Formel 1 News: Vettel hat Corona - die Folgen für Aston Martin
Das bedeutet das Vettel-Aus für Hülkenberg, Aston Martin & Co.
17.03.2022 | 19:08 Uhr
Nico Hülkenberg ersetzt Sebastian Vettel beim Saisonauftakt der Formel 1 2022. Sky Sport analysiert, was der kurzfristige Fahrerwechsel für Aston Martin und Co. bedeutet.
Vettel kann in Bahrain (das Rennen am Sonntag ab 16 Uhr LIVE und EXKLUSIV auf Sky Sport F1) aufgrund einer Coronainfektion nicht an den Start gehen.
Aston Martin reagierte prompt und rief bei Test- und Ersatzfahrer Hülkenberg an. Der 34-Jährige machte sich umgehend auf den Weg nach Bahrain und wird als zweiter Pilot neben Lance Stroll für den britischen Rennstall in Sakhir hinter dem Steuer sitzen. Sky Sport zeigt, was der kurzfristige Fahrerwechsel für Auswirkungen auf die einzelnen Parteien hat:
Aston Martin
Für Aston Martin wiegt der Ausfall von Vettel schwer, schließlich wollte die britische Nobelmarke nach einer durchwachsenen Debütsaison 2021 mit dem viermaligen F1-Weltmeister als Speerspitze in diesem Jahr vorne angreifen. Nun muss Hülkenberg in die Bresche springen.
Einen langjährigen F1-Piloten wie Hülkenberg als Ersatzfahrer in der Hinterhand zu haben, ist für Aston Martin aber ein Glücksfall. Der Emmericher kennt das Team, bei dem er seit 2020 als Test- und Ersatzfahrer fungiert und für dessen Vorgänger Force India (2012, 2014-2016) er vier Jahre gefahren ist, in- und auswendig.
In den Testfahrten hatte Aston Martin einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. "Die Balance des Autos ist gar nicht schlecht, aber der Speed hat noch ein bisschen gefehlt. Das ist aber auch nicht ungewöhnlich am Anfang des Jahres", meinte Sky F1-Experte Ralf Schumacher. Daher ist Aston Martin auf die Erfahrung und die Einblicke von Hülkenberg angewiesen, um weiter Fortschritte zu machen.
Nico Hülkenberg
Für Hülkenberg bedeutet der unverhoffte Einsatz zunächst einmal viel Stress. Denn der Familienvater musste umgehend in Monaco seine Koffer packen und sich über Amsterdam auf den Weg nach Bahrain machen. Dort soll er dann in der Nacht ankommen, das 1. Freie Training findet dann am Freitag (live bei Sky) statt.
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"Hülkenberg 3.0. Dieses Mal bin ich immerhin bereits am Donnerstagmorgen über meinen Einsatz informiert worden, also hatte ich noch viel Zeit, alles easy", sagte Hülkenberg mit leichtem Sarkasmus in einem Video am Amsterdamer Flughafen und fügte erst gemeint hinzu: "Ich freue mich auf den Renneinsatz. Das wird mit Sicherheit ein wildes Wochenende, diese neuen Autos zu fahren und wieder Teil der F1 zu sein. Seb zu ersetzen, wird nicht einfach werden, aber ich werde alles geben."
Der Wahlmonegasse kennt eine ähnliche Situation bereits aus der Saison 2020. Damals sprang er für Aston-Martin-Vorgänger Racing Point ebenfalls kurzfristig ins Cockpit. Zunächst für die beiden Silverstone-Rennen, weil sich Sergio Perez mit Corona infiziert hatte, dann in Deutschland für Stroll - ebenfalls coronabedingt. Auch damals hatte Hülkenberg zuvor keine Testkilometer absolviert, fuhr aber auf Anhieb zweimal in die Punkte.
Allerdings war Hülkenberg noch wenige Monate zuvor in der Formel 1 als Stammpilot bei Renault unterwegs, nun ist die Auto-Pause für ihn deutlich länger gewesen. Hinzu kommen die vielen Regeländerungen in diesem Jahr. "Das ist für das Team ein absoluter Kompromiss. Nico ist dazu in der Lage, aber er hat lange nicht im Auto gesessen. Er kennt das Auto überhaupt nicht, außer aus dem Simulator. Es ist ein großer Kompromiss", so Schumacher.
Allerdings ist es für den 34-Jährigen auch eine weitere Chance, sein Können in der Motorsport-Königsklasse zu beweisen. Hülkenberg hat in der Formel 1 182 Grands Prix bestritten. Trotz vieler guter Leistungen in zumeist unterlegenen Autos bekam er 2019 kein Cockpit und wartet seitdem auf eine dauerhafte Rückkehr. Nun bekommt er eine Chance und kann sich erneut ins Schaufenster stellen.
Hülkenberg hat nichts zu verlieren und kann daher ganz befreit auffahren. Er weiß genau, dass das Team hinter ihm steht und er solange im Cockpit sitzt, bis Vettel wieder gesund zurückkehrt. Bis dahin muss "Hulk" vor allem aber erst einmal fahren, fahren und fahren und er wird die Freien Trainings nutzen, um sich ans Auto und die Strecke in Sakhir zu gewöhnen.
Sebastian Vettel
Gewöhnen muss sich auch Vettel - und zwar ans Zuschauen. Seitdem sich der Heppenheimer im Laufe der Saison 2007 ein Stammcockpit erarbeitete, verpasste er genau ein Rennen. In Bahrain 2016 musste er seinen Boliden mit einem Motorschaden in der Einführungsrunde abstellen und zugucken. Sechs Jahre später ist Vettel erneut nur ein Beobachter von außen.
"Es ist wie es ist. Mir geht es den Umständen entsprechend gut", erklärte Vettel gegenüber dem Münchner Merkur und der tz. Vettel ist gar nicht erst mit dem Team nach Bahrain gereist und bleibt stattdessen in seiner Schweizer Wahlheimat. "Ich helfe von zu Hause aus so gut es geht", so Vettel.
Der Ausfall ist für den viermaligen Weltmeister persönlich allerdings ein herber Rückschlag. Der 34-Jährige wirkte bei den Testfahrten in der Vorwoche noch extrem gut gelaunt und voller Tatendrang. Der einstige Dauersieger, der seit Singapur 2019 nicht mehr ganz oben auf dem Podest stand, wollte nach enttäuschenden Jahren nun endlich wieder vorne mitfahren.
Wie lange der ehemalige Red-Bull- und Ferrari-Pilot ausfällt, ist noch unklar. Allerdings verpasst Vettel den Start in die neue F1-Ära, wertvolle Zeit im Auto und die Chance, erste Punkte einzufahren. Da das zweite Rennwochenende in Saudi-Arabien bereits in der kommenden Woche ansteht, bleibt dem Deutschen nicht viel Zeit.
Bis dahin drückt Vettel seinem Aston-Martin-Team und speziell seinem Ersatzmann Hülkenberg von zu Hause aus die Daumen.
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