Diese Schiri-Gesten müssen die Fans kennen

Premiere für den Video-Assistenten im Supercup

Von Sky Sport

Gagelmann: Schiedsrichter sind vorbereitet

Seine Premiere in einem deutschen Pflichtspiel feiert der Videobeweis beim Supercup, wenn der FC Bayern auf Borussia Dortmund trifft. Sky Schiedsrichter-Experte Peter Gagelmann reagiert bei Sky Sport News HD auf die Kritik von Bayern-Präsident Uli Hoeneß und erklärt die neuen Gesten der Schiedsrichter.

Endlich ist es soweit, werden alle Fans sagen, die für Klarheit und eindeutige und faire Entscheidungen im Fußball sind - der Video-Assistent wird ab sofort in der Bundesliga in jedem Spiel zum Einsatz kommen. Der Platz für Diskussionen über strittige oder knifflige Situationen während einer Partie scheinen ad acta gelegt. Das befürchtet auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

Hoeneß: Bin kein Freund des Videobeweises

"Ich bin kein Freund davon. Als ich beim Confed Cup gesehen habe, dass sie bei einer Szene dreimal gebraucht haben, um dem Richtigen die Rote Karte zu zeigen - wenn das die Norm wird, dann wird es lustig. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es Blödsinn ist. Die Torkamera ist okay, aber auf Dauer wird es nichts bringen. Und vor allem werden die Diskussionen am Montag auf dem Arbeitsplatz fehlen. Die vermisse ich jetzt schon."

Auf die Kritik des 65-Jährigen reagiert der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Peter Gagelmann recht gelassen und blickt zuversichtlich auf die neue Saison: "Unsere Schiedsrichter sind besser vorbereitet. Wir haben ein Jahr intensiv getestet. Jeder Spieltag wurde aufbereitet. Alle Referees haben gelernt und trainiert. Es gibt keine Sprachbarrieren wie noch beim Confed Cup."

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Video-Schiedsrichter ist nicht die letzte Instanz

Auf die Frage, wer bei strittigen Szenen die endgültige Entscheidung trifft, gibt der 49-Jährige auch eine deutliche Antwort: "Auch ganz wichtig zu erwähnen ist, dass der Assistent-Referee in der Box nicht die letzte Instanz ist, die ist nach wie vor der Schiedsrichter auf dem Platz, der alle Entscheidungen trifft."

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Bei fragwürdigen Spielsituationen kann der Video-Assistent auf bis zu 17 Kamera-Perspektiven zurückgreifen und nimmt per Funk Kontakt zum Schiedsrichter auf. Die Fans im Stadion werden die kniffligen Szenen allerdings nicht nochmal auf der Video-Leinwand zu sehen bekommen.

"Es gab eine Diskussion unter den Schiedsrichtern und den Fußball-Managern. Sie kamen sehr schnell zur Überzeugung, dass es besser ist, diese Situationen nicht zu zeigen. Zum einen haben wir Stadien, die das technische Know-How nicht haben und da soll es eine Gleichberechtigung geben. Zum anderen gibt es vielleicht Situationen, die der Zuschauer auf Anhieb gar nicht versteht, weil sie nicht so gut dargestellt werden kann. Darum lässt man davon ab, die Szenen auch im Stadion zu zeigen", erklärt Gagelmann.

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Keine Wiederholungen auf der Stadion-Videowall

Nicht nur die Fußball-Fans dürfen sich an Neuerungen für die Saison 2017/2018 gewöhnen, sondern auch die Schiedsrichter. Peter Gagelmann erklärt drei neue Gesten, die im Zusammenhang mit der Einführung des Videobeweises und dem Einsatz des Video-Assistenten auf die Referees zukommen:

  1. Eine Stoppsituation, in der der Schiedsrichter mit einer ausgestreckten Hand das Spiel unterbricht.
  2. Eine Geste zur Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Video-Assistent, die mit einem Finger am Ohr vom Schiedsrichtert angezeigt wird.
  3. Eine Geste, in der der Schiedsrichter einen Monitor aufzeigt, um zu zeigen, dass er sich die Szene nochmal im TV anschauen möchte.

Alles ganz genau unter die Lupe nehmen können die Fans erstmals beim Supercup.

Image: Peter Gagelmann war im Studio von Sky Sport News HD zu Gast.