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Formel 1 News: Das Lexikon mit allen Begriffen zur F1

Von Aeroscreen bis Wheelspin: Das große Lexikon zur Formel 1

Sky Sport

19.03.2021 | 22:49 Uhr

Halo bezeichnet einen um 2018 eingeführten Sicherheits-Bügel.
Image: Halo bezeichnet einen um 2018 eingeführten Sicherheits-Bügel.  © Imago

In der Formel 1 tummeln sich zahlreiche Fachbegriffe. Sky Sport schafft Abhilfe und erklärt Dir alle wichtigen Begriffe zur Königsklasse des Motorsports.

A

Abtrieb: bezeichnet die Kraft, mit der die Boliden mit Hilfe von aerodynamischen Hilfsmitteln wie Flügel und Spoiler fester auf die Strecke gepresst werden.

Aeroscreen: Durch die an der Vorderseite der Motorabdeckung über dem Kopf des Fahrers befindliche Airbox wird der Motor mit Frischluft für die Verbrennung versorgt. Zusätzlich befinden sich hinter dem Lufteinlass verschiedene Kühler für Öl, Getriebe und Co.

Aktive Aufhängung: Ein von Williams anno 1992 eingeführtes System, welches die Fahrhöhe der Boliden kontrollierte und per Computer an jede Strecke anpassbar war. Die aktive Radaufhängung wurde Ende 1993 verboten.

Anpressdruck: Unter Anpressdruck versteht man die Kraft, die den Wagen auf die Strecke drückt.

Autoklave: Die noch weichen Kohlefaserteile eines F1-Boliden werden in einem Autoklaven, wie in einem "Backofen", bei hohem Druck sowie hoher Temperatur widerstandsfähiger gemacht.

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B

Barge Board: Das im Bereich der Vorderradaufhängung installierte Barge-Board leitet den Luftstrom in die gewünschten Bahnen. Der Abtrieb wird nicht direkt am Bauteil erzeugt, sondern dadurch, dass die dahinter befindlichen Teile besser angeströmt werden.

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Batlets: Kleine Miniflügel, die am Ende der Seitenkästen für einen besseren Luftstrom um die Hinterreifen herum sorgen und damit mehr Abtrieb generieren sollen. Inzwischen sind derartige Bauteile allerdings verboten.

Black Box: Die Black Box, auch ECU (electronic control unit), zeichnet wie bei einem Flugzeug auch wichtige Daten zur späteren Auswertung auf und steuert die wichtigsten elektronischen Systeme des Boliden.

Blistering: Bezeichnung für die Blasenbildung auf den Rennpneus. Durch Überhitzung entstehen Blasen am Reifen, die Lauffläche darüber platzt auf. Je nach Stärke des Blisterings müssen die Reifen gewechselt werden.

C

CAD (Computer Aided Design): CAD ist ein in der Automobilindustrie weit verbreiteter Computer unterstützter Design-Prozess.

Chassis: Aus dem Französischen stammender Begriff, der heute international für das Grundgerüst eines Autos benutzt wird. Bei einem Formel-1-Auto besteht das Chassis aus einem Monocoque.

Concorde Agreement: Die FIA, die FOM sowie die F1-Teams haben in diesem Abkommen in einer Art Verfassung alle wichtigen Aspekte der Organisation des Sports - wie etwa die streng geheime Aufteilung der TV-Gelder oder Punktprämien - geregelt. Inzwischen gibt es bilaterale Abkommen zwischen Teams, FIA und FOM bis 2020.

D

Differential: Das Differential bezeichnet ein Getriebe welches die unterschiedlichen Radumdrehungen in Kurven ausgleicht. Das äußere Rad muss in einer Kurve stets einen weiteren Weg zurücklegen als das kurveninnere Rad und muss sich deshalb schneller drehen. Eine Differential-Sperre sichert den Vortrieb, falls nur ein Rad Haftung hat, indem es das Ausgleichsgetriebe sperrt.

Diffusor: Der Diffusor ist der hintere Teil des Fahrzeugunterbodens. Er bildet zusammen mit der Straße einen Kanal, der nach hinten größer wird. Durch die Vergrößerung des Volumens bei gleichbleibendem Luftstrom entsteht Abtrieb.

