Der FC Bayern holt gegen den VfB Stuttgart den siebten Bundesliga-Sieg in Folge und bleibt dem BVB auf den Fersen - dennoch hört man mehr Selbstkritik als Zufriedenheit.
Am Ende war es wie so oft. Nach dem Abpfiff machten sich die Bayern-Spieler auf den Weg in die Südkurve und feierten mit ihren Fans einen Sieg.
Am Samstag war es ein 4:1 gegen den abstiegsbedrohten VfB Stuttgart. Es war der siebte Bundesliga-Erfolg in Serie, der Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund beträgt weiter sechs Zähler - der Titelkampf bleibt spannend (zur Tabelle).
Große Freude und Zufriedenheit machte sich beim Titelverteidiger jedoch nicht breit. Im Gegenteil: Trainer und Spieler sparten nicht mit Kritik an der gezeigten Leistung.
Goretzka: "Haben einen Gang runtergeschaltet"
"Jeder dachte, fünfte Minute, es steht 1:0, das wird schon, das schaffen wir mit Links. Aber in der Bundesliga geht gar nichts mit Links, der VfB kämpft ums Überleben", kritisierte Trainer Niko Kovac sein Team für den Auftritt nach dem frühen Führungstreffer durch Thiago. "Wir haben 35 Minuten in der ersten Halbzeit überhaupt nicht stattgefunden, wir haben einfach zu langsam gespielt", monierte der Coach.
Nach dem Blitzstart hatte seine Mannschaft in den Schongang geschaltet und versuchte, den knappen Vorsprung zu verwalten. Behäbigkeit machte sich breit. Die Folge: der Stuttgarter Ausgleich.
Leon Goretzka, der erneut auf der Zehn zum Einsatz kam, fühlte sich an die Hinrunde erinnert - einen Rückfall in alte Zeiten. "Wir haben gut angefangen - wie so oft in dieser Saison. Danach haben wir einen Gang runtergeschaltet und wohl auch, verdientermaßen den Ausgleich kassiert." Und weiter: "Positiv ist es, dass wir am Ende dennoch deutlich gewonnen haben. In der Hinrunde wäre so ein Spiel vielleicht unentschieden ausgegangen", bilanzierte der Torschütze zum zwischenzeitlichen 3:1 am Sky Mikro.
Zum Durchklicken: FCB-Stars in der Einzelkritik
"Es war sicherlich kein perfektes Spiel, aber für uns war es nach der langen Woche vom Hoffenheim-Spiel am Freitag bis heute am Sonntag wichtig. Das kann für eine Mannschaft, die den Drei-Tages-Rhythmus gewohnt ist, einschläfernd wirken. Dann gehen wir früh in Führung und das hat nicht unbedingt zu einem Wake-Up-Call beigetragen. Das müssen wir uns natürlich auf die Fahne schreiben", sagte Thomas Müller bei Sky.
Auch Joshua Kimmich übte deutliche Kritik: "Wir müssen den Sack zumachen, so kommen wir nochmal ins Zittern. Das war nicht souverän genug, um das 90 Minuten durchzuziehen."
Abhaken: Spiel gewonnen, dran geblieben und weiter geht's
Nach der Pause präsentierten sich die Bayern deutlich entschlossener mit mehr Zug zum Tor. Der Ball lief besser in den eigenen Reihen. Statt Querpässe wurden die Bälle jetzt auch direkter nach vorne gespielt.
Ein Grund für die Steigerung in Hälfte zwei war die Einwechslung von Serge Gnabry. Der 23-Jährige kam für Javi Martinez ins Spiel und sorgte für viel Wirbel in der Offensive.
"In der zweiten Halbzeit lief es sehr viel besser. Wir haben schneller und vertikaler gespielt und es geschafft, unsere individuelle Klasse ins Spiel zu bringen. Wir kamen mehr hinter die Kette des Gegners und haben dann auch mit der Vielzahl der Chancen verdient gewonnen", lobte denn auch Kovac und fügte an: "Es heißt abhaken: Spiel gewonnen, drangeblieben und weiter geht's!"
Weiter geht's in der Bundesliga am kommenden Samstag bei Bayer Leverkusen (live auf Sky Sport Bundesliga HD).