Zverev ist nun ein "Grand-Slam-Monster" - ein Kommentar zum Triumph bei den US Open
Alexander Zverev hat die US Open gewonnen und damit seine herausragende Grand-Slam-Saison gekrönt. Nach dem Titel bei den French Open folgte nun auch der Triumph in New York.
14.09.2026 | 23:46 Uhr
Alexander Zverev erreichte 2026 bei den größten vier Turnieren mindestens das Halbfinale. Der jüngste Triumph bei den US Open hat ihn nun endgültig zu einem Grand-Slam-Monster gemacht, findet Sky Sport Kommentator Paul Häuser.
Was ist das für eine Grand-Slam-Saison von Alexander Zverev? Halbfinale Australian Open, Titel Roland Garros, Finale Wimbledon und nun auch noch der Titel bei den US Open. Mit solch einer Grand-Slam-Bilanz in einem Jahr kann nicht einmal der große Boris Becker mithalten. Der hatte sein bestes Jahr übrigens 1989 (Achtelfinale Australian Open, Halbfinale Roland Garros, Titel Wimbledon, Titel US Open).
Zverev galt lange als der Unvollendete, als ein "Choker" in den entscheidenden Momenten bei den Slams oder einfach nicht gut genug für die beiden Besten Jannik Sinner und Carlos Alcaraz. Nun ist er auf der größten Bühne zu einem "Grand-Slam-Monster" geworden.
Zverev war bereit, sein Spiel offensiv radikal anzupassen
Er ist der fitteste Spieler auf der Tour. Ausgerechnet er, der Diabetiker. "Du arbeitest härter als jeder andere, den ich kenne. Du verbringst mehr Zeit auf dem Platz als jeder andere, den ich kenne," sagte der unterlegene Ben Shelton bei der Siegerehrung zum neuen Champion der US Open.
Seine Disziplin, seine Fitness, seine Geduld in den Ballwechseln, seine harten Grundschläge und natürlich der grandiose Aufschlag sind die Zutaten für dieses Erfolgsmenü. Aber Zverev war für diesen Triumph auch bereit, sich in der Trainingsarbeit mit seinem Team, um Papa Alexander Senior und Bruder Mischa, zu verändern und sein Spiel für diese Spielzeit offensiv radikal anzupassen und viel mutiger als bisher zu agieren.
Gegen diesen "Grand-Slam-Sascha" ist es nun extra schwer, drei Sätze zu gewinnen. Das haben in diesem Jahr nur Alcaraz in einem äußerst knappen Australian-Open-Halbfinale in fünf Sätzen (Zverev schlug zum Match auf) und Sinner in einem genialen Wimbledon-Finale geschafft.
Weltranglistenerster: Zverevs nächster Traum rückt näher
Wenn Zverev weiter so fit und gierig bleibt, scheinen weitere Grand-Slam-Titel durchaus denkbar. Er ist befreit von dieser ewigen Last, er hat es allen bewiesen und dazu gibt es große Fragezeichen bei der Konkurrenz: Sinner erholt sich gerade von Knieproblemen und soll demnächst auf die Tour zurückkehren. Alcaraz hat in New York beeindruckend nach seiner Handgelenksverletzung gespielt, wurde erst im Viertelfinale von Shelton gestoppt. Aber reicht das für diesen neuen, vor Selbstvertrauen nur so strotzenden Zverev?
Im Race to Turin ist Zverev bereits die Nummer eins, der beste Spieler bislang in dieser Saison. Hält die Topform weiter an, dann stehen die Chancen nun so richtig gut, am Ende der Saison auch die Spitze an der Weltrangliste zu erobern und sich damit einen weiteren Traum zu erfüllen.
Es wäre die logische Folge nach dieser bärenstarken Saison des "Grand-Slam-Monsters".
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