Downforce: Damit wird jene Kraft bezeichnet, welche mit Hilfe von Flügeln und ähnlichen aerodynamischen Hilfsmitteln den Boliden auf die Strecke presst und damit einen umgekehrten Effekt zum Flugzeug generiert.

Drive-by-Wire: Ein Drive-by-Wire-System ersetzt die Seilverbindung des Motors zum Gaspedal, da ein Sensor die Stellung des Gaspedals misst und die Drosselklappen entsprechend steuert. Inzwischen wird auch der Bremsdruck elektronisch am Pedal abgenommen und anschließend an Vorder- und Hinterachse verteilt.

Drive-Through-Strafe: Bekommt ein Fahrer eine Drive-Through-Strafe, so muss er einmal mit begrenzter Geschwindigkeit durch die Boxengasse fahren, ehe er wieder auf die Strecke darf. Eine Drive-Through-Strafe darf nicht mit einem Boxenstopp kombiniert werden.

DRS: Das Drag Reduction System DRS vermindert den Luftwiderstand eines Autos, indem ein Element des Heckflügels hochgeklappt wird. Es ist das einzig erlaubte bewegliche aerodynamische Teil an einem Auto. Das obere Element des Heckflügels wird über eine Hydraulik-Leitung vom Fahrer per Knopfdruck verstellt. Der Einsatz des DRS ist allerdings beschränkt. Es darf nur an gekennzeichneten Stellen der Strecke genutzt werden. Auf den meisten Strecken gibt es zwei solcher Stellen, auf manchen nur eine. Im Rennen darf der Heckflügel nur verstellt werden, wenn der Vordermann weniger als eine Sekunde an der definierten Messstelle entfernt ist. Dadurch soll es mehr Überholmanöver geben. Bei starkem Regen oder bei Gefahr auf der Strecke wird DRS von der Rennleitung deaktiviert.

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E

ECU (electronic control unit): Die Black Box, auch ECU (electronic control unit), zeichnet wie bei einem Flugzeug auch wichtige Daten zur späteren Auswertung auf und steuert die wichtigsten elektronischen Systeme des Boliden.

Einführungsrunde: Die Einführungs- oder Formationsrunde wird von den Piloten direkt vor dem Start aus der Startaufstellung heraus absolviert und stellt eine letzte Fahrt hinter dem Safety-Car dar, bevor der Start freigegeben wird.

F

FIA: Bezeichnet den internationalen Automobilverband mit Sitz in Paris am Place de la Concorde. Die FIA ist oberste Regelbehörde: Sie schreibt die Regeln und ist für deren Einhaltung zuständig. Sie hat die Rechte an der Formel 1 für 100 Jahre an den kommerziellen Rechteinhaber FOM abgetreten.

Flap: Horizontale, durch die Endplatten begrenzte, Teile eines Front- oder Heckflügels, auch Querstreben.

Fliegende Runde: Als fliegende Runde wird jene "schnelle Runde" bezeichnet, die zwischen der Ein- sowie der Ausrollrunde liegt, beispielsweise im Qualifying.

Fliegender Start: Beim fliegenden Start stellen sich die Fahrer nicht auf ihren Startplatz, sondern fahren eine Einführungsrunde hinter dem Safety-Car, ehe der Start freigegeben wird. überholen ist jedoch erst ab der Start/Ziel-Linie erlaubt.

Flügel: Deutsche Kurzbezeichnung für den englischen Begriff Wing. Sie zählen zu den aerodynamischen Hilfsmitteln und sorgen für mehr Abtrieb. Flügel ist nicht gleichzusetzen mit Spoiler: Während ein Flügel ein freistehendes Element ist, das auch tatsächlich Abtrieb erzeugt, ist ein Spoiler nur eine angebrachte Leiste, die den Gesamt-Luftström beeinflusst.

Frontflügel: Dieses aerodynamische Hilfsmittel ist an der Nase eines F1-Boliden angebracht und kann durch Einstellen des Flügelwinkels die Balance und somit Straßenlage des Wagens verbessern oder verschlechtern.

