Colin Bell verbrachte insgesamt 34 Jahre als Spieler und Trainer in Deutschland. Am Donnerstag (12.00 Uhr MESZ) kann der Engländer mit Südkorea ausgerechnet seine alte Heimat aus der WM werfen.
Die Kampfansage von Colin Bell war unmissverständlich: "Es liegt an uns, Deutschland ein Bein zu stellen", sagte der frühere Frankfurter Coach vor der Partie am Donnerstag (12.00 Uhr MESZ) in Brisbane: "Der Fußball ist unberechenbar, deshalb lieben wir ihn so sehr."
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Bislang hat sein Team noch keinen Punkt und kein Tor im Turnierverlauf erzielt. Aber Bell hat einen entscheidenden Vorteil: er kennt die DFB-Mannschaft wohl so gut wie kein anderer Gegner bei dieser FIFA Frauen-WM.
"Colin Bell ist ein Trainerfuchs", sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg am Mittwoch, "er weiß, dass er uns mit bestimmten Dingen überraschen kann."
Stürzt Bell seine ehemaligen Schützlinge ins Tal der Tränen?
Mehr als die Hälfte seines Lebens verbrachte der 61 Jahre alte Engländer mit der akkuraten Föhnfrisur in Deutschland - erst als Spieler, dann als Trainer. Mit dem 1. FFC Frankfurt (heute Eintracht) und den deutschen Nationalspielerinnen Svenja Huth und Kathrin Hendrich feierte er 2015 den Champions-League-Titel und damit den größten Erfolg seiner Karriere, nun könnte er seine ehemaligen Schützlinge ins Tal der Tränen stürzen - und ein deutsches Trauma wiederholen.
Er kenne das DFB-Team "in- und auswendig", dennoch wolle er sich nach den bisherigen beiden Turnierpleiten auf seine Mannschaft konzentrieren: "Wir können mehr, als wir bisher gezeigt haben."
Frauen wollen wie die Männer bei der WM 2018 überraschen
Angesprochen auf eine mögliche Wiederholung des "Wunders von Kasan" bei der WM 2018, bei der die deutschen Männer im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea gescheitert waren, meinte Bell: "Der Begriff Wunder ist immer ein sehr groß angelegter Begriff."
Sein Team habe "eine Mini-Chance" auf einen Erfolg gegen Deutschland. "Ich glaube, dass wir etwas Sensationelles erreichen können. Ich hoffe, dass Donnerstag der Tag dafür ist."
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Südkorea mit theoretischer Chance aufs Achtelfinale
Südkorea benötigt fürs Weiterkommen einen Sieg mit fünf Toren Unterschied und Schützenhilfe von Tabellenführer Kolumbien gegen Marokko im Parallelspiel. Für die DFB-Frauen ist vom Gruppensieg bis zum Vorrunden-Aus alles möglich am letzten Spieltag.
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Bell hat fußballerische Wurzeln in Deutschland
Bell hat seine fußballerischen Wurzeln in Deutschland. "Natürlich bin ich Engländer, aber mein Fußballleben war überwiegend in Deutschland. Über die Jahre habe ich mir vieles abgeschaut", hatte der Südkorea-Coach vor der WM gesagt.
"Diese Selbstverständlichkeit des Gewinnens, die die Deutschen immer verkörpert haben, diese Erwartung, dass man immer eine Chance hat - das versuche ich hier vorzuleben", sagte Bell. Ob es funktioniert? - die Antwort wird das Spiel am Donnerstag geben.
Engländer war als Spieler Profi in Mainz
Seit 2019 steht Bell bei den Taeguk Ladies auf der Kommandobrücke, wurde im vergangenen Jahr Vize-Asienmeister. In seiner aktiven Karriere spielte der Rechtsverteidiger sieben Jahre für diverse deutsche Klubs, unter anderem für den FSV Mainz 05.
Anschließend durchlief er insgesamt zwölf Trainerstationen in Deutschland. Sechs Jahre nach seinem bislang letzten Engagement beim SC Sand in der Frauen-Bundesliga kommt es nun zum wichtigen Duell gegen Deutschland.
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