1. FC Union News: Union ist mit Max Kruse das Bundesliga-Überraschungsteam

Angeführt von Rekordmann Kruse: Union mischt die Liga auf

Von Vincent Heim

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Union Berlin hat sich mit dem 5:0-Rekordsieg über Arminia Bielefeld auf den fünften Tabellenplatz geschossen und stellt mit Herzstück Max Kruse das Überraschungsteam der bisherigen Saison dar. Sky Sport zeigt, wieso das kein Zufall ist.

Noch nie gewann der 1. FC Union Berlin eine Bundesliga-Partie mit fünf Toren Differenz. Das Team von Coach Urs Fischer hat mit dem Sieg gegen Bielefeld den bisherigen Rekord, der am 3. Spieltag mit dem 4:0 gegen Mainz aufgestellt wurde, geknackt und steht aktuell auf einem Europacup-Platz.

Zweitbester Angriff der Bundesliga

Garant der bisher fabelhaften Saison der Köpenicker ist ohne Zweifel die Torgefährlichkeit. Mit 16 geschossenen Toren ist Union nach den Bayern (27 Tore) die torgefährlichste Mannschaft der Bundesliga. Und das vor Teams wie Dortmund oder Leipzig (je 15 Tore). Ebenfalls beachtlich ist die Anzahl der Torschützen: Bisher trafen zehn verschiedene Spieler, zum Vergleich: In der vergangenen Saison waren es insgesamt elf. Diese Tatsache spricht für die Breite des Kaders.

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Kluge Transferpolitik

Für genau diese Breite schuftete im Sommer Manager Oliver Ruhnert. Die Abgänge der Stammspieler Sebastian Andersson (1. FC Köln) und Rafal Gikiewicz (FC Augsburg) wurden nicht nur kompensiert, der Kader wurde sogar deutlich aufgewertet. Mit Transfers von überwiegend erfahrenen Spielern (u.a. Robin Knoche, Max Kruse und Loris Karius) hat Ruhnert in der vergangenen Transferperiode die Weichen gestellt. Neben Max Kruse schlägt vor allem Knoche ein: Der Innenverteidiger kam aus Wolfsburg und verpasste noch keine Bundesliga-Sekunde.

Dies führt auch dazu, dass Union mit einem durchschnittlichen Alter von 26,5 Jahren über den ältesten Kader der Bundesliga verfügt. Anders als die Konkurrenz setzt der Hauptstadtklub nicht auf den absoluten "Jugendwahn" - mit Erfolg.

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Statistiken belegen Steigerung

Union schießt aber nicht nur mehr Tore als vergangene Saison (elf mehr zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison), die Mannschaft hat sich in allen Schlüsselstatistiken verbessert. Sei es die deutlich verbesserte Passquote (von 75,6 Prozent auf 82,5 Prozent) oder auch die Ballbesitz-Statistik, die nun bei 48 Prozent liegt.

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Rekordmann Max Kruse in Top-Form

Als Königstransfer hat sich dabei Max Kruse erwiesen. Der gebürtige Hamburger entwickelt sich nach Joker-Einsätzen in den ersten Spielen der Saison zum Herzstück der Mannschaft. Der 32-Jährige sorgt zwar abseits des Rasens regelmäßig für Aufsehen, lässt seine Kritiker jedoch in Form von Toren und Assists (acht Torbeteiligungen in sieben Spielen) verstummen. Fischer nimmt die regelmäßigen Schlagzeilen um den Ex-Nationalspieler gelassen, denn sportlich ist Kruse von unschätzbarem Wert

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Urs Fischer, Trainer von Union Berlin, spricht über die Leistung von Max Kruse. (Videolänge: 1:09 Min)

In der Partie gegen die Arminia war der Ex-Gladbacher nicht nur an drei der fünf Toren direkt beteiligt, er stellte zudem mit seinem persönlich 16. Treffer vom Punkt auch einen Elfmeterrekord auf: Kein anderer Profi in der Geschichte der Bundesliga kann eine bessere Elfmeterquote als Kruse vorweisen (16 von 16 verwandelt).

Als Spielmacher ist es zudem sein Job, Chancen zu kreieren. Dies gelingt ihm in dieser Saison so gut wie fast noch nie: Pro Spiel erarbeitet sich der "Zehner" im Schnitt 2,97 Tormöglichkeiten. Lediglich in seiner ersten Saison bei Borussia M'Gladbach gelang ihm ein besserer Wert (2,98).

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Schwere Aufgaben vor Weihnachten

In Bezug auf die sportlichen Leistungen lobt Fischer seinen Schützling in den höchsten Tönen. Kruse sei so wichtig fürs Team, "weil er auch die individuelle Klasse hat, ein Spiel lenken kann, eine Kreativität hat, um Tore vorzubereiten". Der extrovertierte Routinier hebt das gesamte Team auf ein nie dagewesenes Niveau. Für Fischer ist jedoch auch klar, "dass beide voneinander profitieren, die Mannschaft von Max und Max auch von der Mannschaft".

Man darf gespannt sein, wohin diese fruchtbare Symbiose die Köpenicker noch führen wird. Schließlich warten vor Weihnachten mit dem BVB, den Bayern und dem Derby gegen die Hertha noch schwere Prüfungen auf das Überraschungsteam.

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