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Novak Djokovic - Liebe durch Zahlen

Djokovic Wimbledon-Sieger - Federer Sieger der Herzen

19.07.2019 | 18:49 Uhr

Wimbledon-Sieger Novak Djokovic wünscht sich die gleiche Unterstützung der Fans, die Roger Federer zuteil wird.
Image: Wimbledon-Sieger Novak Djokovic wünscht sich die gleiche Unterstützung der Fans, die Roger Federer zuteil wird. © Getty

Novak Djokovic ist Wimbledon-Champion 2019. Aber der Sieger der Herzen heißt Roger Federer. Das beschäftigt den Titelverteidiger und die Nummer eins der Welt allerdings mehr als sein Triumph. Sky Tennis-Experte Moritz Lang widmet sich dem "Djoker" nach seinem Wimbledon-Triumph.

Nach dem Wimbledon-Finale durchlief der Sieger einen Interview-Marathon: erst Pressekonferenz, dann Studiobesuche und im Anschluss noch Einzelinterviews.

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Wimbledon-Sieger Novak Djokovic erklärt im Sky Interview, wie er die beiden Matchbälle gegen Roger Federer abgewehrt hat. Zudem löst er ein Versprechen aus dem Vorjahr ein. (Länge: 6:01 Minuten)

Ich erinnere mich noch an Angelique Kerber nach ihrem Sieg im vergangenen Jahr. Auf dem Weg zu unserem Studio ist sie vor Freude fast geplatzt. Sie hat jede einzelne Person angegrinst und hat so viel Euphorie versprüht, dass es alle Anwesenden mitgerissen hat.

Fehlende Unterstützung der Fans

Ganz anders war die Ausstrahlung nach dem Triumph des diesjährigen Siegers: Djokovic war ruhig und erstaunlich wenig emotional. Zum einen hat ihn das längste Finale der Turniergeschichte platt gemacht, zum anderen gingen dem Serben andere Dinge durch den Kopf. Schon auf der Pressekonferenz sprach Djokovic sehr sachlich über die fehlende Unterstützung der Fans. Er gab offen zu, wie sehr er sich die gleiche Liebe auf dem Platz wünscht, die Roger Federer zuteil wird.

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Wimbledon: Die Highlights vom Endspiel zwischen Novak Djokovic und Roger Federer. (Länge: 15:01 Minuten)

Djokovic schilderte, wie er sich einfach vorstellt, dass die Fans seinen Namen rufen, wenn sie eigentlich "Roger, Roger, Roger" rufen. Der Serbe wurde gefragt, ob er glaubt, dass die Fans später, wenn er mal mit 37 das Finale spielen sollte, seinen Namen rufen. Die Antwort war: "Ich hoffe."

Djokovic wünscht sich die Liebe der Zuschauer

Es bleibt sein großes Thema: Djokovic wünscht sich die Liebe und Zuneigung der Zuschauer, die Federer, Nadal und Murray bekommen. Er möchte sie sich unter anderem durch Rekorde erspielen und diese jagt er weiter. Er hat inzwischen 16 Grand-Slam-Titel, zwei weniger als Nadal und vier weniger als Federer.

Die (noch) sportliche Lücke zu dem Spanier und dem Schweizer stört ihn aber deutlich weniger, als die Lücke in der Gunst und Zuneigung der Zuschauer. Denn er weiß: Die Rekorde kann er wahrscheinlich einstellen, vielleicht sogar brechen. Die Liebe kann man sich aber nicht erkaufen bzw. erspielen.

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