Max Verstappen und Red Bull fahren in China weit hinterher
Nicht nur um Mercedes zu sehen, mussten die Österreicher das Fernglas herausholen.
13.03.2026 | 16:00 Uhr
Verstappen ließ seinen Frust während und nach der Session deutlich hörbar raus.
Verstappen tobte bereits am Funk und legte im Interview nach dem Sprint-Qualifying in China verbal nach.
"Der ganze Tag war von der Pace her eine Katastrophe. Das größte Problem ist der Grip, wir haben auch keine Balance. Ich verliere viel Zeit in den Kurven. Und daraus ergeben sich dann viele weitere Probleme", erklärte der sichtlich und hörbar frustrierte sowie ratlose Niederländer und schob nach: "Ich weiß nicht, was wir jetzt machen können."
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Verstappen über 1,7 Sekunden zurück
Wie schwierig sich die Situation für Verstappen, der bekannterweise kein großer Freund der neuen Autos ist, im R22 darstellt, zeigte eine Szene aus dem Sprint-Qualifying exemplarisch: Als Verstappen auf einer schnellen Runde im letzten Sektor auf Pierre Gasly (Alpine) auslief, eschauffierte sich der viermalige Weltmeister am Funk lautstark, dass dieser nach Kurve 15 auf der Rennlinie fuhr. Prompt verlor Verstappen seinen Boliden in Kurve 16, musste durch das Kiesbett und schmiss damit seine Runde weg.
Verstappen landete am Ende knapp vor Haas-Pilot Oliver Bearman und hinter Gasly auf Rang acht - über 1,7 Sekunden hinter Mercedes-Sprint-Polesetter George Russell! Red-Bull-Teamkollege Isack Hadjar wurde gar mit 2,2 Sekunden Rückstand nur Zehnter. Bereits im SQ2 mussten Verstappen und Hadjar lange zittern, kamen nur dank weniger Tausendstelsekunden weiter - unter anderem weil Nico Hülkenberg (Audi) Pech hatte.
Red Bull zahlt Preis für viele Abgänge
"Man zahlt jetzt bei Red Bull dafür, dass man verschiedene Leute im Team verloren hat und dass das neue Konzept mit dem neuen Reglement nicht so gut umgesetzt wurde, wie man es dachte. Der Motor ist okay. Die Racing Bulls haben da sogar fast einen besseren Job gemacht über den Winter und da muss sich Red Bull dann doch hinterfragen. Da gibt es eine lange To-do-Liste", analysierte Sky Sport F1-Experte Ralf Schumacher.
Red Bull verlor im Laufe der vergangenen zwei Jahre zahlreiche Top-Leute, die über Jahre als Gesichter des erfolgsverwöhnten Rennstalls fungierten, darunter Star-Designer Adrian Newey, Ex-Teamchef Christian Horner, Motorsportberater Dr. Helmut Marko sowie zahlreiche Ingenieure und Mechaniker, die zur Konkurrenz abwanderten. Bereits bei den Testfahrten sowie dem Saisonauftakt war zu erkennen, dass Red Bull 2026 erstmal nicht um Rennsiege mitfahren wird.
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Red Bull droht eine schwierige Saison
"Der Rückstand auf Mercedes und Ferrari ist deutlich. Er kommt wahrscheinlich zu einer Hälfte auf den Geraden und zur anderen Hälfte in den Kurven zustande. Es gibt also nicht nur einen Bereich, wo wir uns verbessern müssen. Es ist eine 360-Grad-Verbesserung nötig", sagte Red Bulls Teamchef Laurent Mekies auf der Pressekonferenz. Im Vergleich zu Melbourne, wo Red Bull vom reinen Speed her hinter Mercedes und Ferrari - aber vor McLaren - noch dritte Kraft war, waren sie am Shanghai-Freitag nur Nummer fünf.
Sollte Red Bull seine Probleme nicht bald in den Griff kriegen, wird die Saison 2026 für Verstappen und Hadjar eine sehr komplizierte werden.
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