Alle Stimmen zum Pokal-Aus von Borussia Dortmund in Stuttgart

"Katastrophe": Can rechnet mit eigenem Team ab

Von Sky Sport

Dortmunds Emre Can findet deutliche Wort für die Mannschaftsleistung

Nach dem schwachen Auftritt samt Pokal-Aus beim VfB Stuttgart ist die Stimmung bei Borussia Dortmund mehr als angespannt. Kapitän Emre Can hält nach Abpfiff eine Brandrede und kritisiert dabei sich und seine Mitspieler. Auch Gregor Kobel wird deutlich. Die Stimmen zum Dortmunder Pokal-K.o. am Sky Mikrofon.

Emre Can (BVB-Kapitän) über…

…den Auftritt von Borussia Dortmund: "Sehr enttäuschend. Es hat vorne und hinten nicht gepasst, Stuttgart ist verdient weiter. Es war wieder einmal mit dem Ball Katastrophe und gegen den Ball extrem schlecht. Das Anlaufen war extrem schlecht, Zweikämpfe extrem schlecht. Es hat nichts gepasst."

…das erste Gegentor in Stuttgart: "Zu einfach, das ist alles zu einfach. Ein Ball durch die Lücke, dann sind wir nicht aggressiv genug. Der Ball geht durch die Beine, einfach nicht gut verteidigt."

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…mögliche Lösungsansätze: "Ehrlich, es muss sich sehr viel verbessern. Wir reden immer über die Taktik, die Formation 5-4-1, 4-3-3, 4-4-2. Aber jeder Spieler sollte sich mal an die eigene Nase fassen. Jeder Spieler sollte mal seine eigene Leistung analysieren. Ich auch auf jeden Fall. Wenn ich von der Mannschaft rede, rede ich immer von mir als Erstes. Es ist zu wenig. Wir investieren zu wenig, wir pressen zu wenig, mit dem Ball sind wir nicht mutig genug. Jeder kann Fehler machen, aber nur, wenn er auch den Ball möchte. Das müssen wir lernen. Wir sind Dortmund, wir sind eine große Mannschaft und so müssen wir auch auftreten. Das machen wir aber momentan nicht."

…mögliche fehlende Qualität im Kader: "Schwer zu beantworten. Wir haben gezeigt, dass wir es können. Deswegen würde ich sagen, es ist keine Qualitätsfrage. Ich weiß nicht, ob es eine Einstellungsfrage ist, wenn man manchmal nicht mutig genug ist, den Ball zu fordern. Ich weiß nicht, wie man das nennt, wenn man einfach nicht mal was investiert und den Gegner nicht intensiv anläuft. Vielleicht ist es auch eine Einstellungsfrage, aber es ist einfach nicht gut genug. Da muss viel mehr kommen."

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Gregor Kobel (BVB-Keeper) über…

…das Ergebnis in Stuttgart: "Die bessere Mannschaft hat gewonnen, ganz einfach. Sie haben von Anfang bis Ende mehr vom Spiel gehabt, die besseren Chancen gehabt, waren mutiger, besser am Ball. Von daher haben wir verdient verloren."

…das Zusammenspiel von Serhou Guirassy und Deniz Undav: "Sie machen es sehr gut, haben super Abläufe. Normalerweise kommt immer einer entgegen aus dem Rücken, wo man es nicht so gut sieht und der andere läuft tief. Und dann spielen sie diese starken Tiefpässe."

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BVB-Torhüter Gregor Kobel über die Gründe für die Niederlage in Stuttgart

…das größte BVB-Problem aktuell: "Wir müssen einfach mehr den Ball haben, damit der Gegner nicht zu diesen Chancen kommt. Am Ende haben wir zu viele gute Chancen zugelassen. Selbst waren wir nach vorne zu ungefährlich, um irgendeine Chance das Spiel zu gewinnen."

…eine mögliche Verunsicherung im Team: "Das Wort Verunsicherung würde ich jetzt noch nicht in den Mund nehmen. Wir haben viel zu viele einfache Ballverluste in der ersten Halbzeit. Die Angebote, um wirklich auch zu spielen, waren zu wenig da. Warum diese Ausschläge da sind, müssen wir uns angucken. Wir reden auch schon die ganze Zeit darüber. Das ist ein Problem und das müssen wir besser machen. Ich bin mega angepisst, wieder eine Riesenchance, die wir in dieser Saison hatten, den Pokal zu gewinnen - vor allem, nachdem schon viele gute Mannschaften, viele Bundesligisten raus waren. Das so liegenzulassen, auch mit so einem Auftritt, das tut extrem weh. Ich bin riesig enttäuscht."

