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Formel 1: Teamchef Mattia Binotto exklusiv über die Fehler von Ferrari

Ferrari-Teamchef Binotto gibt Fehler zu & kündigt Veränderungen an

Auch oder vor allem Ferrari-Teamchef Mattia Binotto geben die vielen Fehler in dieser Saison zu denken.
Image: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto geben die vielen Fehler der Scuderia in dieser Saison zu denken.  © Imago

Teamchef Mattia Binotto hat eingesehen, dass die Scuderia sich verbessern muss und es Zeit für Veränderungen ist, wenn Ferrari wieder Titel gewinnen will. Außerdem gab er zu, dass der Rückstand auf Mercedes in den vergangenen Jahren auch aufgrund zu vieler eigener Fehler die Italiener zustande kam.

Binotto hat eine der am stärksten unter Druck stehenden Rollen in der Formel 1 inne und in dieser den enormen Leistungssprung der Scuderia von 2021 bis 2022 begleitet. In der laufenden Saison haben die Roten allerdings auch viele Fehler gemacht, die Ferraris Hoffnungen auf den WM-Titel letztlich zunichtemachten.

Am Rande des Italien-GP gab der Ferrari-Aufsichtsratvorsitzende John Elkann ein seltenes Interview, in dem er sagte, er habe "großes Vertrauen" in Binotto. Allerdings betonte Elkann aber auch, dass er mit der Saison nicht zufrieden sei, nachdem Ferrari im WM-Kampf weit hinter Red Bull zurückgefallen war.

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Binotto sieht starke Entwicklung

Als Antwort drauf sagte Binotto, er sei sich der bevorstehenden Aufgabe "vollkommen bewusst". "Wenn wir uns die laufende Saison ansehen, wissen wir, dass es noch Schritte braucht, um die in der Lage zu sein, eine Meisterschaft zu gewinnen", sagte er. Binotto weiter: "Ferrari hat sich von der letzten Saison zu dieser enorm weiterentwickelt. Man muss viele Jahre zurückblicken, um eine solch große Entwicklung zu sehen."

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"Insgesamt hat das Team bei der Entwicklung des aktuellen Autos fantastische Arbeit geleistet, aber es gibt immer Situationen, [die Verbesserung benötigen]." Der Ferrari-Boss stellte zwei wichtige Punkte dabei heraus: "Die Zuverlässigkeit - denn die Zuverlässigkeit hat uns mindestens ein paar Siege gekostet und um die Meisterschaft zu gewinnen, muss man zuverlässig sein. Und die Rennstrategie - Strategie und Boxenstopps sind Bereiche, in denen Verbesserung notwendig ist."

"Ich denke, während dem Rennwochenende kann man immer Fehler machen. Ich glaube perfekt zu sein ist fast unmöglich, du musst Entscheidungen an der Boxenmauer treffen, aber wir müssen die Besten sein." Charles Leclerc und Carlos Sainz liegen derzeit auf den Plätzen zwei und fünf in der Fahrerwertung, Red-Bull-Superstar Max Verstappen kann bereits beim kommenden Rennen in Singapur (ab 2. Oktober LIVE & EXKLUSIV auf Sky Sport F1) den Weltmeistertitel perfekt machen.

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Veränderungen erforderlich

Einer der Kritikpunkte an Binotto und Ferrari in dieser Saison ist ihre mangelnde Bereitschaft für Veränderungen, trotz einer Reihe von groben Fehlern, die es so gut wie unmöglich gemacht haben, Red Bull und noch Verstappen im Titelrennen zu schlagen.

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In einem exklusiven Gespräch mit Martin Brundle von Sky Sport UK in Monza gab Binotto zu: "Wir müssen die Leute nicht ändern, aber wir müssen sicherlich einige Dinge ändern." Und weiter: "Die Art und Weise, wie wir kommunizieren, die Art und Weise, wie wir unsere Entscheidungen treffen … Änderungen sind notwendig."