FOA/FOM: Abkürzung für Formula One Administration/Formula One Management. Die FOA ging aus der 1971 gegründeten FOCA hervor und gehört zur SLEC-Holding von Bernie Ecclestones Frau Slavica. Die FOA ist der Inhaber der kommerziellen Rechte an der Formel 1, ist also für die Vermarktung der Rennserie zuständig. Inzwischen gehört Gründer Bernie Ecclestone nur noch ein kleiner Teil. Größter Eigentümer und damit stimmberechtigt ist seit Anfang 2017 der amerikanische Medienkonzern Liberty Media. Liberty-Boss Chase Carey setzte Bernie Ecclestone als Geschäftsführer ab und installierte Ross Brawn als Sport-Boss und Sean Bratches als Marketing-Boss.

G

GPDA: Die Grand Prix Drivers Association stellt eine Art Fahrergewerkschaft dar. Alexander Wurz ist Präsident der Gewerkschaft. Nicht alle Piloten gehören der Vereinigung an.

Grid: Englischsprachiger Begriff für die Startaufstellung.

Grip: Das aus dem Englischen stammende Wort bedeutet frei übersetzt Halt. Grip bezeichnet im Motorsport die Haftung des Autos auf der Fahrbahn. Dabei wird zwischen zwei leistungsbestimmenden Arten unterschieden: Der aerodynamische Grip (aus Flügeln und Diffusor) ist bei hohen Geschwindigkeiten wichtig, bei niedrigen Geschwindigkeiten zählt der mechanische Grip aus Fahrwerk und Reifen.

Ground Effect: Der Ground Effect wurde vom legendären Colin Chapman bei Lotus erfunden und löste eine wahre Welle an Ground Effect Autos in den 70er und 80er Jahren aus. Hierzu wurden an den Wagen seitliche Schürzen montiert, welche den Boliden durch einen physikalischen Effekt mit Hilfe eines Vakuums am Unterboden auf die Strecke pressten.

Gurney Flap: Die nach dem Ex-Rennfahrer und Konstrukteur Dan Gurney benannten Gurney Flaps sind kleine aerodynamische Leisten, mit denen jeder moderne Flügel abschließt und welche bei nur wenig Luftwiderstand zusätzlichen Abtrieb/Downforce generieren.

H

Halo: Hierbei handelt es sich um einen 2018 eingeführten Sicherheits-Bügel. Das Titan-Gestell bildet einen Kreis um den Fahrerhelm herum, weshalb er einem Heiligenschein (engl. Halo) gleicht. Der Halo soll den Fahrer zusätzlich schützen. Er ist ein Einheitsbauteil, das die Teams verpflichtend auf ihre Autos bauen müssen. Alternativen dazu sind Aeroscreen und Shield.

Handling: Aus dem Englischen stammender Begriff, welcher das Fahrverhalten von Rennwagen beschreibt.

HANS: Das von Dr. Robert Hubbard, Professor am Forschungslabor für biomechanische Konstruktionen der Universität Michigan/USA, entwickelte Head and Neck Support System beruht auf einem steifen, kragenförmigen Kohlefaseraufbau, der mit den Schultergurten am Oberkörper fixiert und durch entsprechende Bänder am Helm befestigt wird. Durch diese stabilisierende Wirkung werden bei einem Unfall extreme Beschleunigungsbewegungen des Kopfes vermindert und gefährdende Halskräfte reduziert. Es wird verhindert, dass der Kopf des Fahrers bei einem Unfall am Cockpitrand oder am Lenkrad aufschlägt.

Heckflügel: Der Heckflügel ist ein aerodynamisches Hilfsmittel, welches am hinteren Teil des Wagens angebracht ist. Er besteht aktuell aus zwei Hauptelementen. Das untere Element ist fix, das obere Element kann mittels DRS verstellt werden. Die beiden Hauptelemente werden von Endplatten abgeschlossen. Über Streben ist der Flügel mit dem Chassis verbunden.

Hybridauto: Ein Hybridauto oder Interimswagen enthält sowohl Teile des neuen Boliden als auch welche des alten Fahrzeugs. So können beispielsweise schon der neue Motor und das neue Getriebe in einem Vorjahresboliden getestet werden.

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I

Ideallinie: Auf der Ideallinie kann die Strecke am schnellsten umfahren werden. Dieser "Bereich" der Strecke ist oft auch am saubersten und bietet deshalb auch mehr Grip.

