Kimi Antonelli und George Russell zoffen sich im Kanada-Sprint – Mercedes-Teamchef Toto Wolff wird deutlich
Bislang gingen die beiden WM-Rivalen extrem fair miteinander um.
23.05.2026 | 20:15 Uhr
Kanada könnte ein großer Wendepunkt werden. Denn erstmals fighteten Antonelli und Russell hart gegeneinander – und schossen über das Limit hinaus.
Der erste teaminterne Mercedes-Zoff im Jahr 2026.
Kimi Antonelli und George Russell kämpfen um den WM-Titel. Im Sprint von Kanada beharkten sich die zwei Silberpfeil-Piloten erstmals so richtig. Sogar Teamchef Toto Wolff musste eingreifen!
Hartes Mercedes-Duell
Doch was war eigentlich passiert?
Russell und Antonelli fuhren nach dem Start an der Spitze davon. In Runde sechs attackierte der Italiener seinen Teamkollegen und versuchte es in Kurve eins außenrum. Russell machte allerdings die Tür konsequent zu, Antonelli musste in die Wiese ausweichen.
In Kurve acht versuchte es der 19-Jährige erneut, wieder hielt Russell hart dagegen. Antonelli verbremste sich, rumpelte durch die Wiese und verlor so seinen zweiten Platz an McLaren-Weltmeister Lando Norris. Anschließend fluchte Antonelli lautstark am Funk und konnte sich gar nicht mehr beruhigen.
Antonelli flucht am Funk
"Das war ganz schön dreckig", meinte der WM-Spitzenreiter Richtung Russell und schob direkt nach: "Das sollte eine Strafe geben. Ich war gleichauf mit ihm." Renningenieur Peter Bonnington versuchte Antonelli zu beruhigen und forderte ihn auf, sich auf das Duell mit Norris zu fokussieren. Doch das interessiere den Youngster wenig. "Ist mir egal. Er hat mich von der Strecke gedrückt", betonte Antonelli.
An diesem Punkt griff Toto Wolff ein. Mit energischen Worten funkte er: "Kimi, konzentriere dich bitte aufs Fahren. Und jammere nicht am Radio." Deutliche Worte. Doch im Ziel, das Antonelli als Dritter schließlich erreichte, legte Antonelli noch einmal nach: "Wenn wir so Rennen fahren sollen, ist das gut zu wissen." Jetzt wurde Wolff richtig deutlich. "Kimi, das war jetzt das vierte Mal. Wir werden das intern besprechen und nicht über Funk", lautete die klare Ansage vom Mercedes-Boss.
Wolff mit deutlichen Worten
In der Tat versammelte Wolff Bonnington und seine engsten Vertrauten sofort nach Rennende und diskutierte mit ihnen in der Garage über den Zoff seiner beiden Fahrer. Am Sky Sport Mikrofon sagte Wolff dann: "Für uns als Team war das eine sehr gute Lerngeschichte, wie wir es machen oder eben auch nicht machen wollen. Da sieht man, wie schnell man einen großen Vorsprung aufgibt, wenn man hart teamintern fightet. Und da gehören immer zwei dazu." Denn McLaren und Norris profitierten am "Krieg der Sterne".
In Zukunft wolle Wolff "diese Situationen vermeiden. Du kannst aber nicht erwarten, einen Löwen im Auto zu haben und einen Welpen außerhalb." Explizit nahm Wolff dabei Russell in Schutz und kündigte an, dass er mit Antonelli über die Aussagen am Funk nochmal reden wolle. Wolff habe zudem aus der Vergangenheit und dem Zoff zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg gelernt, dass er "alles frühzeitig einbremsen muss und keine öffentlichen Beschwerden hören will."
Vorgeschmack auf mehr Zoff?
Antonelli nahm die Schuld für den Verbemser auch ziemlich schnell auf sich, betonte aber im Interview erneut, dass er von Russell in Kurve eins abgedrängt wurde. "Wir können glücklich sein, dass wir nicht gecrasht sind", meinte er in der Fahrer-Pressekonferenz. Russell sah das anders: "Es war ein harter, aber fairer Kampf. Kudus an Kimi, der es in Kurve eins außen versucht hat. Ich habe mich verteidigt. So sollte Racing auch sein."
Für Ralf Schumacher hat die Formel 1 ab jetzt ein neues heißes Gesprächsthema. "Es ist immer schön, wenn sich zwei Teamkollegen streiten. Das ist ja auch das, was man sehen möchte - zumindest mal von außen. Als Weltmeister musst du das aber auch wollen und können, das ist Teil des Spiels", so der Sky Sport F1-Experte, der zudem prognostizierte: "Das ist nur ein Vorgeschmack und noch nicht vorbei."
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