Besonders WM-Duell im Finale: Schüler Scaloni fordert seinen Mentor de la Fuente
Lionel Scaloni hat Argentinien erneut ins WM-Finale geführt. Diese Erfolge verdankt er auch Spaniens Trainer Luis de la Fuente.
18.07.2026 | 23:29 Uhr
Es ist gar nicht lange her, da drückte Lionel Scaloni noch die Schulbank bei Luis de la Fuente - nun treffen Schüler und Lehrer im größten Spiel des Weltfußballs aufeinander.
"Er war mein Mentor und hat mir alles beigebracht, was ich weiß", sagte Argentiniens Trainer Scaloni vor dem WM-Finale gegen de la Fuentes Spanier: "Er leistet großartige Arbeit mit seiner Mannschaft, das freut mich sehr."
Doch am Sonntag (21:00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) ist kein Platz für Nettigkeiten, die Freundschaft der beiden Erfolgstrainer muss zumindest kurz ruhen. Nicht nur zu de la Fuente, sondern zum gesamten Land Spanien hat Scaloni ein ganz besonderes Verhältnis. Er ist mit Elisa Montero liiert - einer Spanierin. Die beiden haben zwei Kinder, die Familie lebt auf Mallorca. "Es tut mir sehr, sehr leid", sagte Scaloni lächelnd, "aber ich werde alles geben, um das Spiel zu gewinnen und Herrn de la Fuente zu schlagen."
Lehrer trifft auf Lehrling
Dass die beiden eines Tages Rivalen in einem WM-Finale sein würden, hätten sie noch vor einiger Zeit wohl kaum für möglich gehalten. Es ist neun Jahre her, dass Scaloni die Ausbildung für seine Trainer-Pro-Lizenz im Trainingszentrum des spanischen Verbandes in Las Rozas begann - sein Lehrer damals? De la Fuente.
"Lionel war ein sehr gewissenhafter Schüler mit einer großartigen Einstellung und viel Interesse", berichtete de la Fuente: "Er besaß die Haltung eines Menschen, der entschlossen ist, sich weiterzuentwickeln. Es ist mir eine Ehre, sein Lehrer zu sein."
Er könne sich mit vielen fußballerischen Ideen Scalonis identifizieren, was angesichts der gemeinsamen Vergangenheit kaum verwundert. "Ich habe großen Respekt vor Lionel", sagte de la Fuente: "Er hat mit der argentinischen Nationalmannschaft alles gewonnen. Ich bewundere ihn sowohl beruflich als auch persönlich. Er ist ein großartiger Mensch."
Vorerst herrschte Skepsis
Ein Mensch, dem Argentinien zu Füßen liegt, der die ganze Fußballnation im Sturm erobert hat. Das war nicht immer so: Als er unmittelbar nach dem argentinischen WM-Desaster von 2018 das Team übernommen hatte, schlug ihm Skepsis entgegen. Er war damals 40 und nahezu unerfahren - wie sollte dieser Unbekannte Argentinien wieder an die Spitze führen?
Und die ersten Eindrücke bestätigten die Kritiker. Die Copa America 2019 schloss Scaloni zwar als Dritter ab, doch das Team überzeugte nicht. Erst später fanden Trainer und Mannschaft immer mehr zusammen. 2021 gewann Argentinien die Copa, ehe 2022 die Krönung bei der WM in Katar folgte.
Unerschütterliches Vertrauen
Mittlerweile herrscht ein unerschütterliches Vertrauen zwischen dem Team um Superstar Lionel Messi und dem Trainer. Der Kern der Mannschaft ist seit Jahren zusammen, die Argentinier zeichnen neben aller spielerischer Klasse vor allem Fleiß und außergewöhnlicher Teamgeist aus.
Als Lautaro Martinez die Argentinier zum dramatischen Sieg im Halbfinale gegen England geköpft und die Fans das Stadion in Atlanta zu einer riesigen argentinischen Partyzone gemacht hatte, zeigte Scaloni kaum eine Regung.
"Ich bin sprachlos", sagte er später mit Tränen in den Augen: "Es ist schwierig zu erklären. Diese Gruppe überrascht mich immer wieder aufs Neue." Nun will Scaloni auch seinen Mentor überraschen.
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