Installationsrunde: Erste Runde eines Fahrers mit seinem Auto während einer Trainingssitzung oder vor der Fahrt in die Startaufstellung. Dabei werden noch einmal alle Systeme geprüft und Einstellungen gecheckt.

Interimsbolide: Ein Hybridauto oder Interimswagen enthält sowohl Teile des neuen Boliden als auch welche des alten Fahrzeugs. So können beispielsweise schon der neue Motor und das neue Getriebe in einem Vorjahresboliden getestet werden.

Intermediates: Reifen mit einfachem Regenprofil. Einsatzgebiet der Intermediates sind abtrocknende Strecken oder Wetterbedingungen mit geringen Regenfällen.

J

Keine Begriffe vorhanden

K

Kerbs: Die in den meisten Fällen rot-weiß oder weiß-blau lackierten Randsteine, welche die Strecke von den umliegenden Kiesbetten, Rasenflächen oder Asphaltzonen abgrenzen.

KERS: Das Kinetische Energierückgewinnungssystem war 2009 der erste Versuch der Formel 1 mit Hybrid-Motoren. An der Kurbelwelle wurde Bremsenergie zurückgewonnen. Allerdings waren die Systeme anfangs so schwer, dass sie eher einen Performance-Nachteil brachten. Die maximale Zusatz-Leistung war auf 60 kW, also rund 80 PS für maximal 6,67 Sekunden pro Runde beschränkt. Die großen Hersteller verzettelten sich 2009 mit dieser Technologie. 2010 flog KERS wieder aus den Autos, 2011 kam die Hybrid-Technik zurück. 2014 wurde das System durch die MGU-K als Teil der Power Unit ersetzt.

Kiesbett: Spezielle mit Kies gefüllte Auslaufzone neben der Strecke. Der Kies soll die Autos dabei bei einem Abflug von der Strecke einbremsen und möglichst schnell zum Stehen bringen. Mittlerweile werden die Kies- oder Rasenflächen an den Strecken jedoch immer mehr von Asphaltauslaufzonen ersetzt.

L

Launch Control: Die Startkontrolle oder Startautomatik soll den Fahrern einen möglichst idealen Start ermöglichen, da sie ein Durchdrehen der Räder verhindert und sich der Fahrer komplett auf die Startampel konzentrieren kann. Eine Startkontrolle ist in der F1 momentan verboten.

Lollipop Man: Der gute Mann hält beim Boxenstopp an einer langen Stange die Tafel: "Breaks on" (solange das Auto aufgebockt ist) und "1st Gear" (den ersten Gang einlegen). Inzwischen setzen jedoch alle Teams auf ein Ampel-System, das den Lollipop Man ersetzt.

M

Marshall: Die Marshalls oder Streckenposten schwenken nicht nur das Flaggenarsenal, sondern sichern auch als erste eine mögliche Unfallstelle und beseitigen liegen gebliebene Autos.

MGU-H: Die Motor Generation Unit - Heat ist das 2014 erstmals eingeführte Hybrid-System am Turbolader. Die Motor-Generator-Einheit ist direkt mit Turbolader und Verdichter verbunden. Dabei kann die MGU-H elektrische Energie durch den Abgasstrom erzeugen, kann aber umgekehrt auch den Turbolader mit dem E-Motor antreiben. Das ist im unteren Drehzahlbereich nötig, weil der Turbolader aufgrund seiner Größe recht träge reagiert. Der Energiefluss von und zur MGU-H ist unlimitiert. Durch die MGU-H kann somit auch der Ladedruck reguliert werden. Die MGU-H kann entweder Energie in die Batterie einspeisen oder direkt an die MGU-K weiterleiten.

MGU-K: Die Motor Generation Unit - Kinetic ist der Nachfolger von KERS. Die MGU-K ist mit der Kurbelwelle verbunden und kann kinetische Energie in elektrische Energie umwandeln und umgekehrt. Beim Bremsvorgang werden die Hinterräder nicht nur von den Bremsscheiben verlangsamt, sondern auch von der MGU-K. Maximal darf die MGH-K pro Runde zwei Megajoule in die Batterie einspeisen, sogenanntes rekuperieren. Die MGU-K darf pro Runde maximal vier Megajoule aus der Batterie ziehen und damit die Kurbelwelle zusätzlich antreiben. Dabei darf sie maximal 120 kW, also 163 PS zusätzlich auf die Kurbelwelle stemmen.

