Die Zukunft von Thiago beim FC Bayern ist nach wie vor ungewiss. Zuletzt verdichteten sich jedoch die Anzeichen, dass der Spanier die Münchner verlassen wird. Wie könnte der Rekordmeister die Lücke schließen? Sky Sport stellt mögliche Kandidaten vor.
Thiago spielt mittlerweile seit acht Jahren für die Bayern, doch diese Ära könnte nun zu Ende gehen. Das befürchtet auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. ''Er hat bei uns angedeutet, dass er möglicherweise nochmal was Neues zum Karriereende machen möchte. Wenn das der Fall ist, müssen wir das akzeptieren", sagte der Vorstandsvorsitzende vor dem DFB-Pokalfinale am Sky Mikro.
Liverpool nimmt Abstand von Thiago-Verpflichtung
Ein Abschied des spanischen Zauberfußes scheint sich also immer mehr abzuzeichnen. In den vergangenen Wochen wurde der FC Liverpool mit Bayerns Nummer sechs in Verbindung gebracht. Doch wie die ESPN vermeldet, wird ein Thiago-Wechsel zu den Reds immer unwahrscheinlicher.
Demnach sei der Mittelfeld-Stratege zu alt und im Gesamtpaket Ablöse und Gehalt zu teuer. Nichtsdestotrotz rechnen die Bayern weiterhin mit einem Thiago-Abschied, wie Sky Reporter und Transfer-Experte Marc Behrenbeck bei "Transfer Update - die Show" berichtet.
Wer könnte den Spanier im zentralen Mittelfeld ersetzen? Der Name Denis Zakaria geisterte schon vor einem Jahr an der Säbener Straße, doch dieser Transfer gilt als sehr unwahrscheinlich. ''Zakaria ist kein Kandidat. Er war es mal, aber er bleibt bei Gladbach, wie Eberl klargestellt hat, und auch Zakaria plant so", schildert Behrenbeck.
Kandidaten für Thiago-Nachfolge
Sportvorstand Hasan Salihamidzic wird sich also nach anderen Alternativen umschauen müssen. Ein Kandidat könnte zum Beispiel Sergej Milinkovic-Savic sein. Der serbische Nationalspieler hat bei Lazio Rom noch einen Vertrag bis 2024. Auch wegen der langen Vertragslaufzeit wäre der 25-Jährige alles andere als ein Schnäppchen.
"Er wäre teuer, Lazio will mit ihm natürlich abkassieren'', schildert Behrenbeck, ergänzt jedoch: ''Milinkovic-Savic ist zweikampfstark und ein toller Spieler auf der Sechs''. In dieser Saison hat der Mittelfeld-Akteur bereits sechs Tore erzielt und sieben weitere Treffer vorbereitet. Sein Marktwert beläuft sich laut KPMG auf 58 Millionen Euro.
Eine andere Alternative heißt Saul Niguez von Atletico Madrid. Bayern-Fans werden bei diesem Namen wohl immer noch zusammenzucken. Im Jahr 2016 erzielte der Spanier gegen die Bayern das goldene 1:0 im Halbfinal-Hinspiel der Champions League, welches trotz der 1:2-Niederlage im Rückspiel zum Weiterkommen reichte.
Der 25-Jährige ließ bei seinem Traum-Solo quasi die gesamte Abwehrformation der Bayern alt aussehen. Das wird der deutsche Rekordmeister sicherlich nicht so schnell vergessen. Doch passt der Sechser überhaupt zum FCB?
Ein entwicklungsfähiger Spieler oder doch ein "fertiger" Spieler als Thiago-Ersatz?
Saul ist aus der Mittelfeld-Zentrale des spanischen Top-Klubs nicht mehr wegzudenken. "Er bringt eine ordentliche Mentalität und Robustheit mit und ist ein fertiger Spieler", erläutert Behrenbeck. Allerdings habe der spanische Nationalspieler eine Ausstiegsklausel in Höhe von 150 Millionen Euro, was wiederum einen Transfer unwahrscheinlich macht. Zudem hat er in Madrid noch einen Vertrag bis 2026.
Eine deutlich kürzere Vertragslaufzeit hat Fabian Ruiz. Bis Sommer 2023 läuft noch sein Kontrakt beim SSC Neapel. Der 24 Jahre alte Box-to-Box-Spieler hat in Neapel eine extreme Entwicklung genommen und verfügt vor allem über einen "tollen linken Fuß und eine extreme Präsenz". Der Spanier dürfte im Vergleich zu Saul deutlich günstiger zu haben sein.
Neben dem eben genannten Trio kann der FCB auch ein Regal tiefer nach Ersatz Ausschau halten. Ein Kandidat könnte Houssem Aouar (Vertrag bis 2023) sein, ein "Sechser aus der französischen Schule". Der 22-Jährige, der derzeit bei Olympique Lyon spielt, ist in dieser Saison mit neun Toren und sieben Assists ins Visier der Top-Klubs geraten.
''Manchester City war und ist interessiert, aber man konnte sich noch nicht einigen'', berichtet Behrenbeck und ergänzt: ''Er soll verkauft werden, weil Lyon wegen Corona durchaus Geld einnehmen möchte.'' Grätschen die Bayern City hier dazwischen?
"Der neue Pirlo" eine Option für den FCB?
Ein ebenfalls verheißungsvoller Spieler ist Boubakary Soumare, der in der PSG-Akademie zum Profi herangereift ist. Der französische U21-Nationalspieler hat in Lille noch einen Vertrag bis 2022. ''Er hat einen unglaublichen First-Touch, mit dem ersten Ballkontakt kann er das Spiel regulieren", wird der 21-Jährige von Behrenbeck beschrieben. Allerdings habe er noch im Zweikampfverhalten und im Abschluss Luft nach oben.
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'Last but not least' geht der Blick nach Italien, genauer gesagt nach Brescia. Dort spielt der erst 20 Jahre alte Sandro Tonali, ''der neue Pirlo", wie er dort genannt wird. In dieser Personalie müssten die Bayern ziemlich schnell handeln, denn der Italiener soll sich schon mit Inter Mailand einig sein. Eine Einigung zwischen den Klubs steht allerdings noch aus.
''Er ist auf dem Markt, weil er den nächsten Schritt machen möchte'', schildert Behrenbeck die Situation des Youngsters, der technisch versiert ist und "einer der nächsten Weltklasse-Spieler wird".
Die Zukunft von Bayerns Mittelfeldregisseur Thiago ist offen. An Alternativen in Europas Top-5-Ligen mangelt es aber nicht.