FC Bayern: Rückfall in alte Zeiten? Nur fast

Viel Kritik trotz 4:1 gegen Stuttgart

Von Sky Sport

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Der FC Bayern holt gegen den VfB Stuttgart den siebten Bundesliga-Sieg in Folge und bleibt dem BVB auf den Fersen - dennoch hört man mehr Selbstkritik als Zufriedenheit.

Am Ende war es wie so oft. Nach dem Abpfiff machten sich die Bayern-Spieler auf den Weg in die Südkurve und feierten mit ihren Fans einen Sieg.

Am Samstag war es ein 4:1 gegen den abstiegsbedrohten VfB Stuttgart. Es war der siebte Bundesliga-Erfolg in Serie, der Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund beträgt weiter sechs Zähler - der Titelkampf bleibt spannend (zur Tabelle).

Große Freude und Zufriedenheit machte sich beim Titelverteidiger jedoch nicht breit. Im Gegenteil: Trainer und Spieler sparten nicht mit Kritik an der gezeigten Leistung.

Der FC Bayern schlägt den VfB Stuttgart mit 4:1. Die Sky Stimmen zum Spiel (Video-Länge: 55 Sekunden).

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Goretzka: "Haben einen Gang runtergeschaltet"

"Jeder dachte, fünfte Minute, es steht 1:0, das wird schon, das schaffen wir mit Links. Aber in der Bundesliga geht gar nichts mit Links, der VfB kämpft ums Überleben", kritisierte Trainer Niko Kovac sein Team für den Auftritt nach dem frühen Führungstreffer durch Thiago. "Wir haben 35 Minuten in der ersten Halbzeit überhaupt nicht stattgefunden, wir haben einfach zu langsam gespielt", monierte der Coach.

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Nach dem Blitzstart hatte seine Mannschaft in den Schongang geschaltet und versuchte, den knappen Vorsprung zu verwalten. Behäbigkeit machte sich breit. Die Folge: der Stuttgarter Ausgleich.

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Leon Goretzka, der erneut auf der Zehn zum Einsatz kam, fühlte sich an die Hinrunde erinnert - einen Rückfall in alte Zeiten. "Wir haben gut angefangen - wie so oft in dieser Saison. Danach haben wir einen Gang runtergeschaltet und wohl auch, verdientermaßen den Ausgleich kassiert." Und weiter: "Positiv ist es, dass wir am Ende dennoch deutlich gewonnen haben. In der Hinrunde wäre so ein Spiel vielleicht unentschieden ausgegangen", bilanzierte der Torschütze zum zwischenzeitlichen 3:1 am Sky Mikro.

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Zum Durchklicken: FCB-Stars in der Einzelkritik