Monococque: Französischer Begriff, welcher die Fahrerzelle eines F1-Boliden beschreibt. Auch als Chassis bekannt. Es wird heute vorwiegend aus Kohlefasern hergestellt.

Monoposto: Italienische Bezeichnung für einsitzige, offene Rennwagen mit frei stehenden Rädern.

Motorhome: überdimensioniertes "Wohnmobil", in welchem sich die Fahrer und Teamverantwortlichen an der Rennstrecke entspannen, trainieren, Pressetermine abhalten, Gäste empfangen und Strategiebesprechungen durchführen.

N

Nomex: Das Material, das die Piloten vor dem Feuer schützt. Unterwäsche, Kapuze, Strümpfe, Overall, Handschuhe - alles aus Nomex! Der Overall muss in einem 700 Grad heißen Benzinfeuer zumindest 12 Sekunden Schutz bieten.

O

Oversteering: Englisch für übersteuern. Der Wagen rutscht in einer Kurve über die Hinterräder.

P

Paddock: Der Paddock oder das Fahrerlager ist der Bereich hinter der Boxengasse, in welchem sich die Trucks und Motorhomes der Teams befinden. Die Fans haben mit regulären Tickets keinen Zugang zum Fahrerlager.

Pit-Lane: Beschreibt den direkt vor den Boxen liegenden Fahrbahnteil. Diese "Gasse" ist nur den Teams und ihrem Personal zugänglich und dient als Zufahrt zu den jeweiligen Boxen. Hier gelten Höchstgeschwindigkeiten, die je nach Rennstrecke zwischen 60 und 80 km/h liegen. Ein Überschreiten dieses Limits wird mit Geld- und Zeitstrafen geahndet.

Pit-Stop: Aus dem Englischen stammender Begriff für Boxenstopp.

Pole Position: So nennt man in der Formel 1 den ersten Platz in der Startaufstellung.

Power Unit: Seit 2014 sind die Motoren in der Formel 1 äußerst kompliziert. Seither gibt es nicht nur einen herkömmlichen Verbrennungsmotor (ICE, Internal Combustion Engine), sondern eine ganze Antriebseinheit. Diese besteht zusätzlich zum Verbrennungsmotor aus Turbolader, MGU-H, MGU-K, Batterie und Steuergeräten.

Q

Qualifying: Bezeichnung für das Zeittraining. Die Formel 1 erlebte in den letzten Jahren eine Flut an verschiedenen Qualifying-Systemen. Von einem 12-Runden-Qualifying über ein Einrunden-Qualifying bis hin zum Knock-Out-Qualifying. Aktuell ist das Zeittraining in drei Segmente unterteilt. Im Q1 scheiden fünf Piloten aus, im Q2 weitere fünf Piloten. Im Q3 fahren die besten zehn Fahrer ihre Startpositionen aus.

Querbeschleunigung: Die Beschleunigung, mit der ein in einer Kurve fahrendes Auto nach außen gedrückt wird.

R

Rennleitung: Besteht aus drei FIA-Kommissaren, welche etwaige Strafen aussprechen oder über Safety-Car-Phasen und Rennabbrüche entscheiden. Unterstützt werden sie von einem ehemaligen Fahrer mit Rennerfahrung.

Rillenreifen: Nach dem Verbot der Slicks, also profillosen Pneus, waren für die F1-Reifen einige Jahre lang vorne und hinten vier Längsrillen vorgeschrieben, welche die Kurvengeschwindigkeiten verringern und damit die Autos sicherer machen sollen. Seit einiger Zeit setzt die Formel 1 aber wieder auf Slicks ohne Rillen.

Roll-Out: Die erste Ausfahrt eines neuen Boliden wird als Roll-Out bezeichnet. Hierbei kann es durchaus vorkommen, dass der Wagen noch nicht in seinem endgültigen - technischen wie farblichen - Gewand erstrahlt.

