Formel 1 in Zandvoort vor Abschied: Kommt der Deutschland-GP in Hockenheim zurück?

Der Große Preis der Niederlande 2026 ist das letzte Formel-1-Rennen in Zandvoort. Gleichzeitig gibt es erstmals wieder Gespräche über eine mögliche Rückkehr der Formel 1 nach Hockenheim.

Die Formel 1 gastiert an diesem Wochenende zum letzten Mal in Zandvoort.
Image: Die Formel 1 gastiert an diesem Wochenende zum letzten Mal in Zandvoort.  © Imago

Zandvoort verschwindet nach dem Rennen am Sonntag aus dem Formel-1-Kalender. Die Diskussion über einen Deutschland-GP gewinnt dadurch neue Aufmerksamkeit.

Es war ein rauschendes Fest, doch am Sonntag ist es vorbei. Rund 300.000 Fans pilgerten stets zur Rennstrecke in Zandvoort, in den Dünen der Nordsee hatte der Hype um Weltstar Max Verstappen in jedem Sommer seine Heimat. Die Tribünen waren prall gefüllt, und wenn die Motoren schwiegen, wurde rundherum die Musik aufgedreht. Tag und Nacht ließen viele Menschen viel Geld in der Region - und doch leistet sich Zandvoort die Formel 1 an diesem Wochenende zum letzten Mal.

Der Grand Prix am Sonntag (15:00 Uhr/RTL und Sky Sport Formel 1) markiert den Abschied der Niederlande aus dem Rennkalender, Zandvoort ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie kompliziert es alles ist. "Wir sind in Privatbesitz und müssen daher eine Balance finden zwischen dem Veranstalten dieses Events und anderen Risiken", so hatte es Robert van Overdijk, der Direktor des Rennens, einmal formuliert.

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Hohe Antrittsgebühren werden zum Problem für Traditionsstrecken

Zandvoort also, das seit der Rückkehr 2021 stets ausverkauft war, hatte offenkundig Probleme, die entstehenden Kosten über Ticketverkäufe zu decken. Die hohen Antrittsgebühren der Formel 1 sind vor allem für die traditionsreichen Standorte ein Problem, auch Deutschland hat genau deshalb seit Jahren keinen Grand Prix mehr.

Wer sich hierzulande interessiert für die Rennserie, der hatte in der zurückliegenden Sommerpause allerdings mal wieder Anlass zu ein bisschen Hoffnung. Formel-1-Chef Stefano Domenicali nämlich berichtete, dass es "erstmals wieder Kontakte" nach Hockenheim gebe, mit der "mittelfristigen" Möglichkeit eines Rennens dort.

In der Kurpfalz mag man sich dazu momentan nur sparsam äußern. "Wie bereits in den vergangenen Jahren mehrfach betont, stehen wir in regelmäßigem Austausch mit der Formel 1", sagte Jorn Teske, Geschäftsführer des Hockenheimrings, dem SID: "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir keine neuen konkreten Ergebnisse oder Perspektiven vermelden."

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Neue Eigentümerstruktur der Hockenheimring GmbH

Und in der Tat hatte das Thema schon im vergangenen Sommer eine gewisse Dynamik entwickelt, Hintergrund ist eine Veränderung der Eigentümerstruktur, die mittlerweile abgeschlossen ist. Die Hockenheimring GmbH, zuvor in öffentlicher Hand, gehört nun zu 74,99 Prozent einer Investorengruppe bestehend aus deutschen Unternehmen.

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Erklärtes Ziel der neuen Gesellschafter ist es, in die Anlage zu investieren, die Besuchsqualität zu verbessern, als Leuchtturmprojekt gilt dabei eine Motorworld, die ab 2027 entstehen soll. Diese Pläne gelten unabhängig von der Formel 1 als notwendig, passen aber auch auf eine von Domenicali öffentlich formulierte Bedingung. Für die Formel 1 müssten "die Investitionen natürlich anders aussehen" als bislang, sagte der Italiener.

Saudi-Arabien will zweites Rennen - Thailand und Ruanda mit Interesse

Die Antrittsgebühren bleiben allerdings eine hohe Hürde. Die Formel 1 ist mittlerweile in einer starken Position, die Nachfrage nach Grands Prix übersteigt die Plätze im Kalender, entsprechend hoch sind die Forderungen. Zudem befanden sich Standorte wie Hockenheim - und auch Zandvoort - bislang in einem ungleichen Wettbewerb: Anderswo wird die Formel 1 mit reichlich Regierungs-Geld finanziert, "etwa 90 Prozent der Promoter" erhalten laut Domenicali mittlerweile derartige Unterstützung. Ähnliche Anwärter stehen zudem Schlange, Saudi-Arabien will ein zweites Rennen, Thailand und Ruanda zeigen großes Interesse.

Immerhin: Es wirkt, als habe die Formel 1 den europäischen Markt doch noch stärker im Blick, als es vor wenigen Jahren den Anschein hatte. Spa und Barcelona etwa, die zwischenzeitlich gefährdet schienen, sind weiterhin dabei, richten ihre Rennen künftig im jährlichen Wechsel aus. Und Hockenheim bleibt zumindest im Gespräch.

SID / Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de

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