Manuel Neuer: Der Kapitän hatte wenig zu tun. Beim Gegentor absolut machtlos und mit Glück beim Pfostentreffer von Gonzalez (64.). Starke Parade gegen Donis (33.). NOTE 3
David Alaba: Harmonierte auf der linken Seite gut mit dem starken Coman. Hatte in der Defensive Glück, dass Gonzalez seinen Stellungsfehler nicht nutzte und nur den Pfosten traf. Nach der Pause auch offensiv mit Akzenten. NOTE 3
Mats Hummels: Bester Verteidiger der Bayern gegen Stuttgart. Hinten rigoros im Zweikampf und mit guten Aufbaupässen wie vor dem Treffer zum 2:1. Schaltete sich immer wieder vorne mit ein und sorgte für Gefahr. NOTE 2
Niklas Süle: Hatte wenig zu tun, aber ließ Donis beim Gegentor zu viel Platz. Schaltete sich deutlich seltener nach vorne ein wie Nebenmann Hummels. NOTE 4
Joshua Kimmich: Solide Leistung des Rechtsverteidigers. Leitete das 1:0 sehenswert ein und bereitete den Endstand von Lewandowski mustergültig vor. In der Defensive selten gefordert. NOTE 3
Javi Martinez: Fand überhaupt keinen Zugriff gegen die aggressiven Stuttgarter und konnte das Spiel der Bayern zu keinem Zeitpunkt ordnen. Musste zur Pause für Gnabry in der Kabine bleiben. NOTE 5
Thiago Alcantara: Begann stark und war Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Bayern. Torschütze zum frühen 1:0. Baute im Laufe des Spiels etwas ab. NOTE: 3
Leon Goretzka: Begann auf der Zehn und fand zur langsam ins Spiel. Rückte nach der Systemumstellung nach 45 Minuten eine Position weiter nach hinten und blühte auf. Belohnte sich mit seinem fünften Saisontreffer. NOTE: 3
Kingsley Coman: Bester Offensivspieler auf dem Platz. Der Franzose sorgte immer wieder für Gefahr und scheiterte zweimal an Zieler (37., 44.). Am 1:0 durch einen klugen Lauf in die Tiefe beteiligt. NOTE 2
Thomas Müller: Begann in der ersten Halbzeit auf der rechten Seite und setzte beim Thiago-Tor entscheidend nach. Sonst eher unauffällig. Nach dem Wechsel auf der Zehn, aber auch dort nur selten mit Akzenten. NOTE 4
Robert Lewandowski: Vor der Pause war vom Torjäger nichts zu sehen. Nach dem Wechsel vergab er in aussichtsreicher Position (57.) und setzte den selbst rausgeholten Elfer an den Pfosten (65.). Machte kurz vor Schluss aber noch sein Tor (84.). NOTE 3
Serge Gnabry: Kam ab der 46. Minute für Martinez und war sofort im Spiel. Hatte seine erste Chance nach wenigen Minuten (48.) und erzwang das Eigentor zum 2:1 (55.). Absolut belebendes Element im Spiel der Rekordmeisters. NOTE 2
James Rodriguez: Wurde nach 75 Minuten für Müller eingewechselt und hatte abgesehen von einem Freistoß kurz vor dem Ende keine auffällige Szene. NOTE: Keine Bewertung
Alphonso Davies: Kam kurz vor Schluss für Coman und feierte sein Bundesligadebüt. NOTE: Keine Bewertung

"Es war sicherlich kein perfektes Spiel, aber für uns war es nach der langen Woche vom Hoffenheim-Spiel am Freitag bis heute am Sonntag wichtig. Das kann für eine Mannschaft, die den Drei-Tages-Rhythmus gewohnt ist, einschläfernd wirken. Dann gehen wir früh in Führung und das hat nicht unbedingt zu einem Wake-Up-Call beigetragen. Das müssen wir uns natürlich auf die Fahne schreiben", sagte Thomas Müller bei Sky.

Auch Joshua Kimmich übte deutliche Kritik: "Wir müssen den Sack zumachen, so kommen wir nochmal ins Zittern. Das war nicht souverän genug, um das 90 Minuten durchzuziehen."

Abhaken: Spiel gewonnen, dran geblieben und weiter geht's

Nach der Pause präsentierten sich die Bayern deutlich entschlossener mit mehr Zug zum Tor. Der Ball lief besser in den eigenen Reihen. Statt Querpässe wurden die Bälle jetzt auch direkter nach vorne gespielt.

Ein Grund für die Steigerung in Hälfte zwei war die Einwechslung von Serge Gnabry. Der 23-Jährige kam für Javi Martinez ins Spiel und sorgte für viel Wirbel in der Offensive.

Niko Kovac, Trainer des FC Bayern, analysiert das Spiel gegen den VfB Stuttgart (Videolänge: 52 Sekunden).

"In der zweiten Halbzeit lief es sehr viel besser. Wir haben schneller und vertikaler gespielt und es geschafft, unsere individuelle Klasse ins Spiel zu bringen. Wir kamen mehr hinter die Kette des Gegners und haben dann auch mit der Vielzahl der Chancen verdient gewonnen", lobte denn auch Kovac und fügte an: "Es heißt abhaken: Spiel gewonnen, drangeblieben und weiter geht's!"

Weiter geht's in der Bundesliga am kommenden Samstag bei Bayer Leverkusen (live auf Sky Sport Bundesliga HD).

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