S

Safety-Car: Das Sicherheitsfahrzeug oder auch Pace Car genannte Fahrzeug wird von der Rennleitung bei schwierigen Bedingungen, Unfällen oder sonstigen Vorkommnissen auf die Strecke geschickt, um das Feld einzubremsen und beispielsweise sichere Bergungsarbeiten zu gewährleisten.

Schikanen: So werden enge S-förmige Passagen genannt. Mit Schikanen werden Fahrer gezwungen, die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Shakedown: So nennt man die erste Fahrt mit einem neuen Boliden, um dessen Funktionstüchtigkeit zu testen. Im Reglement sind die Möglichkeiten für den Shakedown allerdings stark eingegrenzt. Jedes Team darf an maximal zwei sogenannten Filmtagen das Auto außerhalb der offiziellen Tests bewegen.

Shield: Ist neben dem Aeroscreen eine weitere Alternative zum Cockpit-Schutz Halo. Wie beim Aeroscreen handelt es sich um eine durchsichtige Scheibe vor der Cockpit-Öffnung, die umherfliegende Teile abhalten soll. Die FIA testete einen Prototypen beim Großbritannien GP 2017 am Freitag an Sebastian Vettels Ferrari. Vettel allerdings beklagte sich über die Sicht, weshalb Shield vorerst ausgedient hat.

Setup: Englische Bezeichnung für alle Einstellungsmöglichkeiten an einem Rennwagen. Hierzu gehören vor allem Flügel, Federn, Fahrwerk, Stabilisatoren und Dämpfer. Jede Strecke erfordert ein eigenes Setup, welches den Boliden optimal auf die Streckenverhältnisse anpasst und somit ein optimales Handling ermöglicht.

Slick: Profilloser Rennreifen mit besonders großer Fläche für ideale Haftung bei trockenen Bedingungen.

Speed-Limiter: Der Speed-Limiter kommt in der Boxengasse zum Einsatz und wird per Knopfdruck am Lenkrad ausgelöst. Er drosselt die Geschwindigkeit auf die Höchstgeschwindigkeit für die Boxengasse und verhindert bei korrekter Programmierung und rechtzeitiger Betätigung des Knopfes ein Beschleunigen über dieses Limit.

Stop-and-Go-Strafe: Ein meist 10-Sekunden langer Strafstopp an der Box für Regelverstöße wie z.B. Frühstart, Tempoübertretung in der Boxengasse, Blockieren eines Gegners, etc. Eine Stop-and-Go-Strafe darf nicht mit einem Boxenstopp kombiniert werden.

Superlizenz: Um in der F1 an den Start gehen zu dürfen benötigen die F1-Piloten diese "Lizenz zum Fahren", welche somit eine Art Führerschein darstellt. Früher genügten ausreichend Testfahrten, um die Superlizenz zu erlagen. Inzwischen gibt es ein strenges Punktesystem: 40 Punkte müssen innerhalb von drei Jahren gesammelt werden. Verschiedene Rennserien sind nach ihren Stärken gewichtet eingestuft. Der Meister der Formel-2-Serie beispielsweise erhält 40 Punkte, der DTM-Champion 15 Punkte.

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T

T-Car: Englische Bezeichnung für Ersatzwagen. Aus Kostengründen dürfen Teams heute keine kompletten Ersatzautos mehr zu den Rennen mitbringen.

Telemetrie: Dank der Telemetrie können die Teams Daten von den Boliden empfangen als auch eigene Informationen von der Box an den Wagen senden. Letzteres ist dabei seit 2003 verboten.

Track: International verwendeter Begriff für eine Rennstrecke.

Traktion: Bezeichnet die Kraftübertragung beim Beschleunigen. Aus langsamen Kurven heraus fehlt den Boliden oftmals Traktion, weshalb die Hinterräder durchdrehen.

Traktionskontrolle: Ein elektronisch gesteuertes Hilfsmittel, mit dem das Durchdrehen der Räder am Start und beim Herausbeschleunigen aus Kurven verhindert werden soll. In Kurven kann zusätzlich die Kurvengeschwindigkeit erhöht werden. Aktuell ist dieses technische Hilfsmittel allerdings verboten.