Edin Terzic (BVB-Trainer) über…

…die Generalkritik von Emre Can: "Ich finde gut, dass er da die Verantwortung übernimmt und das Wort 'wir' benutzt. Ich sehe es ähnlich. Ich finde, dass wir uns häufig viel zu sehr allein lassen, wenn wir am Ball sind. Wir zeigen uns nicht und haben nicht genug Aktivität, um den Ball zu schützen. Wir spielen den Ball weg, statt miteinander zu spielen. Das ist das, was in diesem Spiel passiert ist. Wir haben so viele unnötige Ballverluste im Aufbauspiel gehabt und haben dem Gegner immer wieder die Möglichkeit gegeben, Chancen zu kreieren und das war einfach nicht gut genug."

…die schonungslose Analyse der schwachen BVB-Leistung: "Das ist der einzige Weg, wie man daraus kommt, weil wir wissen, dass wir besseren Fußball spielen können. Wir wissen aber auch, dass wir besseren Fußball spielen müssen. Wenn man sieht, wie viele unnötige Ballverluste wir haben, wie unpräzise wir waren in den Entscheidungen und wie viele Bälle wir abgeben, dann wächst die Verunsicherung. Das ist passiert und das darf dir auf diesem Niveau nicht passieren, wenn du in die nächste Runde einziehen möchtest."

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…mögliche fehlende Qualität im BVB-Kader: "Das möchte ich nicht sagen. Wir haben es schon bewiesen, dass wir es besser und anders können. Jetzt hat man gesehen, dass es hier in Stuttgart nicht ausreichend war. Es war nicht gut genug."

…die Fehler vor den beiden Gegentoren: "Wir wussten, dass sie immer wieder in die Szenen vorstoßen mit ihren beiden Stürmern. Besonders Deniz Undav verhält sich da sehr geschickt, dem wollten wir entgegenwirken, indem wir clever und geschickt durchschieben. Das ist uns in der ersten Halbzeit in vielen Phasen ordentlich gelungen. Es gab aber zwei, drei Situationen, die uns auch schon in der ersten Halbzeit nicht gefallen haben. Diese haben wir auch in der Halbzeitpause angesprochen, um sie zu korrigieren. Wenn man aber jetzt trotzdem sieht: Selbst als der Ball in die gefährliche Zone kommt, sind wir noch mit drei Spielern um den Ball führenden Spieler herum. Wir verlieren dann diesen wichtigen Zweikampf und schieben dahinter nicht nach. Dann öffnen sich die Räume dahinter. Ähnlich ist es auch beim zweiten Gegentor, dass wir da nicht zielstrebig genug durchschieben und die Räume nicht geschlossen bekommen. Dadurch entstehen die gefährlichen Situationen und auch die Gegentore."

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…die Gründe für die inkonstanten BVB-Leistungen: "Das ist ja die Frage, die wir uns nicht erst seit dieser Saison stellen, sondern nahezu in den letzten zehn Jahren. Es sind immer wiederkehrende Sachen und trotzdem sind wir die einzigen, die es verhindern können. Indem wir, wie es Emre jetzt schon am Mikrofon gemacht hat, ehrlich mit den Themen umgehen und die Verantwortung dafür übernehmen. Wir müssen jetzt schleunigst - am Samstag wartet schon die nächste wichtige Aufgabe auf uns in der Bundesliga - wieder zeigen, dass wir es anders können. Wir haben schon bewiesen, dass wir es anders können, auch über einen längeren Zeitraum. Jetzt wird es Zeit, dass wir das sofort in Angriff nehmen."

BVB-Trainer Edin Terzic spricht die Fehler seiner Mannschaft an.

…die vielen Verletzten: "Das gehört leider auch mit zu diesem enttäuschenden Abend. Nicht nur das Ergebnis und die Leistung, sondern, dass wir auch vier verletzungsbedingte Wechsel hatten. Es fing an mit Youssoufa Moukoko. Er hat einen Stich gespürt im ersten Sprintduell mit Josha Vagnoman und musste dann runter. Die Situation um Marius Wolf hat man auch gesehen, dass er da unglücklich mit dem Sprunggelenk umgeknickt ist. Marcel Sabitzer hat einen Schlag in die Wade bekommen, konnte dann nicht weiterspielen. Ganz zum Schluss dann Julian Ryerson, der unglücklich auf dem Knie gelandet ist. Wir müssen jetzt abwarten, wenn wir dann nach Hause kommen, genaue Diagnosen stellen und drücken dann die Daumen und hoffen, dass die Jungs schnell wieder zur Verfügung stehen."

Sebastian Kehl (BVB-Sportdirektor) über...

...die vielen Verletzten: "Bei Julian Ryerson muss man abwarten. Das Knie ist angeschwollen, das ist immer kein gutes Zeichen."

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