Partie durchaus in Gefahr bringen."

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