Turbo: Ein Turbolader versorgt den Verbrennungsmotor mit dichterer Luft. Im Auspuff wird eine Turbine von den Abgasen angetrieben. Die Turbine wiederum ist mit einem Verdichter verbunden, der die Luft komprimiert. Die komprimierte Luft wird dem Verbrennungsmotor zugeführt. Je mehr Sauerstoff ein Motor erhält, desto stärker ist er. Dadurch ist es möglich, auch aus kleinen Motoren (Hubraum) viel Leistung herauszuholen. Renault setzte 1977 erstmals einen Turbomotor in der Formel 1 ein. 1988 wurde der Turbo verboten. In der Qualifikation konnten mit diesen Motoren 1400 PS erreicht werden. Seit 2014 gibt es in der Formel 1 wieder einen Turbolader, allerdings ist dieser inzwischen mit einem Elektromotor gekoppelt (siehe MGU-H).

U

Überrollbügel: Der Überrollbügel ist unter der Verkleidung bei der Airbox angebracht und soll den Kopf des Fahrers bei einem Überschlag schützen.

Übersteuern: Bei Übersteuern neigt der Wagen in Kurven dazu mit dem Heck auszubrechen.

Understeering: Englisch für Untersteuern.

Unterboden: Der Unterboden eines modernen F1-Boliden ist einer der wichtigsten aerodynamischen Bereiche, wobei der tiefste Punkt der Bodenplatte aus Holz besteht und sich nicht mehr als im Reglement vorgeschrieben abnutzen darf, da ansonsten eine nachträgliche Disqualifikation droht.

Untersteuern: Beim Einlenken in eine Kurve beginnt der Wagen trotz eingeschlagener Lenkung über die Vorderräder nach außen zu "schieben".

V

V: Beschreibt die Anordnung von Zylindern eines Motors gegeneinander. Je nach Anzahl der Zylinder ergeben sich hieraus Bezeichnungen wie V8-, V10- oder V12-Motoren. Derzeit ist nach dem Reglement jedoch nur der Einsatz von V6-Motoren mit einem Zylinderwinkel von 90 Grad erlaubt.

Vorstart: Beim Vorstart starten alle Piloten aus der Startaufstellung in die Einführungsrunde.

VSC: Das Virtuelle Safety-Car ist eine Möglichkeit der Rennleitung, Trümmerteile oder havarierte Autos von der Strecke zu bergen, ohne das echte Safety-Car auf die Strecke zu schicken. Beim VSC werden die Abstände zwischen allen Piloten eingefroren, indem sich alle Fahrer in bestimmten Mini-Sektoren an vorgegebene Mindest-Zeiten halten müssen.

W

Wheelspin: Wheelspin ist der englische Fachbegriff für durchdrehende Antriebsräder eines F1-Boliden. Die Reifen können die Kraft nicht vollständig auf den Asphalt übertragen. Wheelspin führt zu schlechter Traktion.

Windkanal: Der Windkanal ist eine aerodynamische Versuchsanlage, in der Aerodynamikspezialisten das Verhalten des Luftstroms simulieren, um auf diese Art und Weise die Aerodynamik des Boliden zu verbessern.

Wing: Englisches Wort für Flügel.

X

X-Wing: 1997 tauchten diese ästhetisch wenig stilvoll anmutenden Zusatzflügel, auch Tower-Wings genannt, zum ersten Mal am von Dr. Harvey Postlethwaite konstruierten Tyrrell auf. Zu Beginn der Saison 1998 wurden diese skurrilen Gebilde jedoch von der FIA angeblich aus Sicherheitsgründen verboten.

Y

Keine Begriffe vorhanden

Z

Zielflagge: Die schwarz-weiß karierte Zielflagge in der Formel 1 hat eine lange Tradition und war ursprünglich das Zeichen für das Rennende. Doch seit der Saison 2019 hat diese nur noch einen symbolischen Charakter. Das Anzeigen des Rennendes übernimmt seitdem ein Leucht-Signal. Dennoch wird die Zielflagge weiterhin symbolisch geschwenkt. Hintergrund: Beim Kanada-Grand-Prix 2018 schwenkte das Model Winnie Harlow die Flagge versehentlich eine Runde zu früh - und beendete somit das Rennen vorzeitig - ein Panne, die sich nun nicht mehr wiederholen kann.

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