Kommentar zu Thomas Tuchel und Englands WM-Aus gegen Argentinien
It's not coming home… again! Endstation Halbfinale für die englische Nationalmannschaft Thomas Tuchel gegen Argentinien - und das hochverdient, weil der deutsche Trainer mit seinen Wechseln verzockt.
16.07.2026 | 09:27 Uhr
Ein Kommentar von Sky Sport Reporter Kerry Hau.
Was die Three Lions nach dem Führungstreffer durch Anthony Gordon in der 55. Minute angeboten haben, war einfach zu wenig. Zwölf (!) magere Prozent Ballbesitz bis zum argentinischen Siegtor von Lautaro Martinez in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Lieber verteidigt und auf Umschaltsituationen gehofft als aktiv und selbstbewusst zu bleiben. Die Engländer stellten das Fußballspielen ein - und wurden bestraft.
Allen voran Thomas Tuchel. Der deutsche Trainer hat sich mit seinem Matchplan und seinen defensiven Wechseln verzockt. Das kann in einem Halbfinale einer Weltmeisterschaft passieren. In dieses hat er seine Mannschaft auch immerhin geführt.
Das müssen Tuchel und Englands Spieler sich vorwerfen lassen
Doch er und seine Spieler müssen sich vorwerfen lassen, dass sie sich zum Teil durch dieses Turnier gemurkst und ihr zweifellos hohes Potenzial zu selten im Kollektiv ausgenutzt haben. Wie schon im Viertelfinale gegen Norwegen, als Tuchel hinterher von Glück sprach. Dieses Glück war jetzt aufgebraucht.
Sich nur auf die beiden Ausnahmekönner Harry Kane und Jude Bellingham zu verlassen, reicht einfach nicht, um ein WM-Finale zu erreichen - geschweige denn, es zu gewinnen.
Messi lässt die GOAT-Debatte verstummen
In diesem steht jetzt Argentinien zum zweiten Mal in Folge. Wieder einmal dank einer kampfstarken, nie aufgebenden Elf voller Krieger. Und Lionel Messi. Seine Ausstrahlung auf dem Feld bleibt so unerreicht wie sein Spielwitz.
Er war der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Albiceleste. Umso erstaunlicher, dass "La Pulga" auch mit 39 Jahren gegen eine physisch so starke Mannschaft wie England so robust in den Zweikämpfen geblieben ist.
Messi ist nicht nur immer noch top, sondern auch topfit. Die GOAT-Debatte sollte - bei allem Respekt vor Cristiano Ronaldo und dessen Karriere - nach diesem Turnier beendet sein. Messi hat es (wieder einmal) allen gezeigt.
Argentinien ist viel mehr als nur Messi
Die Argentinien-Geschichte ist trotzdem mehr als die Messi-Geschichte. Die Winner-Mentalität wird vorgelebt von weltmeisterlichen Fans, die ihre Mannschaft auch diesmal wieder zum Sieg getragen haben. Die Atmosphäre in Atlanta war unglaublich. Und es sagt viel über diese Mannschaft aus, dass sogar eine Stunde nach Abpfiff noch Gesänge aus der argentinischen Kabine für die Journalisten in der Mixed Zone zu hören waren.
Im Endspiel von New Jersey wartet mit Spanien eine deutlich stärkere und eingespielte Mannschaft als England. Wenn jemandem zuzutrauen ist, den Europameister zu stürzen, dann aber den Argentiniern.
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