Ferraris wachsende Fehlerliste im Jahr 2022

Rennen Fahrer Position im Ziel Problem
Spanien GP Charles Leclerc DNF Motorschaden
Monaco GP Charles Leclerc 4. Strategiefehler
Aserbaidschan GP Carlos Sainz DNF Motorschaden
Aserbaidschan GP Charles Leclerc DNF Motorschaden
Kanada GP Charles Leclerc 5. Motor-Strafe
Großbritannien GP Charles Leclerc 4. Strategiefehler
Australien GP Carlos Sainz DNF Motorschaden
Frankreich GP Carlos Sainz 5. Strategiefehler
Ungarn GP Charles Leclerc 6. Strategiefehler
Belgien GP Charles Leclerc 6. Strategiefehler
Niederlande GP Carlos Sainz 8. Strategiefehler

Zweikampf mit Mercedes um Platz zwei

"Es könnte erforderlich sein, einen Mehrwert hinzuzufügen und vielleicht auch das Hinzufügen von Leuten. Aber Menschen zu verändern ist kein Weg, den ich gehen möchte, das ist eine alte Art, Probleme anzugehen", machte der Ferrari-Teamchef deutlich. Ferraris Schwierigkeiten macht der aktuelle WM-Stand sichtbar, sie sind jetzt in der Gesamtwertung viel näher an Mercedes (35 Punkte Vorsprung) als an Red Bull (139 Punkte Rückstand) dran - ein Szenario, das angesichts ihres starken Starts zu Beginn des Jahres unmöglich schien.

Auf die Frage von Brundle, wie es sich anfühlen würde, hinter Mercedes in der Konstrukteurs-WM zu landen, sagte Binotto: "Es wird schmerzhaft sein". "Für das Ergebnis und für die Art und Weise, wie wir die Saison begonnen haben, wird es denke ich beweisen, dass wir das Auto im Laufe der Saison nicht gut genug verbessert haben", sagte er. "Und es zeigt, dass es zu viele Fehler gegeben hat", fügte er hinzu, stellte jedoch auch heraus: "Aber wir sind vorne und unsere Absicht ist es, vorne zu bleiben."

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Sky Experte Timo Glock ist erneut etwas verwundert über die Ferrari-Taktik bei Charles Leclerc.

Elkanns Aussagen und Binottos Titel-Absichten

"Wir haben großes Vertrauen in Mattia Binotto und schätzen alles, was er und all unsere Ingenieure geleistet haben", sagte Elkann der Gazzetta dello Sport vor Ferraris Heimrennen. Elkann weiter: "Aber es besteht kein Zweifel, dass die Arbeit in Maranello, in der Garage, an der Boxenmauer und am Steuer verbessert werden muss."

"Wir müssen weiter Fortschritte machen, und das gilt für die Mechaniker, die Ingenieure, die Fahrer und natürlich das gesamte Management-Team -einschließlich des Teamchefs", Elkann fordert sein Team, stärkt ihm aber gleichzeitig den Rücken: "Das Vertrauen in Binotto und sein Team war die richtige Entscheidung und es hat sich ausgezahlt. Dank ihnen sind wir konkurrenzfähig und gewinnen wieder. Aber ich bin nicht zufrieden, weil ich denke, dass wir es immer besser machen können."

Konstrukteurs- und Fahrertitel im Visier

"Wir haben gesehen, dass in Sachen Zuverlässigkeit, Fahrweise und Strategie noch zu viele Fehler gemacht werden", gibt der Ferrari-Aufsichtsratsvorsitzende zu, sieht aber trotzdem das große Potenzial im Team: "Deshalb glaube ich, dass Ferrari vor 2026 noch einmal die Konstrukteurs- und Fahrertitel gewinnen wird, mit Charles Leclerc auf der Pole Position."

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Binotto will Ferraris Titel-Dürre schnell beenden

Auf die Frage nach den Kommentaren - und insbesondere danach, ob das Streben nach einem Titel vor 2026 tatsächlich ein pessimistisches Ziel sei - sagte Binotto, er wolle eine Titel-Dürre, die seit 2007 andauert, viel früher beenden. "Ich denke, es ist eher das richtige Einordnen der Erwartungen", fügte Binotto hinzu und weiter: "Aber mehr noch denke ich, was er genau gesagt hat, ist ‚vor 2026, also von jetzt bis 2026. (...) Zweifellos besteht der Ehrgeiz des Teams darin, es so schnell wie möglich zu tun."

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