Jürgen Klinsmann im exklusiven Sky Sport Interview über das WM-Finale, Deutschland, Jürgen Klopp und Lionel Messi

Spanien und Argentinien treffen am Sonntag (21:00 Uhr) im WM-Finale aufeinander. Dabei kommt es auch zu einem Superstarduell der Generationen.

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Jürgen Klinsmann analysiert die Leistung der deutschen Nationalmannschaft bei der WM.

Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann blickt im exklusiven Sky Sport Interview unter anderem auf das spektakuläre Aufeinandertreffen zwischen Lionel Messi und Lamine Yamal.

Jürgen Klinsmann im exklusiven Sky Sport Interview ...

… über das Endspiel zwischen Spanien und Argentinien: "Es ist ein großes Finale. Die vier Halbfinalisten hatten es schon in sich. Das sind die Top 4 in der Weltrangliste. Aber ich muss zugeben, dass ich falsch getippt habe. Ich habe die anderen beiden (Frankreich und England, Anm. d. Red.) im Finale gesehen. (lacht) Aber Spanien gegen Argentinien - das hat es in sich!"

… über das Generationenduell der beiden Stars Lionel Messi und Lamine Yamal: "Das ist das faszinierende Thema der WM. Die gestandenen, älteren, erfahrenen Spieler gegen die Newcomer. Jetzt so ein Duell im Finale zu haben, ist vom Feinsten. Was Messi in diesem Turnier abliefert, ist unglaublich. Das ist wirklich faszinierend und kaum erklärbar. Und Lamine Yamal gehört zur neuen Generation, die die Alten herausfordert und so langsam das Terrain übernehmen will. Es gibt so viele Ansatzpunkte in diesem Endspiel. Dazu gehören auch der Spielstil beider Mannschaften, die Handschrift der Trainer, der taktische Ansatz. Auf der einen Seite Argentinien, das sich Runde für Runde durchgerungen und die Spiele auf dramatische Art und Weise gedreht hat. Und auf der anderen Seite Spanien, das auf einer konstanten Welle geritten ist durch das Turnier. Wer auch immer jetzt im Finale angekommen ist, hat es auch verdient."

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Jürgen Klinsmann spricht vor dem WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien über Lamine Yamal und Lionel Messi.

… über die Attribute von Argentinien: "Argentinien lebt enorm von ihrer Energie, von ihrer Identifikation aber auch von ihrer Willenskraft zu leiden. Das ist in dem argentinischen Volk auch mit drin. Ich arbeite nebenher für die FIFA Technical Study Group und da ist auch Pablo Zabaleta dabei. Er hat mir das beschrieben: Du wächst auf in Argentinien auf der Straße und willst nur Fußball spielen. Du willst dich nur durchsetzen. Das hat dann natürlich auch mit ihrem Spielstil zu tun. Sie teilen aus, sie hauen dazwischen und schüchtern den Gegner ein. Und einen verteidigen sie natürlich unfassbar: Sobald einer auf Messi losgeht, siehst du sofort zehn andere herbeirennen. Diese Härte, die absolut an der Grenze ist, die tragen sie mit rein ins Spiel. Dem waren einige Europäer nicht gewachsen. Die haben dann Muffe. Wenn man das gesamte Turnier betrachtet, hat man gesehen, dass einige große europäische Nationen zu weich waren."

... auf die Frage, ob die Deutschen zu weich waren: "In gewissem Sinne, ja! Sie waren zu weich, sie waren nicht fähig, zu leiden oder auch mal die Ellbogen auszufahren und sich Respekt zu verschaffen. Die Physis ist im Weltfußball aber immer noch ein Thema. Was die Argentinier der ganzen Welt vorgemacht haben bei diesem Turnier ist einfach: Vielleicht sind wir nicht die beste Mannschaft, aber wir sind bereit bis an die Grenzen und darüber hinaus zu gehen und Spiele in den letzten Minuten zu entscheiden. Das konnten wir eigentlich bis vor 20, 30, 40 Jahren noch als Deutschland. Wir haben immer in den letzten Minuten irgendwie einen Weg gefunden, ein Tor zu machen. Wenn es aktuell ein Paradebeispiel im Weltfußball gibt, den Gegner mürbe zu machen, dann ist es Argentinien."

… auf die Frage, ob Jürgen Klopp diese Attribute wieder in die deutsche Mannschaft reinbringen kann: "Das wünschen wir uns natürlich alle."

… über den designierten Bundestrainer Jürgen Klopp: "Wenn Kloppo das will und es macht, dann ist es die optimale Lösung."

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Das Interview führte Kerry Hau

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